- 399 -
Wägung alles Verbringens erkandt, daß Vsrbafftinne we-gen verschiedener entstehender Jnditien wi-liu-iv zu sublimciiren sein solle, conclusum auff Benßbur (gez.)Scheuermann. Khers. Moitzfeldt. Krehlingh.
Auf dies Urtheil wurde die Unglückliche sofort in dieFolterkammer geführt, wo ibr die Schafrichter die pein-lichen Werkzeuge vorzeigte. Beim Anblick dieser Marter-werkzeuge sank sie mit lautem Schreiem zusammen undbetheuerte ihre Unschuld, worauf der Henker mit seinenKnechten sie ergriff und torquirte. Jedoch obwohl alleGrade der Tortur auf's schärfste angewandt wurden, so be-harrte sie bei der Erklärung ihrer Schuldlosigkeit. Hieraufwurde die Beschuldigte in denHerenchurm zurückgetragen,am andern Morgen aber wieder auf die Folter gelegt,worauf sie endlich, vielleicht im Wahnsinn des Schmerzesauf die obigen 18 Fragarlikel folgendes Geftändniß ablegte:
Ihr Bule heiße Lucifer und habe mit ihr bulirt in ih-rem Hause. Sie habe Gott ab und dem bösen Feindtzugesagt, seie vor 36 Jahr geschehen, als ihr das Hausabgebrannt. Item Bloem habe ihr die Zauberkunst gelehret.
Seie auffm Herendany auf der Nittumer Heide gewe-sen, der Spillmann heiße Prummer und wohne zu Dun-waldt. , Die Bloem sei mit auff dem Dantz gewesen.
Sie hätte ihre eigen Kinder zu Thodt getzaubert, itemdem Becker Hans Ditz 2 Kinder und Johann Schmitt einKalb. Item bekennt, daß sie Gottharts Haußfrau auff'mKindtauff einen Drunk zugebracht, daß sie dabei gesprochen:trinkt in thausent Teuffels Nhamen! Item, daß sie ihrenSchmier- oder Zauberpott in ihrem Hauße unterm Hack-stock neben dem Spülstein habe stehen.
Sambstag den 1. Septembris ist die Verhafftinne zumdritten Male mit Anlegung der Tortur abgefragt, und ob-wohl dieselbe anfenglich 'wieder Alles verleugnen wollen,nach ausgestandener Tortur bei obgemeldetem Bekmntnußüberall bestendig beharrt, außerhalb wegen beider bekenn-ter Kinder, deren sie nit pfllchtigh. Und dann ferner be-kennt, daß sie des Bekers zu Nittum Fraw Schwieger-mutter, welche eine alte Fraw geweßen und krank im