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3. Th. (1715) Deme zum Beschluß, Ein bewährtes, meistens aus eigener Erfahrenheit, und unterschiedlich-practicirten Manuscriptis, wohleingericht- sehr nutzliches Koch-Buch beygefüget ist In welchem, gantz besondere zu diesem Zweck, sehr curiose Materien, deren man sich, mit grossem Nutzen, und seiner Vergnügung bedienen kan, enthalten ...
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320
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Des Adelichen Land-und Feld-Lebenö.

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rer. Die dritte Art sind die bekandren grauen/undier zu Lande horstende Rayger / welche auf hohenBäumen/mehrentheils an sumpffichten und morasti-gen / unweit von Seen und Flüssen gelegenen Oer-! tern zu horsten pfiegen/-sie bringen mehrenrheils dreyJunge aus» Ihre Nahrung ist Fisch-Werck/ demsie sehr schadhafft sind.

Der Rohrdommel ist ein Vogel/so an Grösse undGestalt dem Fisch-Weyher sehr gleich/ gar fahl/ har ei-- nen etwas dicken/runden Schnabel fast so groß als einRayger. Wann er gehet/ so hebet er immer den Kopfaufund nieder. Wann er den Schnabel in das Was-ser stecket/ so gibt er einen dunckeln Laut von sich/ alswann einer einen Schlag auf einer grossen Trummeloder Paucken schlüge/daß man es über eine halbe MeilWegs hören kan/sonderlich des Nachts/wann es stillist. Hat spitzige gelbe Klauen/ welche theils Persoh-nen in Gold fassen lassen/ und die Zahne damit streichen/in Meynung/daß die Weh-Tagen der Zahne darvonvergehen sollen. Von Couleur ist er gelb/ und mitbraunen Federn vermenget/auf dem Kopfhat er einebraune Blatte/ und blaue Füsse/ wie die Rayher haben.Wenn er brutet/so hat er meist4. welche er dann m»taller Sorgfalt aufziehet/ deren Nahrung alsbaldenkleine Fischgen oder Wasser-Gewürm ist. Er bleibetnicht immer an einem Orte/ sondern so bald die Sümpf-st und Weiher zugefrohren/begeben sie sich fort/kom-men aber bey Aufdauung derselben gleich wieder.Wann dieserVogel flieget/so druckt er den Hals zusam-men / und des Nachts schiäfft er mit aufgerecktemSchnabel (welchen er in gerader Linie über sich zumHimmel richtet) unverändert fort. Letztens so ist auchzu mercken/ daß dieserVogel sehr falsch und grimmig/sonderlich wann er nicht gleich todt / sondern Weyd-Wund geschossen wird / so begegnet er dem Wend-Mann mit springen und Beissen sehr gefahrlich/ wo-' fern er nicht alsbald mit ihm das Ende machet.

Der Trappe ist gleich dem Auer Hahn/und unterdas hohe Wlldpret zu rechnen.

E6 nehret sich derselbe Sommers zeit und zwar

ehe die Körner werden/ mit grünen Saamen/ Hernach-mahls geniesset er nichts als Körner / Winters-Zeitaber hat er wieder die Korn und Rübe-Saat/sonder-lich ist dieses zu mercken/daß ein Trappe, wenn er Ler-chen oder andere kleine Vögel/ auch Hüner/ Entenund Wachtel-Brüchen gewahr wird/ diese Jungen/wenn sie erstlich auekommen sind / gantz verschlucket/und zu schänden machet.

Das Pfaltzen der Trappen geschiehet in derFasten-Zeit/und hat derselbe nicht ein Hun/sondern unterschied-liche/ gleich den Auer-Hahn/ er breitet sich bey Pfaltzenmit seinen Federn und Schwanen/ gleich einen slecu-rifchen-Hahn/ doch ist von ihme kein Laut/ wie beymAuer-Hahn zu vernehmen. Sonsten find es um dieseZeit/ auf seines Gleichen boßhaffteVögel/indemedie-ielben sich össters/ sehr tretten/ und schlagen.

Es leget der Trappe seine Brüt oder Eyer MMniglich in das im Frühe-Jahre bestellte Hasser--Feld/und zwar suchet er gerne solche Hange/ welche denenpsllsAen und Wegen entfernet sind / badelt mir eineunvermerckte Grube in die Erde/ und leget folck« seineEyer auf den blossen Erd-Boden/hat memahli; mehrals zwey Eyer/ welche weiß-gelbe und der Gröl se zwi-schen Welschen Hun und Gänse Ey sind. Und ,st die-ses von ihme sonderlich zu mercken/ daß er/ohneuachteter sonst eine ungemein scheuer Vogel ist/ dennoch aufseiner Brüt sehr feste sitzet/wann er aber darvon aufzustehen korciret wird/so lasset er seine Brüt nicht mehran diesem Orte/ sondern traget selbige (vermuthlich un-ter denen Flügeln oder mit dem krummen Halse hundert/auch weniger/oder mehr Schritte fort/und brü-tet alsdann dieselbige/wann er nicht weiter geschrccketwird/nach vier-wöchentlicher Zeil aus/führet darnachdie Jungen/ so bald sie fortkommen können/ins Getrmde inSicherheit. Sonsten ists ein Vogel/der HerbstZeit/ wie anderes wildes Gevögel wegziehet/ und imFrühe-Jahre wieder kommet/ doch bleiben derselbenunterschiedliche in denen warmen Feldern/ und erhaltensich Winters Zeit mic obgemeldtem Grase.

L^l>. XVIIl.

Von der wilden Ganß/ und wilden Endten.

Jese kommt der zahmen Art an G-stalt aller,dinßs gleich / ausser daß sie schmachtiger / vonscharpffern Schnabel und gantz genau ist/ sie! leget 9. und ro. Eyer/und bringet nach 4.Wöchent! licher Brüt - Zeit/ ihre Jungen in morastigen Orten' aus. Es ziehet dieser Vogel vermuthlich nicht ausdemLuropsischenWelt-Theile/wie andere Arten Vögel thun/sonde:n zmHerbst-Zeit nur nach denenFeldern/woselbst er sich n>cht weit von Seen oder Teichen gerneaufhält und nähret. Er ist einer von denen scheue-sien und wildesten Vögeln/welcher mit schiessen nichtleicht an sich kommen last.

Einige sagen/ wann man wegen grosser Teiche Ge-legenheit hat / und man wilde junge Ganß erziehet/indie Ställe mit andern Ganßen zu gehen gewöhnet/ underst nach Martini/ihnen die vorher zum öffrern abge-schnittene Federn/ damit sie fliegen lernen/ wieder

wachsen last/ selbige die angewende Mühe/mit Nutzenund Lust belohnen. Massen eme solche abgerichteGanß/osst einen gantzen Sommer/da sie vermuthlich/auf viel Meil-Weegs in die grosse Sümpsse und Seenzum brüten sich begeben/ nicht gesehen wird/ in dem spa-ten Herbst aber/ beqleitet mit vielen andern / die manschiessen kan/wiederkommt/und nicht das geringste sichwilder erzeiget/ als sie vor gewesen / sondern sich mitHänden fangen last/ da sie hingegen aufdemFeld/ einenJäger so ungern last zum Schuß kommen / als einegantz wilde.

Die wilden Enten find hitziger und feuchter Na-tur/ im ersten Grad/ die so jung und frisch/ seynd die be-sten.

Pie sind in der Wärme allen andern zahmen Vö-geln überlegen/daran sonderlichen die Flügel und Lebersehr hoch berühm t / weilen dieselbe eine gute und ge-

schwin-