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Bürgerbote, der Stadtwächter und der Schweiuhirk. Zudein wegen Feuergefahr angestellten Nachtwächter aberwählte man gewöhnlich einen Mann, der zur Erlangungdes Bürgerrechts mi Paar Jahre umsonst ins Horn stieß,und da der Ächweinhirt von jedem Stück Vieh, das erauf Gemeindeboden hütete l0 Albus erhielt, der Magi-strat sich aber vom Eigenthümer per Stück 12 Albus ge-ben ließ, so floß der'Gemeindekasse aus diesem Verhält-nisse noch ein Ueberfluß zu-
Das gewerbliche Leben zu Mülheim war während desMittelalters oft in bedeutendem Aufschwünge, jedoch diewiederholten Kriegsdrangsale und Verheerungen ließen esnicht dauernd gedeihen. Die Hauptcrwerbquelle bestanddurchgängig im Handel mit Wein, Gewürzen, Schiefer,Getreide und Südfrüchten, die ans Italien und Südsrank-reich den Nbeiu hinnnter kamen bis Zündorf uud Por;,und von dort zur Umgehung des Kölnischen Stapelrechteoauf der Ach e nach Mülheim gefördert wurden, von woaus die hiesigen Kaufleute rhemabwärks-und landwärtsversandten. Erst nach der Reformation kam der Handelmir Kolonialwaaren stromaufwärts. AuS dem Innerndes Bergischen bezog Mülheim als HandelögegenstandeHolz, besonders viel Faßholz und Reisen, sodann Eisen,Blei und Kupfer aus dem Amte Steinbach und Kalkaus dem Amte Porz. Die Webereien in Leinwand undWolle waren zu Anfang des l4 Jahrhunderts bedeutend.In dem Znnftbuch der Wollenweber-Bruderschaft fiudim I. llM noch 93 Meister eingeschrieben. Gießereienin Kupfer und Eisen bestanden zu Anfang des sechszehineuJahrhunderts und damals wurde» zu Mülheim äuch vieleTöpferwaaren eiugeladen und Geräthe aller Art für dasLand verfertigt. Die landesherrliche Münze, die im I-t,Jahrb. in Mülheim bestand, zeugt von Kunstfleiß. Aucheine Buchdruckern war vor der Reformation hier in Thä-tigkeit.
Die Schifffahrt, auf welche die Stadt ihrer Lage halberbesonders angewiesen war, wurde nicht minder zur Er-