95,000 Ntblr. auf. Die Bedrückungen wurden so uner-träglich, daß viele Einwohner Haus und Hof verließenund in die Gebirge flüchteten, wo aber auch Schwedenund Hessen von Siegburg uud Windeck «us verderblicheStreifzüge machten. Auf Verwendung des Psalzgraftnaber erschien am 19. April von Wien aus ein Befehl,daß die Kaiserlichen Schaaren das Herzogthum Berg räu-men mußten, uud der Pfalzgraf erhielt am 9. Mai einNeutralitätspatent, worauf auch die Schweden und Hessenaus dem Oberbergischen abzogen. Seit der Schlacht beiNördlingen (7. Septbr 1634) war der Kriegsschauplatznach Ostdeutschland verlegt, und nachdem die Durchzügevorüber, genoß die hiesige Gegend einiger Nuhe von Außen;doch im Innern stritt Wolfgang Wilhelm mit den Land-ständen über Erhebung von Steuern zum Kriegesbedarf,und Dörfer und Städte wurden durch Beilreibung rück-ständiger Schätzungen belästiget. Das Jahr 16.^7 brachtenene Durchzüge kaiserlicher Truppen; auch belästigten Streif-züge der Hessen und Räuberbanden die Gegend. Dochblieb Mülheim, das der Pfalzgraf stärker befestigen undbemannen ließ, von Einfällen verschone; viele Lanvbewoh-ner hatten sich mit der besten Habe dortbin geflüchtet undNuhe und Sicherheit gesunden. Im ^pätherbste nahmder Kaiserliche General Graf Götz, aus Westphalen kom-mend, sein Winterlager am Niederrbein, und legte 7 Re-gimenter ins Bergische. Der Kaiserliche Ge.'ural Pi eolo-inini aber verdrängte diese Völker mil den Deinigen, undließ den Oberst Lambop in der Näbe^on Mülheim beiSchweinheim ein Lager beziehen. Dieje lagernden Völkerdurch den auf den ausgesogenen Dörfern herrschendenMangel nach den Vorrälben und dem Wohlstand des nn-belästigten Mülheims lüstern gemacht, erstiegen am 3.Januar 1638, an einem Sonntage, Nachts um drei Uhrdie Wälle der Stadt und eroberten sie fast ohne Wider-stand der sorglosen Neuburgischen Besatzung, die fast nacktausgezogen, zum Spott hinweg getrieben wurde. Als-dann begann die Plünderung der Häuser, wobei unterandern über 30» Fuder Wein verloren gingen. Und dies
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Geschichte und Beschreibung der Stadt und des Kreises Mülheim a. R. : zum Vortheil des Kölner Dombaues
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