Dritten Theils Eilfftcs Buch.
ter den» Rütteln auch so locker würde / daß er nichtmehr in dem Erd - Boden hafftere/ so kan man sol-chen nm mit einer Hefftigkeit wieder hinein stossen.
Durch diese unermüdete Beweg-und Rüttlung/werden sich fast alle Regen-Würmer be» einer Ru-then weit im Umkreiß/heraus begeben/und sich fin-den lassen.
2. Man kan auch dieses Gewürms habhafft wer-den/ wann man aus einer Wiesen oder grasichtenOrthe / wo man mutbmasset / daß es alldorten Re-gen Türmer gebe/ sich bey einer Viertel-Stund/ohne Aufboren mit denen Füssen starck beweget / undgleichsam bemühet / die Erde vest und einzutreten/durch solches herum Trampeln / werden die Wür-mer rings herum heraus kriechen/und mit guter Be-quemlichkeit zu fangen seyn.
Doch ist hierbey zu mercken / daß man mit demherum Trampeln nicht eher nachlassen darss/ biß sievöllig hervor gekrochen / weil sie sich sonsten gar baldwieder zurück ziehen.
?. Ist auch dieses eine artige lovencwr, > Regen-Würmer zu bekommen/ wann man nemlich imSommer/da die grünen Nüsse noch ausdenen Bäu-men/ von selbigen uvey Vierlinq/ einen Backstein/und eine Schaff(Wanne) mit Wasser nimmt / dannmit dc m Stein die Nüß im Wasser immer schrabet
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oder raspelt/ biß die grüne Schelsse herab Md zer-fallet ; Hierdurch bekommet das Wasser einen gantzbittern Geschmack/ welchen aber die Regen-ÄZür-mer ungemein gerne leiden mögen. Dieses Wassernun/ wann es auf den jenigen Orth/ wo sich dieWurmer aufhalten/gegossen wird / machet durchdie Eintrucknung / daß dieselben bey Empfindung desWassers sich hervor begeben/und demselben biß aufden Erd-Boden heraus entgegen kriechen.
4. Da man des Nachts mir einer hell-scheinendenLatern oder Fackel in einen Garten oder auf eineWiesen / wo das Gras abgemähet worden / gehet/allda etliche nM auf - und ab springet / worauf sichdann dieses Gewürm/ durch diese leichte Erschütte-rung alsbalden hervor begiebet / und weil es ohnedemnach dem Tbau und zu ihrer Begattung sich sehnet/ohne grosse Erwarttung derselben in kurtzer Zeit eineziemliche Menge zu bekommen seyn. Sie Stundedes Nachts kan nach Belieben erwehlet werden/weil sie biß cm den frühen Morgen sich oberhalb desErd - Bodens aufhalten / zumahl wann es in derNacht kühl / Regen-Wetter oder Neblicht ist / oderim Winter / wann es leinet oder thauet. In dür-ren und trockenen Zeiten kommen sie nicht hervor /und muß man also die vorigen invenriorus» anwen-den.
xvii.
B on denen zahmen und wilden SZwauen / StorZ / AfZ--
Rayger/ Rohrdommel und Trappen.
S ist der Schwan wohl der schönste Vogel mit' unter allen / nicht allein wegen seiner schönenschneeweißen Farbe/sondern auch wegen sei-ner Grösse und Gestalt/ es hat derselbe einen ro-then/ im ersten Jahr aber / gelblichtem Schnabel/und oben auf demselben / unter denen Augen einenschwartzen Hügel oder Knoten/ als eine welsche Nuß/weiches ihm sonderlich zieret / und die Füsse sind ihmgantz schwartz / sonsten aber nebst dem Schnabel / wieeine Ganß tormiret. Er leget meist sünff biß sechsweiss: Eyer zu seiner Bruth/ und macht dieselbe ger-ne cm dem Rand / nahe an dem Wasser / welche erauszu bruthen vier Wochen zu bringet. So ist auchvon dieser Beschaffenheit der Wilde / ausser das der-selbe mercklich kleiner als jener ist/ und einen beständi-gen schwachen Schnabel hat. Auch ist zu mercken/daß >)ie Jungen nicht gleich von Anfang weiß sind/sondern sie haben graue wollichte Federlein / als diejungen Gänse/ wann sie aber verkiehlen/ so werdensie braun von Federn / biß sie nach und nachsich vermausen / alsdann bekommen sie gantz Weis-st. Die Wilden werden hiesiger Landen nicht vielgeseben.
Störche sind zweyerley Arten/ nemlich der bekand-ten/ bunten/Md Hernachmals der schwartzen/welcheihre Horste nickt so gerne an oder auf Hauser/ nahean die Dörffer/ zu machen sich getrauen/ sondern sindlieber in Wäldern. Sie sind gantz schwartz/ haben
^ einen rbthlichten Schnabel/ und dergleichen Füsse/
die andern aber sind weiß/und haben schwache Fit-tige/ welche/ weiln sie vielfaltig Sommers - Zeit hierzu Lande in Dörffern und Städten horsten / genug-sam bekandt sind; Ihre Nahrung ist allerhand Un-geziefer/ sowol verglffres als unvergifftes/in Morä-sten und Sümpffen befindlich/ auch fressen sie/ wannsie Lerchen/Hüner/Wachteln/oder andere Brütenfinden/ solche gerne hinweg. Sie ziehen/ beyde Ar-ten/ im Herbst zeitlich hinweg/und kommen imFrüh-Iahr/ sobalden sie warmes Wetter/ und vor demFrost frey zu seyn mercken/ wiederum zurück / ihreHorste oder Brüt währet drey Wochen/und brin-gen meist drey bis vier Aunge aus.
Die Fisch -Raiger sind gar unterschiedlich / undwird man dieselben am meinsten und ersten gewahr/wann sie zu Herbst-und Frühlings-Zeit ihren Zugthun/ und sind erstlich die grossen/ welche Liecht - grau/auf dem Rücken/am Leibe aber weiß sind/mir schwar-tzen Flinckerlein eingesprenget/sie haben einen unge-meinen/ grossen/langen/ geschärfften/ rothen Schna-bel/und gelbe Füsse. Auch einen ungemeinen weitenKropff/ in welchem man eine gute Maas füllen kan.Weiter findet man kleinere / welche gantz dunckel-grau auf dem Rücken/am Kovff aber schwartz sind/auch einen schwartzen Schnabel / und blaue kurtzsFusse haben. Diese beyde Arten haben auf denenKöpffen ihre schöne Federn / gemeiniglich zwey oderdrey / welche ihnen / zumal im Fliegen / hinterwärtsauf dem Kopff aufliegen/sie horsten aber beyde nicht
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