In der Nacht vom 29. bis 30. April kam der Wind-müller Johann Thuru, der sich an der bohlen Weide inBier berauscht hatte, mit großem Geschrei durch Buchheimnnd Mülheim gelaufen und rief: schießt und fechtet! derFeind ist da! Drauf haben die Neuburgischen Kriegs-lente von Neueuheims Kompagnie von den Wällen in dieNacht hinaus geschossen und dadurch auch Den; und Kölnallarmirt. Als aber unter diesem Kampsgetümmel derTag angebrochen, ist lein Feind da gewesen, sondern einVertheidiger hatte den andern verwundet, weshalb man denWindmüller Johann Thurn zu einer Strafe von 10'Nthlr. für die stattgehabte Verwundungen, sodann in vierNthlr. Verzehr bei den Gerichtsverhandlungen und zu 12- Nthlr. Genchtskosten verurtheilte, wofür man seine beideKühe, die eine zn 17, die andere zu 10 Nthlr. Kölnischverkaufte. Kurze Zeit vorher, als sich der BürgermeisterPaul vou Stammheim bei Untersuchen der Wachtpostenn> einein Schilderhaus vor dem Regen schützen wollte,hatte der Bürger Theiß aus sträflichem Mnthwillen diesSchilderhaus in den Wallgraben hinabgeftoßen, weshalber in Erwägung, daß der Bürgermeister keinen Schadengenommen hatte, blos zu drei Tagen Gefängniß uud in 1Nthlr. Geldbuße verurtheilt wurde.
Am 29. Deebr. I62u rückte der Spanische General derArtillerie l),m Vi;nluro <!<> init einigen hnndert
Artilleristen, Pferden und Wagen in Mülheim' zum Win-terlager und zog am 4- März folgenden Jabres ab,worauf i)nn ^nuis mit einem Artilleriezuge
bier einrückte, der am Y.'Mai abzog, nachdem er eineBrandschatzung von 1829 Ntblr. 44 AlbnS erpreßt hatte.Im Spätsommer >627, als die Spanier die Gegend ver-lassen halten, schlugen sich die Weimarer und Hessen mitden Neubnrgern in hiesiger Gegend, wodurch dieselbe dnrchPlünderungen, Brandstiftungen und Wegführung der Ein-wohner hart mitgenommen wurde, so das; der Magistratvon Mülheim mit dem Pfalzgrafen um eine stärkere Be-satzung unterhandelte, wofür die Bürgerschaft jährlich 409Rlhlr. entrichten sollte. Hierdurch wurde den umherstrei-