wann es seinen Cammeraden oder auch seinen be-kannten Warter oder Herm vermercket/ heisser selbi-gen gleichsam durch s«n munters wiehern freudigwillkommen / und gibr also auch offtermahl Gelegen-heit / daß man es/ wann es von ohngefahr verloh-nen/wieder finden /und so gar bey finsterer Nacht anseiner Stimme erkennen kan / anderer dergleichenDinge vor jetzo beliebter Kürtze halber zu geschweigen.Wie aber durch diese Stimme des Pferdes gesunderWohlstand und friscker Muth / nebst dessen Verlan-gen abzunehmen/ so ist es dem menschlichen Gehör /sonderlich der Liebhaber Ohren/ eine angenehme klu>Lc offtermalen zu hören / wie die Pferde gleichsam fra-gen / grüssen und antworten.
Es fmreibet über das der Allmachtige GOtt sel-ber den Pferden eine eigene Sprache zu / und zwardem rechten Gebrauch nach/auf zweyerley Weise:Dann i. sogt GOTT: Kanst du dem Roß seinenHalß zieren mit seinem Geschrey ? Womit GOtt dieLieblichkeit seiner Stimm oder Sprach beschreibenwill/ welche abermal eine doppelte herrliche Eigen-schafft ist : Einmal / daß dadurch des Pferdes guteGestalt und Ansehen verbessert wird / worinnen essich wie ein lachender frölicher Mensch bezeiget; Wienun das Lachen den Menschen (wann es nicht unmas-sig) ungleich besser anstehet / als sauer sehen oder wei-nen / so zieret auch das Pferd die Bewegung des Hal-ses/ und dessen gute Gestalt so viel/ als die schöneHaut / so über denselben gezogen ist. Dann es er-freue^ sich nicht allein andere Pferde / sondern auchdie Menschen über der Lieblichkeit solcher hell-klingen-den und weit-erschallenden Stimme / auf allerleyWeise / wann sie sich dadurch entdecken / wo sie zu fin-den / welchen man auch in der Finster/nach weit abge-legenen Ölten / und auf Irrwegen sicherlich nach-folgen / und also auf allerley Weise sich derselben sehrnützlich zu gebrauchen hat. Wie hoch diese Pferd-Sprache vor Alters bey vielerley Völckern geachtetworden / ist nicht ohne Verwunderung zu gedencken/indem sie denselben die Erwehlung und ?ub >icsrionihrer Monarchen und Könige vertrauet» Dannda die Monarchie von den Medern auf die Persia-ner gekommen / und durch die wieder auf dieMeder gebracht worden / haben die sieben grosseHerzen / den zum Könige zu machen / beschlossen / des-sen Pferd zum ersten schreyen würde / welches dannArbastus / des Darii Stall - Meister / durch einekünstliche List (aus der Natur und Erfahrung abge-nommen) zu seines Herm Vortheil angewendet:l Daß also der grosse kelpeK dieser trefflichen Leute inacht zu nehmen/ so sie'aufdie Pferde und deren Stim-me geworssen.
Eben auf solche Weise ist?rimislsus zu der CronBöhmen / durch eines Pferdes Stimm oder Spracherwählet worden / ob er gleich nur ein Bauer ge-wesen.
2. Redet GOtt noch nachdrücklicher von solcherPferde-Sprach / indem er bezeuget/ das Pferd spre-che Hui! das ist / fort / :c. Worinnen GOtt dasPferd dem Menschlichen Verstand am allernechstensetzet/ indem es seinem Reuter seinen Willen münd-lich zu erkennen giebet/daß es bereit und ihm Zeit zu
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seyn bedüncke / sich nicht weiter still oder inn zu hal-ten/sondern nachdem es aus der Trometen - Klangverstanden / daß solches allgemeine Feld - Geschrey(als ein Kennzeichen und allgemeine Ordere zumz vanciren oder Aufbrüch) des Feld-Herm willen of-fenbahret / begehre es an,hm nichts zu ermangeln zulassen / noch die incenrion oder zu bindern/derowegen es so gar ftinen Reuter und andere Pfer-de aufmuntert / zum fortgehen erinnert und ermah-net / wie^folches von allen Untergebenen erfordertwird. Solche Begierden / l)ilpoiiuon und Eigen-schaffr der Pferde zu dem Krieg / haben auch die Hey-den zeitlich wahrgenommen / und sehr viel Ominaaus der Pferde Schreyen / wie auch anderer Bezeu-gungen/ abgenommen / wiewol sie m diesem Fall sowol als in andern allzu abergläubisch waren/und ih-nen die Einrreffung solcher Zeichen zum grösten Theilzu desselben Straffe gerathen.
Als Carthago anfangs erbauet werden solte/undder erste Grund-Srein darzu geleget wurde/ harman in dem aller-untersten Grund in der ersten Er- !öffnung einen Roß - Kopff gefunden / »voraus dieWeisen alsobald geurtheiler / daß diese Stadt imKriegen grossen Ruhm erlangen würde / wie danndieselbe von Anfang biß zum Ende ein rechter Schau-Platz und Schul des Krieges worden und gewesen/weilen des Pferdes Kopff mehr als ein anders Gliedanzeigen können / welchem die Sprach zustebet/ obsolches gleich von einem stummen Maul geschehen.Hieher gehöret / was !^icrcliu8 in seiner Pommeri-schen Lkronic von allen abergläubischen Handlun-gen setzet / so in selbigen Landen vor der Zeit mit denPferden geschehen/welches um der Kürtze willen hiernicht zu wiederholen ist. Daß die Pferde ihrer Ks-rwn Sprach verstehen/ auch (wo sie aus einem ReichoderLand in ein ander gebracht werden/) wohl mehrals ein Sprach verstehen lernen/können und müssen/siebet man taglich an den vortrefflichen Schul,Pferden / welche in Hispanien/ Italien/ Franckreich/Engeland auf ihre Sprache unterwiesen / in Teutsch-land und anderen Reichen oder Landern aber/ aufandere Sprachen hergenommen und geübet werden /welcher vortrefflichen Eigenjchafft so gar die allerge-meinste Fuhr-Pferde nicht gantzlich ermangeln / son-dern gutes Theils theilhaffrig seynd / und würcklichgebrauchen/ indem sie ihrer Warter und Leiter blos-sem Wort / in demselben Augen-Blick folgen / alssie daHlbe vernehmen: Dann sie bezeugen in allenihren Verrichtungen/ wie sie so gut/ ja wohl offt-mals besser als die Menschen w-In/ was recht oderlinck seye / welches mancher Soldat in der Tritt-Kunst lange Zeit so gut nicht fassen / verstehen undbehalten kan / und wie diese auch eigentlich wissen/was still - stehen / oder fort-gehen Heisse und bedeute/weil sie demselben auf der Stell nachkommen. Soist noch mit grösserer Verwunderung anzusehen/was die Gauckler mit ihren unansehnlichen gemei-nen Pferden / mit blossem Zeigen / und fast unmerck-lichen Wincken ausrichten können / daß sie einenMenschen hervor suchen / der ihnen genennet wird/daß sie in eines Nahmen dieses thun / und in des an-dern verweigern/daß^sieaus die Zahl mercken/ und
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