Dritten Theils Eilffteö Buch.
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XXH.
Von den Weidm-Bäumm und Aspen.
O ein Holtz bekannt / so ist es wohl die Wei-den/weil /a fast kein einiger Mensch / wenig-sten in Teutschland/der nur was von Bäu-men gesehen/seyn wird / so nicht dergleichen kennensolte. Weil aber doch eines und das andere verbor-gen seyn mag / sonderlich die Vielheit und Unter-schied derer Namen/ so unter dem Wort Weiden ste-hen/ psrkxempie, die
Band- ?
Bruch- lGelbe- jKrebs- IMüthen- > Weide.
Saal- jSand- iSatz-und IZähe- 1
So wollen wir nur mit wenigen berichten / was jederdieser Zpccieruw Eigenschafft seye.
Dienen demnach die Band-Weiden zum einbin-den/ Zäunen/ GeHagen / Geländern/ Spalieren/zu bulggcrj5(Spazier-Gangcn) und andern Lust-Hausern." Ihr Wachsthum bestehet nicht so gut inabgeschnittenen und eingesteckten Zweigen / sondernwann junger Aus-Flug mit sammt derWurtzel aus-gehoben / und an bequemer Oerter cranspianriretwird. Die Zeit zum setzen kan erwehlet werden imFrühling/da sie dann allemal ein paar Schritte von-einander stehen sollen / damit sie desto bessere Weit-schafft / sich auszubreiten / finden mögen / und daß siedesto besser und starcker treiben / können sie nur in er-sten zwey Jahren beyde FriMinge nacheinander/ imzunehmenden Mond glatt bey der Erden abgeschnit-ten werden / wie sonsten die Weiden gestümmelt undbeschnitten werden soll / braucht keines Unterrichts/weil es alle Bauren wissen/und damit umgehen kön-nen. ^ ^
Die Bruch-Weide treibet am allerersten ihreBlatter mit einem solchen Überfluß vom Safft/daßdas Holtz nicht capsble ist / denselben zu behalten/sondern lasst ihnen hauffig ohne gemachte Riße mitdenen Blattern ausschiessen. Es macht aber dieseMastigkeit/daß gedachtes Holtz wenig dauert / son-derngleich brüchig wird.
Gelbe-Weide / kommen in vielen Stücken / mitdenen Band - Weiden überein / nur daß jene einePommerantzen - gelbe Schelffen bringet; Ausser die-sen dienet sie gleichfalls zum binden / Zäunen / Geha-gen / :c. so gar / daß sie sich wie ein Strick winden undbinden lasset.
Krebs-oder Müthen-Weiden können ebenfallsvor eine stehen / indem sie einerley Wachsthum undVerrichtung haben. Wann sie erwachsen / so brauchtman sie statt derer Zaun-Pfahle / weil sie denen Ei-chenen nichts nachgeben/ sonderlich in der Dauerhaff-igkeit.
Saal-Weiden / haben ein gantz graulichtes Holtzund rauhe Blatter / treiben nicht sehr hoch / sondernbleiben gemeiniglich im Busch; Und kan man diesesGebüsch nicht besser nutzen / als wann man solches de-nen Büttnern/Körb-oder Sieb-machern verkauffer/weil eö nicht lange dauret.
Sand-Weiden halten sich gemeiniglich an denenFlüssen / Weyhern (Teichen) und andern sumpffig,ten Orten am besten/absonderlich / weil siestarckeWurtzel schlagen. Man braucht sie zu Reißen/Verzäunung und andern mehr. Sie führen eingrößres Blat / dann die andern Weiden / und ist dasHoltz innwendig gelblicht.
Satz-Weiden sind die jenigen Laaß Reißer / wel-che von denen Ständen im zunehmenden Monde desFrüh-Jahrs gehauen und eingesetzet werden. Wann!die Satz - Weiden gleich / nachdem sie abgehauen/eingesetzer werden / so bekommen und treiben sie nichtso wohl / als wann sie vierzehen Tage oder drey Wo-chen aufgerichtet in einen Bindet gebunden im Was-ser gestanden. Im Einsetzen kan man.ihnen allezeiteinen feinen breiten Feld - Stein unterlegen / undund dann die Weiden darauf setzen / dann weil die-ser Stein immer schwitzet und kühl dabey ist / so gibtes denen Weiden gute Krafft. Es ist auch zu ob ie»v>ren/daß diese Weiden nicht müssen zu lang seyn/sonsten können sie nicht wohl bekleiden / sonderlich se-tze man sie im sandigen Boden anderthalb / imfeuchten aber eine Elen tieff ein / und beHaue sie dasdritte Jahr nach dem Einsetzen / so wachsen solche de-sto gerader und schöner.
Von der Zähen-Weide ist über obige Band-undGelbe-Weide nichts zu bemercken / weil sie eben dieEigenschassten als jene Hat. Ausser daß diese eineröchlichre Schelffen zeiget / und das Laub viel spaterals die andern treibet.
Das Aspen-Holtz ist zu gebrauchen/so wohl zuGeschirren als Back-Trögen / Muldern und andernSachen / als auch zum bauen und brennen / es blei-bet die Aspe an denen wenigsten Orthen lange ge-sund/und zwar gehet dieselbe an im Kern / woselbstsie durch einen in sich selbst gezeugten Wurm angefres-sen/Hernachmals schwartz in demselben/und endlichmollmicht wird. Sie ist in dem Wetter von gar kei-ner Daurhafftigkeir / massen dieselbe/wann ein Astabgehauen / gleich in demselben Flecke moderich wird/welches Hernachmals der Specht/der ohne dem ger-ne in derselben wohnet / ausholert/ und seine Jungedarinnen ausbringet. Sein Süamen bestehet inlangen rauhen Katzgen / wie ein Finger lang / welchergleich im Mertz eilig heraus schießet/und so bald ervon der Sonnen abgedorret / von einander stäubetund zerfället. Es führet auch dieses Holtz einen Sandbe» sich / welcher aus der Erden durch den Safft indemselben mit in die Höhe läufst/ und einwachset/welches die Mulder n-Hauer an ihren hierzu bes on-
(Ss)z ^ ders^