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Geschichte und Beschreibung der Stadt und des Kreises Mülheim a. R. : zum Vortheil des Kölner Dombaues
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erschöpft, alle Streiter bedurften der Erholung- Vonallen Seiten um Vermittlung angerufen ließ Kaiser Si-gismund im Herbste l4l6 die streitenden Partheien zurSchlichtung ihrer Ansprüche nach Aachen vorladen. Inder dortigen Vergleichsverhandlung sagt der Kaiser unterAuderm: Jene Fehde, zwischen dem Erzbischofe und derStadt Köln uud zwischen dem Herzog Adolf von denBergen, seinem lieben Vetter habe lange Zeit hindurchdie allgemeine Wohlfahrt unterdrückt, die Lande verheert,Gut uud Blut der Unterthanen verschlungen und dasäußerste Elend hervorgerufen, so daß sein Königliches Ge-müth bewegt worden, dem Uebel durch Schiedsrichterspruchzu steuern.

Doch über die Zerstörung der Festungswerke zu Mül-heim, welche Dietrich und die Bürger von Köln zur Süh-nebedingnng gemacht, vermochte der Kaiser in Aachen nichtzn entscheiden und vertagte den Spruch bis auf denReichstag vou Konstanz, wo der Herzog vorbrachte: dieStadt Mülheim besitze er aus dem Nachlasse seiner Vä-ter, sie sei durch seine Eltern und deren frühe Vorfahrenmit Wall und Mauern versehen nnd mit Vürgervorrechtenbegabt in seinem Gebiete gelegen, weshalb dasjenige, waser dort gebaut und gerüstet habe mit vollem Rechte allsovollbracht sei, und Niemanden zu Schimpf nnd Schadengereiche, was er auf seinem Eigenthnme errichte. Er er-warte, da) ibm unverkürzt bleibe sein väterliches Erbe,doch gebe er die Entscheidung dem Kaiser anheim- Hieraufam 17. Juni 1417 entschied die Neichsversammlnng: daßder Erzbiscbof uud die Stadt Köln sämmtliche Festungs-werke zn Riel, Denz nnd Wessiingen, Adolf aber dieManern und Wälle von Mülheim nnd Monheün ohneZeitverlust abbrechen, der Erde gleich machen nnd niemalswieder errichten solle. Also entschied er zum Vortheileseiner Bürger von Köln, die anch unter dein KaiserlichenKommissar Georg von Zettlitz die Zerstörung hochfrcndigübernahmen und auf eigne Kosten in fröhlichem Feftzngeunter lautem Spiel ausführten. Zur Befestigung desallseitigen Friedens erhielt Adolfs Bruder, der Bischof