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Geschichte und Beschreibung der Stadt und des Kreises Mülheim a. R. : zum Vortheil des Kölner Dombaues
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Gränze unseres Kreises, das noch den altdeutschen Na-men eines Begräbnißplatzes (V'-ilk^evit-Todtenhügel)trägt. Auch der Name Odenthal scheint

aus den Allvater der deutschen Wodan oder Udin und eineehemalige Opferftätte hinzudeuten, und bei mehren Kirchstel-len im Nheinthale treten solche Beziehungen hervor. Flit-tard (V'Iitei-il«!), Merbeim, Zündorf, Volberg (Vogilberg)und Paffrath werden schon unter den Karlingern als Pfarr-kirchen genannt, wozu die Spuren vorchristlichen Alter-thums bei der Beschreibung dieser einzelnen Kirchen an-zudeuten. Diese Gründungsweise erklärt die einsame vomHauptorte und Mittelpunkt der Gemeinde entfernte Lagevieler unsrer Kirchen. Die Ausbildung der Kirchspieleverwischte die frühere Mittheilung der Hundreds (Hon-schasten) oder nalnn sie als Unterabtheilung in sich auf.Der spätern Mittheilung des Landes in Aemter lagen diekirchlichen Gemeinden zum Grunde, und diese galten auchfast ein Jahrtausend als Verwaltungsbezirke.

Der Mensch, welcher im Staate überhaupt Schutz undNorm für die Erreichung aller seiner geistigen und leib-lichen Zwecke sucht, spricht denselben auch für den Schuhseiner religiösen Bedürfnisse, seines Glaubens und seineräußern Gottesverehrnng, die ihn mit höherem Zwecke,einem ewigen Jenseits verbinden, an. Die Erreichungund Ausbildung dieser höchsten und edelsten Bestimmungund Richtung der Menschen wurde deshalb schon früheals Staats- und Gemeindezweck betrachtet, und in un-serm alten Deutschland wie in allen Staaten des Alter-ihums wurde die Hülfe zur Befriedigung der religiösenBedürfnisse, sowie der Volksbildung überhaupt aus Mit-teln des Gemeinwesens dargeboten. Später, und zwarzur Zeit der hiesigen Einführung des Christenthums machtesich die Ansicht geltend, daß die Kirche nicht znm Wesendes Staatsbürgerthums gehöre, sondern eine besondre An-stalt sei, die in getrennte Glaubensgesellschaften zerfalle,welche der Staat in ihrem Wesen und Eigenthums bloszu schützen oder zu dulden habe. Bei der heutigen Ver-schiedenheit der Bekenntnisse möchte von diesen Ansichten