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Geschichte und Beschreibung der Stadt und des Kreises Mülheim a. R. : zum Vortheil des Kölner Dombaues
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^ Kartenspiel geworden, und die alten Volksmährchen, dieden Teufel mit dem Kartenspiel in Verbindung bringen,haben eine tiefe moralische Wahrheit. Nichts lenkt undcharaktrisirt die Bildung des Erwachsenen mehr, als dieAusfüllung seiner Muße. Deshalb ist die Wahl des Spie-les wichtig, nud darum sollte das Kartenspiel, die Scheuchealler edlen Unterhaltung, dem außer unbedachter Modenur Tücke und Geistesarmuth einen Reiz abgewinnen kann,aus jeder bessern Gesellschaft verbannt bleiben. Wennauch das bildende Schachspiel nicht Jedem zugänglich, sobleibt doch dem Städter das offene Brettspiel (Dambrett)und dem Landmanne daö sogen- Mühlenspiel mit demI verwandten Kriegsspiel und dem Uelöchern- Von derI Jagd, der Fischerei und dem Bogelfange, die gewissermaßenauch zu den Spielen gehören, wird bei den ErwerbsquellenI Rede sein.

Was die schönen Künste und die edelste Unterhaltungdurch dieselben betrifft, so haben sie auch in unserm Kreisemanche herrliche Einzelblüte entfaltet. Doch konnte dieTonkunst, die erst durch vielzäliges Zusammenwirken ihren^ beseligenden Einfluß auf Geist und Gemüth äußert, nie dau-ernd aufkommen, aus beklagenswerthem Mangel an Ge-mcinsinn. Vor 5l) Jahren bestand zu Mülheim eine tüchtige^ Concertgesellschaft, doch nur durch bedeutende Opfer eineseiuzigeu Kunstfreundes (Bertholdi) wurde sie erhalten undging mit ihm zu Grabe. Seitdem haben sich verschiedeneI Edlen erfolglos bemüht, dauernde Musikvereine zu bilden.I Die Stadt uud der Kreis Mülheim, wo soviel edler Sinn,wo so viele Kräfte zu derartigem walten, entbehrte bisherden edelsten Genuß der Geselligkeit, der in andern Gegen-den auf kleinen Dörfern dargeboten ist. Es gibt keineerhebendere und bildendere Unterhaltung, keine, die zurallgemeinen Theilnahme so geeignet ist, als Musik- undGesangvereine. Sie erziehen außer der Bildung des Ge-fühls auch zur wahren Geselligkeit und zum rechten Ge-meinsinn. Leider hat die lange fortgeerbte Krankheit ein-gebildeter Ständeverschiedenheit dem hiesigen Kreise bisherdiese Genüsse und den Hebel reinerer Geselligkeit vorenthalten.

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