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Geschichte und Beschreibung der Stadt und des Kreises Mülheim a. R. : zum Vortheil des Kölner Dombaues
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Ackerschaft, Gärtneret, Korbflechten, Nhemschifffahrt, Fische-rei und Taglobn in den nahen Städten sind die Nähr-quellen. Die Obstbanmzucht ist, wie überall in hiesigemRhmnhale noch besonders in der ganzen BürgermeistereiMerheim unbedeutend. Uebrigens genießt auch Stamm-Heim den Vortheil, von Branntweinschenken befreit ge-blieben zu sein. Blos an der etwa 8 Minuten am Dorfevorbeiführenden Düsseldorfer Heerstraße liegt ein Wirths-haus für Reisende. Im Dorfe eine kleine Schenke, dienur selten an Feiertagen besucht ist, wenn Auswärtige zudem bekannten Salvaiorbilde der Stammheimer Kirchepilgern. Man kennt hier wie in Flittard gottlob daSBedürfniß der Schenkwirthschaften nicht. Merkwürdig istin beiden Dörfern die Einfachheit der Lebensweise, trotzder Nähe der Städte. Noch herrschen h!er so viele alter-thümliche Gebräuche und Ansichten wie nur irgend imentlegenen Gebirge. Namentlich das Vogelschießen wirdnoch wie vor 30l) Iahren in mittelalterlichen gemüthlicherWeise begangen.

Die Pfarrei Merheim liegt sehr zerstreut auf weiterFeldfläche, die der Strunderbäch mit schönem Wiesengrundedurchschneidet. Ostwärts liegen zwei noch öde Haidestrecken,die Thurnerhaide und Jdesfelder Hardt, welche des zumDünger verwandten Haidestrauchs wegen außer Kulturgelassen. Der größte Theil des Bodens ist mit reichenFruchtfeldern bedeckt, nur von kleinen Wiesen und Wald-resten unterbrochen. Von dem Merheimerbruche, der mit'unsrer Zeit in grellem Widersprnche, geschah bereits Er-wähnung. Die Pfarrei hat nicht weniger als sechs Dörferund mehrere große Weiler. Das Dorf Thurn mit demgleichnamigen Nittersitze im I. 1773 in 46 Häusern 232Einw. zählend, ist zu 92 Wohnungen mit 450 Bewoh-nern angewachsen, die neb^n dem auf dürftigem Sand-boden minder ergiebigen Ackerbau von Handwerkern undTagelohn sich ernähren. Ergiebiger sind die schönen Wie-'sen, welche aber großentheils Eigenthum größerer Guts-besitzer. Das Haus Thurn, welches im I. l 150 ein RitterHeinrich ab I'uri-eu besaß, der den Frankenforst von der