213
von Südwest aufsteigen, den Rhein und die Sieg, Acher,Wupper und Nnhr entlang. Selten, aber auch verderb-licher naben die Wetter von Osten und Norden-
Diese Wittcrungsverhältnisse bringen besonders im Früh-linge und Sommer sehr raschen Wechsel in der Luflwär-me, welcher häufig der Gesundheit nachtheilig wird. Diebeständigste Witterung tritt gewöhnlich im Spätberbsteein, wann längere Nachie die Luft kühlen und die Gewittervertobt sind. Ueberh-n-pt aber ist das Klima am Rheinviel milder als in den Bergen, wo es im Spätherbsteschneit, Wenn's am Nheine regnet, und wo die April-schauern als Schlossen fallen- 'Selten liegt bei Mülheimund Zündorf anbaltend tiefer Schnee, wohingegen dieSchalken undMarialindender Boden den Winter hindurchso lange vom Schnee bedeckt bleibt, daß die Ackerarbeit,verspätet. Deshalb können auf Höhen nicht die feinerenGemüse und Obfiarien gezogen werde», die im Tbalegedeihen- Auch in der Nhemebne kommen Weinstöckeund zarte Garienpflanzen nur fon, wenn sie vor Nord-wind geschützt sind. Vormals wuroc in Odenthal, Bens-berg, 'und an der Acher Wein gekeltert. Nachdem jetztdie'Waldungen und Sümpfe wieder verringert sind, be-ginnt das Klima milder zu werden, und wo vor dreißigJahren kaum der Hafer gedieh, kann jetzt nach-Ausrot-tung von Wald und Sumpf Weizen und Rübsaameumit Erfolge gebauet werden. Auch auf deu Gesundheits-zustand übt diese Landeskultur deu wohlthätigsten Ein-fluß. Die Ruhr und andere Krankheiten, die nach demWjährigen Kriege allherbstlich wiederkehrend große Ver-heerungen anrichteten, sind feit einem Menscheualter mitden Brüchen fast verschwunden. Nur die Nheiuüber-scbwcmmung erfüllt in Fluthjahren das Thal noch mitSumpfluft/ sowie der Merheimer Bruch die Umgegendverpest, t, so daß dort Wechselffeber, Ruhrfälle und dergl.immer noch heimisch sind. Weil schon der Bodengewinndie Kosten der Trockenlegung des Merheimer Bruchesdecket, so dürfen wir anf den baldige» Angriff dieses längstbesprochenen Werkes zuversichtlich bauen.