ZOO
DesAdelichen-Land und Feld-LebenS
eschlagen / und wann sie gleich weiß sind / so werdenl'e doch roth.
So man im Sommer / den Laich der Fische / ineine Schüssel thut / giest Wasser daran / und setzts andie Sonnen / so werden viel kleine Fiscblein daraus.
Wo rechte Fischereyen sind/hält man von denTei-chen eigentlich dreyerley Gartungen. Nemlich:
Die erste Gattung der Teiche sind nicht groß / unddarinnen werden die Karpffen zum streichen ausge-setzt/darum sie auch Streich-Teichlein genennet wer-den.
Die von der andern aber / sind um einen gutenTheil grösser/ und darein wird der zwey-jährige Aaa-me gesetzet / darinnen er sich einen Sommer erstreckenthut/ deßwegen sie auch dieErstreck-Teichlein genen-net werden.
Die dritte Gattung der Teiche sind endlich diese/in welche man den drey - jährigen Saamen auf einoder zwey Sommer zum Gewächse aussetzet / dahersie auch die Teiche zum Gewächse genennct werden.
Gleichwie nun aber ietzt-besagcer Massen dreyer-ley Teiche sind/also werdm solche auch auf dreyerleylWeise / nemlich / eine jede Gattung besonders / und'nach ihrer Artbesaamet / und ist bey solcher Besaa-mung einer jedwedern Gattung des Saamöns / soman aussetzen will / wohl in Acbt zu nehmen / damitderselbe zu rechter Zeit/und an seinem gehörigen Ortgebührendes versetzt werde/"auf daß man auch dasjenige Ziel / worauf die 'Aussetzung angesehen / strei-chen möge. Dann so man die Streich-Karpffen ineinen grossen Teich / in welchen man sonst den drey-jahrigen Saamen zum Gewächse zu setzen pßeget/aussetzen wolte/ daß sie darinnen streichen solten/würden die Karpffen in einem so grossen Teiche nurdem Gefräste nachgehen / und gar nicht streichen /sondern feist werden / und in die Grösse wachsen.Oder wann man den jahrigen Saamen wolte zumErstrecken in kleine Streich-Teichlein aussetzen / sowürde derselbe gantz darinnen versetzen/und um derEnge willen / daß er sich nicht ergehen oder Nahrunghaben mag/ nirgend wachsen wollen / sondern aufeinander verbutten / ermagern und umkommen.
Wann man aber in einem Teich / darinnen manzuvor zum Gewächse drey-jahrigen Saamen stehengehabt / zwey-jahrigen Saamen zum Erstrecken setzenwill / soll man nach der Zahl der Besaamung / gegenein Schock des vorher gebrauchten drey - jährigenSaamens der Karpffen / sechs Schock zwey-jährigen
Saamen aussetzen. Hinwiederum / wann man dieErstreck - Teichlein mir drey-jahrigen Saamen be-setzen will/ so kan man auf sechs Schock zwey-jahrigenallwegeein Schock drey-jahrigen Saamen rechnenund aussetzen.
Wie viel man aber in einem jeden Teich drey-jah-rigen Saamen zum Gewächsche/ oder des dreyjah-rigen zum Erstrecken/auch Karpffen zum Streichenaussetzen soll/ solches giebet mir mehrern die Erfah-rung/und eines jeden Arts Gelegenheit und Augen-schein. Insgemein wollen etliche/daß auf denRaum/welcbersoviel als einMorgen-Feld austragt/man drey Schock drey-jahrigen/ oder achczehenschock zwey - jährigen Saamen / aber an Streich-Karpffen nur / ein halbes Schock aussetzen solle; Je-doch / nachdem der Boden gut oder geringe / mußman die Besaamung auch darnach anstellen; Dannda man offt geringen Boden/so viel als aufgar gu-ten Boden aussetzen wolte/würde es sich nicht reimen.
Wann man dann die Streich-Karpffen setzenwill / so siebet man ein wenig Asche gar klein / undmenget sie unter Saltz/damit reibet man die Karpf-fen an den Bauchen und Nabeln / und drucket ihnensolch Saltz und Asche an die Näbel. Darnach thutman in einem Zuber guten kleinen Schaas-Mist / da-mit das Wasser gar herbe wird. Reibet sie auch mitdem Schaaf-Mist an den Bauchen / alsdann setzetman sie darein/und führet sie hinaus zu den Streich-Teichlein / vornen an den Ufer am Streich-Teichlein/daran meisten Gras ist/ da macht man vier kleineHorten/fein eng zusammen / darein schüttet man dieStreich-Karpffen mit dem Schaaf-Mist und herbenWasser/ lasset sie darinnen stehen/biß sie gar mattwerden. Alsdann nimmet man die Horten weg/und lässt sie in den Teich nach frischen Wasser gehenDa sie aber also matt waren / daß sie nicht wohl fortgchen/und zum frischen Wassern in den Teich kommen können / so nimm ein Bircken - oder ander Reiß/und hilff ihnen damit zu dem frischen Wasser. Daßdie Fisch wohl streichen / so vermische Lohrbeer / Jng-ber und Saltz/ klein wie Mehl gegossen/ bestreichedamit die Fisch / unter den Floß-Federn / um dasLufft-Loch / in das Maul/ und hinter den Ohren oderBacken. Man nimmt auch / Hollunder - Blätterund Schaafs-Lorbeern/ jedes eine Hand-voll / et-was Jnqber / Pfeffer und Saltz^und einen Löffel-voll Honig/machet daraus eine Salbe/und bestrei-chet die Fisch bey den Wind-Löchern damit.
VI.
Was vor eine Natur und EigensHasst die ZisAe an si.Z haben/
und welchen Leuten sie gesund smo.
Je Fische sind einander ungleich / dann einerist immer kalter - und feuchterer Natur dannder ander.
Wann einer ein Blut - Egel von seinen Beinennichr vrinaen kan / so bestreue er sie mit Saltz.
Obwohlen alle Fische kalter und feuchter Naturseyn / ist gleicbwol ein grosser Unterscheid zwischen ih-nen / dann es ist einer gesunder als der andere.
Hechte / Parsche/ Schmerlen und andere harteFische / mag ein jeder wohl essen/ wann er gleich kranckist / dann es sind harte Fische.
Einer/ so mit dem Fieber behafftet/ soll sich zwaraller Fische enthalten / wann er sich aber gleichwolhart darnach sehnete/so möchte er Fohren/Schmer-lein/ Parscbe und Hechte/ wol essm.
Darnach sind auch gebratene Fische allzeit gesun -
der