- 62 —
sucht der allzumächtigen Nackbaritt niederzuhalten ver-mochte. Die fortwährenden Gunstbezeugungeu der Lan-desherrn überzeugen, daß sie den Vortheil berechnet hatten,den ihnen Mülheim gewähre, wenn eö zur Vormauergegen die mächtige Nachbarschaft erwachse.
Einfach wie die damaligen Gesetze war die Verfassungder Stadt, wovon wir noch eine Urkunde in der Bür-gereinigung vom Allerheiligenabeud des Jahres 1371 be-sitzen. 'Diese lautet wörtlich:
„„Ju Gotz Namen amen. In das Erste, als mannzu Mullenheimb einen Geschworenen («schössen) macheufall, der sall sicherm und geloben in guten Treuen undin aides statt, der Bürgerschaft hold uud getreu zu sein,ihr bestes vorzukehren uud ihr Aergstes zu warne» undbei allen Sachen, die man an ihn bringt uachzuthundas alle geschworenen vorgethan haben; umb urbar ")uud nutz des kirspels die in Hälen zu halte« und dasminste Part dem meisten zu folge» nach seinem bestensinnen. Das sott er uitt laiffeu noch umb lieb noch umbleitt, noch umb haß' noch nmb neiit; noch umb rewe nochumb froite, noch umb vatter noch nmb mntter, noch umbsoester noch umb bruder, uech nmb Maegdschast noch umbGevatterschaft, noch umb Liebde noch umb Neide, Nochumb Gold noch umb Silber, noch umb Gesteiutze nochumb keine Sachen, die sein Hertze bewegen magb, —suuder alleweg rechtt zu tbu» dem armen als den? reichenund alle vorgeschriebene Punkte zu den heiligen mit auf-gestreckten Fingeren leiblich schweren. Vort mcb, So Haberwir Lodewigh vam Hopue (von Haan) Bürgermeister,Johann v. Zudendorss, Hiutz van Neuß, Peter uffiu Arnenund Johann van Einße seine Gesellen (!. <z. ?Nitbürger-meister und Junker) Lembgin vom Aren, Tbomas seinBruder, Heinrich Fiukiugh und Peter Eunerkhauß, Sohu
») Urbar cd.'r urbor altdcut. Erhebung, Förderung, Einkünst«',Nutzen; — reue Reue, Leidwesen z msgdschast, Verwandtschaft jminst xait, Minderzahl.