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3. Th. (1715) Deme zum Beschluß, Ein bewährtes, meistens aus eigener Erfahrenheit, und unterschiedlich-practicirten Manuscriptis, wohleingericht- sehr nutzliches Koch-Buch beygefüget ist In welchem, gantz besondere zu diesem Zweck, sehr curiose Materien, deren man sich, mit grossem Nutzen, und seiner Vergnügung bedienen kan, enthalten ...
Entstehung
Seite
78
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Des Adelichen Lar

anders mehr/ welches von vielen Menschen nicht leicht, zu erhalten ist.

Die gute Gedächrnuß wird an vielen Menschensehr gelobet / ob sie gleich bey weiten so gut nicht ist/als sie an vielen Pferden gespükret wird. Dann diePferde haben nicht allein die gemeine Gedachtnuß/so auch andere Thier mir ihnen gemein haben/ son-dern auch die absonderlich und subtile / welche mankeminilcenrism nennet/ dadurch sie verstehen / wasman mit ihnen redet. Dann ausser dem wurde einPferd nichts von dem wissen / was es in der vorigenZeit gelernet / und würde nicht allein ein Reuter / son-dern auch ein Fuhrmann sein Pferd alle Tag vonneuem unterweisen müssen / was recht oder linck / ge-schwind oder langsam wäre.

Weil aber (wie von jedem abgerichten Pferdauch erfordert wird/) sich die Pferde erinnern undwissen / was voilHnen vor diesen erfordert worden/und gegenwärtig wieder erfordert wird; Dasselbeauch nicht alleine ^chul-Pferde/ sondern so gar diegemeine Fuhr-Roß von sich selber anfangen und fort-setzen / was sie zuvor gewohnet waren / wann sie nachihrer Ermahnung ohne sonderliche Mühe gleich/ auchwohl ungeheißen fortgehen / stillstehen / lausten undwenden / dabey sie jederzeit beständig verharren/alsdie ihr Hand-Werck völlig ausgelernet haben / so kanman dem Pferd billich eine l<eminitcen? zueignen.

Aufmercken/ ist an den willigen Pferden einevortreffliche Eigenschafft / welche aus der guten Ge-dächtnusse entstehet / so in der Abrichtung grossenNutzen schasset / dann ein aufmerksames Roß war-tet mit grosser Sorgfaltigkeir aufdes ReutersBezeu-gungen / und halt oder machet sich jederzeit bereit/das jenige schleunig zu verrichten / was ihm durch desReuters Stimme / Hand / Schenckel oder Gesicht /und Verwendung zu Roß und Fuß abgefordert wer-den mag. Zum Exempel / es will einer sein Pferd le-dig um sich herlauffen / oder tummeln lassen / so giebetdas Pferd auf seinen Umerweiser und dessen Verhal-ten / so fieissig Achtung / daß es sich eben so bald zu derWendung gefast machet / und darein begiebet / alssich der Reuter kaum mit seinem Leibe zu solchen Vor-haben geschicket hat / welches also in allen übrigenBezeigungen gleichen Nutzen schasset.

DieGelehrnigkeit ist der beste Beschluß/und dieFrucht aus den innerlichen / guten und nöthigen Ei-genschassren des Gemüths und ginnen / ivelches beyeinem Pferde geschwinder und leichter / bey einem an-'dern aberschwehrer/ wiewol beständiger anzutreffen/wodurch des Reuters Wissenschafft und Gedult mehrÜbung hat. Nicht weniger ist der Gehorsam desPferdes rühmlich / so insonderheit aus der Liebe ent-springet / aus welcher auch Vertrauen / Zuversichtund Zuflucht folget / welches die Reuter alles mit demWort VersickcruttF begreiffen wollen. Die Pfer-de haben diese Eigenschafft mit so krafftiger Wür-ckung an sich / als einige Creatur haben kan / undzwar die Zungen gegen die Alten / und dann die Al-ten gegen die Jungen / daß so gar auch die Sturrensebr beflissen und bemühet sind / andern Müttern ihreFüllen abwendig zu niachen/ und an sich zu ziehen/welches sie vielmebr denen von ihnen verlassenen oder

