Wunden dieser Verwüstung bald geheilt. Die Stadt ge-dieh an Zahl der Einwohner und an Reichthum unmdem trefflichsten der Regenten. Johann Wilhelm war de,erste und leider auch der einzige Her^cher seines Hause-der allen Glanbensbedrückungen fremd blieb. Ein rechte,Landesfürst, sagte er: soll nicht nach dem Katechismo fra-gen, sondern nur drauf achten, daß er gottesfürchtige, fleißigund getreue Unterthanen habe. Er duldete nicht blos, cishützte sogar alle christliche Kirchen, und trat sogar kräf-tig für die Protestanten auf, als man in der heil. StÄi^öln diese aufs neu zu bedrücken begann. Ja als dichdurch Schließung ihrer Geschäftshäuser auszuwandern ge-zwungen wurden, nahm er sie in seine Freiheit Mülhewauf, 'und verschaffte derselben dadurch die besten Bürge,und einen nenen Aufschwung der Gewerbthätigkeit- Be-sonders die Familien der in dem knrfürstl. Patente vo«I-i.Jum 1714 aufgenommenen Bürger gaben über ei»Jahrhundert hindurch Vorbilde wahrer Bürgertugendecund trugen durch große Fabrikanlagen, durch aufopfernde»Gemeinsinn und ihren Eifer für den Vortheil der Stadizu deren Emporblühen und zur nährenden Beschäftigungder durch Krieg verarmten Einwohner das meiste bei.
Das Aufuahmepatent lautet: „Von Gottes GnaderWir Johann Wilhelm :e. ?e. thun knnd und fügen hiermit zu wissen, demnach Uns Kristoph Andre, GotthartMühling, Johann Stock und Dietrich Köster, Kauf- im!Handelsleute der Reichsstadt Köln unterthänigst zu ver-nehmen gegeben, wie daß ihnen und andern binnen er-meldter Stadt Köln annoch wohnenden der evangelische«Religion zugethanen Eingesessenen, von dasigem Magistra!so beschwerliche Gesetze zugemuthet werden, wodurch nichtnur ihr bis dahin getriebenes freies Oommorcinin völligbeeinträchtigt würde, sondern sie sich auch unvermeidlichgenöthigt sähen, von dort auszuweichen, und ihr Domieilin Unsere Jülich und Bergische Lande zu tranSserircn,und Uns dahero unterthänigst gebeten, daß Wir gnädigstgeruhen möchten, ihnen zu Mülheim am Rhein den freienEinzug und Niederlage zu verstatten; mithin sie abbe-
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