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Geschichte und Beschreibung der Stadt und des Kreises Mülheim a. R. : zum Vortheil des Kölner Dombaues
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i in die Länge gezogen- Unter begüterten Landleuten dauer-

r ten sie Menschenalter hindurch; bei Vermögensnngleichbeit

1 waren sie gewöhnlich bald beendigt, denn alle Verhältnisse

> der Gesellschaft' waren damals so wenig in der Rechts-

r gleichheit gegründet, daß Bestechlichkeit ein fast allgemeines

-- Grundnbe'l geworden. Das Bauersprüchwort „Wer nicht

- schmiert den Prozeß v.'rliert^war vor 00 Iahren," sprechtr aus dem Leben gegriffen- Statt wie jetzt mit freier Stirnr vor dem Volke bündige Nechtsgründe vorzubringen, sah

- man damals die Partheien Mit gefüllten Säcken in Nachtz und Dämmerung zur Küche des Schultheis schleichen, wo-von noch viele Anekdoten im Volke leben. So hatte sich

, z. B. Jemand beim Nichter darüber, beschwert, daß er, trotz des geschenkten Bnttertopfes den Proceß verlorenn habe, worauf dieser entgegnete: das vom Widerpart ihm, geschenkte Schwein habe den Topf umgestoßen n. drgl.

Wo man sich scheute gegen den klaren Tag Zu urtheilen,.. da wurde der Spruch mindestens durch künstliche Rechts-h Mittel verzögert, und war auch irgend ein landesherrlichesMandat erwirket, so blieb es oft unerbrochen auf der Amts-stube liegen, oder der gute Fürst wurde durch ungetreue^ Berichte getäuscht. Nur von seinem Hofnarren pflegte erh die Wahrheit zu hören. Wie sehr die damalige Verwalt^ tung im Argen lag, geht aus der Thatsache hervor, daßeiu Amtsrichter, der zugleich Kellner war, und sich, trotztäglicher Geschenke eines Kafscndcfects von 8»,099 Rthlr.schuldig gemacht hatte, die Nentei zur Strafe verlor, dass Richteramt aber behielt. Leider mußten spätere rechtliche„ Beamte mindestens in der Volksmeinung entgelten, was, solche Schurreu verbrochen hatten. Wie in der Rechts-^ Pflege, so ging eS auch in der Gemeindeverwaltung.

Die früher selbstgewählten Vertreter waren jetzt nur„ Diener des Amtsverwalters oder Schultheisen. Die Beam-^ ten und der Adel, die sogen. Herren, standen dem Volke, dem^ gemeinen Mann, schroff gegenüber Dem Landesherrn ließendie Hoffeste reine Zeit, sich um sein Volk zu kümmern.An eine Ueverwachung der Beamten, wie Friedrich derGroße und Kaiser Joseph einrichteten, dachte man zu Karl

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