)-und Feld-Lebens

hmrecvttebenen Füllen bezeugen / mit welcher Erzieleung und Versorgung sie so sehr geschäffrig sind / alsob sie ihre Mütter waren / wie vielmehr gegen ihre ei-gene Jungen. Wiederum ein jegliches gegen seinemGeschlecht / dann wie sehr zwey zusammen gewöhntePferde einander lieben / ist aus ihren Bezeigungenabzunehmen / daß sie einander lencken/ oder wol gar/wo sie angebunden seyn / auflösen / jederzeit zu gleichfort-und beysammen bleiben wollen / sich in jedererAbsonder-und Scheidung nach schreyen / Nicht essenwollen; Wann sie wieder zusammen kommen / gleich-sam mit lachender Stimme einander grüssen und sicherfreuen / und dieses so wol zwischen den Hengstenund Wallachen unter sich/ als zwischen dem männli-chen und weiblichen Geschlecht/ so sich absonderlich/wie die Menschen in einander auf das höchste verlie-ben. Nicht geringer ist ihre Liebe gegen dem Men-schen / zu welchem sie jederzeit ein grosses Vertrauenhaben / und von demselben gern versorget werden:Sonderlich aber gegen ihren Herm / und nechst den-selben zu ihren Warrer.

^urd>2nu5 gedencket eines Atheniensischen Jüng-lings/ 8ocl-5, welchen sein Pferd so sehr geliebet/dah es in seinem Abwesen nicht ruhen wollen oderkönnen / weil er aber hierdurch in bösen Verdacht ge-zogen worden/ dessen ersieh durch Verkauffung sol-ches Pferdes befreyen wollen / hat sich das Pferdselbst zu todte gehungert. So gedencket auch Stra-bo/ daß unter des Mördern/ welche 5e-

verus binrichten lassen / einen sein Pferd also gelie-bet/ daß es nicht von ihm gewolt/ ihm mit gsössemGeschrey biß an den Richt-Platz nachgesolget / undals es gesehen/ wie er mit den andern abgethan wer-iden solle / hat es erstlich ihn / darnach sich selbst um-,gebracht. Es lieben aber die Pferde die / so sie wie-!der lieben / wer dieselbe auch seyn mögen/ welches sieaus vieler bey öffentlichen Liebes-Bezeugungen / nichtallein leichtlich abmercken/ sondern auch aus einerin-nerlichen Sympathie noch viel eine subtilere Erkänt-nüß der natürlichen Gegen-Liebe / welche auch denHunden und anderen Thieren mehr angebohren ist/erkennen müssen. Daß auch viele Pferde um derblossen Liebe willen einem ehe Gehorsam leisten/ 'derweder Hülste noch Straffe zu sppi'caen weiß / alseinem andern / so dasselbe auf das beste versieht / undnach rechter Ordnung erfordert / ist gewiß/ und ausder Erfahrung offr prvtmet worden. Und ist das ei-ne sonderliche gure Eigenschafft der Pferde / daß siedie Liebes-Bezeugungen gern annehmen / ja nur son-der Widerwillen leyden ; und sind deren gar weni-ge / so die Liebes - Bezeugungen fliehen / hassen / unddadurch mehr enörnet als versöhnet oder versichertwerden solten: Welche aber solches gern annehmen/und von ihren Henen wieder geliebet werden / könnenhierdurch wol zweyfache Gegen-Liebe bey ihren Pfer-den/ wie eines theils erwecken/ also auch andern theilshinwiederum spühren.

Die Furchr und Kespctt, so die Pferde gegen dieMenschen / sonderlich aber gegen ihre Herren / Vor-steher oder Warter tragen / ist nicht mit geringerVerwunderung zu betrachten/wann sie in einer un-rechten Bezeigung / sonderlich wo m an sie mir an,

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