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Geschichte und Beschreibung der Stadt und des Kreises Mülheim a. R. : zum Vortheil des Kölner Dombaues
Entstehung
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trosse bewohnt, der seinen Unterhalt aus der Umgegend zu-sammen schleppte und die größten Zügellosigkeiten verübte.Erst am 31. März 1631, als die Truppen gegen Mag-deburg abgezogen waren, kehrten die Bürger zu ihren zumTheil zerstörten Wohnungen, zu den verödeten Aeckernund Gärten zurück. Es war eine klägliche Zeit. Zu deräußern Unsicherheit des Lebens und des Eigenthums ge-sellten sich der Mangel und pestartige Krankheiten. Anbürgerliche Ordnung war kein Gedenken. Vom Jahre16281649 blieb Mülbeim keinen Monat lang von Plün-derung frei. Um die Gesetze, die von Außen unter dieFüße getreten wurden, kümmerte sich auch kein Bürgermehr, und jeder suchte sein Leben z» fristen, so gut es an-ging, ohne sich um die Nechtmäßigkeit der Mittel zu küm-mern. Viele Ackersleute und Handwerker traten in Kriegs-dienste, oder sie folgten als Räuber den Heeren, um inandern Gegenden zu verüben, was die Heimat verödethatte. Bei dem hohen Werthe des damals seltenen Gel-des gab man zu Mülheim für ein Sümmer Roggen 16Nthlr. und eben so viel für ein Sümmer Hafer; dieGerste aber kostete 30 und der Weizen 34 Nthlr.; fürein Pfund Schmalz gab man 20 Stüber; Butter warwegen Ausgang des Viehes nicht mehr zu haben; für einPfund Rindfleisch zahlte man 12 Stüber, für ein Ei 4Stüber und ein Eimer gewöhnlichen Weines wurde mit20 Ntblr. bezahlt. Zwar begannen im Frühjahre 1631die zurückgekehrten Bürger und Landleute ihre Felder wie-derum zu bauen, aber die meisten mußten wegen Mangelsan Saatkorn die Aecker unbestellt lassen, uud Truppen-Durchzüge belästigte» fort und fort. Hierzu kam dieFurcht vor den Schweden, die im Spätjahr 1630 dendeutschen Boden betreten hatten uud gegen den Rheinbin vordrangen. Durch Vermittelung der Franzosen, dieDeutschlands Kriege stets zur eignen Machtvergrößerungbenutzten, war der Schwedenkönig Gustav Adolph gegendie sogenannte Liga, den Katholischen Fürftenbund aufge-treten," und das Katholische Frankreich, das damals voneiiiem Geistlichen, dein Kardinal Richelieu regiert wurde,