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Geschichte und Beschreibung der Stadt und des Kreises Mülheim a. R. : zum Vortheil des Kölner Dombaues
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ganzes Jahrzehend hindurch stritten, indem man sich über 3>

die Art der Umlage nicht vereinigen konnte, bis kurfürst-- ?>

liche Befehle die Verkeilung feststellten. Doch in der nun N

folgenden friedlichen Zeit erholte sich Mülheim bald wie- 2'

der von dem Drucke des Krieges. Die Fabriken gewan- ze

nen an Ausdehnung, und der Speditionshandel wurde im- in

mer lebhafter. Der Durchzug kaiserlicher Völker während di

der brabäntfchen Unruhen ging schnell vorüber und brachte w

keiue bedeutende Belästigung. Doch erlitt die Stadt Mül- g<

heim im Jahre 1784 durch den schrecklichen Eisgang eine zi

große Verwüstung. H

Im December vorher war der Rhein durch herbstliche ^

Regengüsse über die Ufer geschwellt, als heftiger Frost !

eintrat. Am 9. und 10, Januar stellten sich die bei 12 ^Grad R. dichtdrängenden Eisschollen fest, und man war -

schon mit dem Bahnen eines Fahrweges über den Strom ^

beschäftigt, als das Eis bei Köln nochmals losbrach und ^

sich vor Mülheim über und unter einander schob, so daß ^die Decke eine Stärke von 15 Fuß gewann. Zwischen

hochgethürmten Eisbergen sührte eine mühsam geebnete ^

Fahrstraße 7 Wochen' lang (l l. Januar bis 27. Febr.) Aüber den Rhein, der damals noch 14 Fuß über gewöhn-

lichem Fahrwasser bis in die Freiheitsstraße stand. Der ^

mit Thauwetter abwechselnde heftige Frost verdickte die .Eisdecke mit dem überströmenden Wasser immer mehr.

Viel Schnee war gefallen. Durch das Uebereinander- ^

schieb?» des Eises hatte sich aber bei Mülheim das Strom- -

bette so verengt, daß oberhalb Köln, wo sich das Treibeis ^noch fortbewegte, das Wasser über die Dämme stieg.

Ueber den Westhover Damm stürzte am 17. Januar eine ^

mächtige Flut durch die Niederung des alten Rheinbettes, ^

Buchheim entlang durch die Senkung des Faulbachs und ^

Strunderbachs auf Mülheim herab und überströmte den ^

südlichen Theil der Stadt bis zur Stockergasse. Doch bald ^stopfte das anschiebende Eis den Ausfluß, und der Damm

wurde um zehn Fuß höher gebaut. Unterdessen mehrte °

sich der Schnee bis am 22. Februar Thauwetter eintrat ^und die Flut über die immer noch feststehende Decke des