Dritten Theils Siebendes Buch.
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-r/ als wann sie gar zu harr worden. Demnachda» Winte. Gctraide eingebracht/ und das Geströb-de an der Gersten sehr weiß ist / muß man dieselbe nochzu rechter Zeit / und ehe sie überstandig wird/oder imHalmen beginnet einzubrechen / abhauen lassen. DasAufsammle« und Aufbinden nimmt man auch nützlichso bald zu Hand als möglich / wann nemlich das dar-unter vorhandene Gras nur ein wenig ab^ewelcket;dann sonsten / und so man sie lange liegen lasser / wer-den nicht allein die Korner schwartz / sondern es zieherauch durch öfftereBenassung und wiederAbtrocknungeinige Krasir aus/und kan leichtgeschehen / daß auchein anbaltend Regen-Wetter emfallr/wovon die Ger-ste auswachset und verderben muß. Daß aber etlichein den Gedancken stehen/ die geschnittene oder gehaue-ne Gerste müsse in den Schwaden also etliche Tage lie-gen / und zuvor von einem Regen rösten / und gebealsdann mehr in den Scheffel / trifft nicht zu; gleichdann auch die Gerste an sich selbst Nicht wie der Wai-tzen oder Haber fest im Stroh hanget / sondern am
leichtesten auszudrefchen ist / und also auch um desWillen gar nicht des Röjiens vonnöthen har; dochdieses ist sclM-bey allen Früchten/ und also sonderlich
auch beym Getraide gewiß und unbetruglich / daß/wann in der Reiffungs-Zeir ein massig feuchtes Wet-ter einfallet / die Körner auf denen Halmen noch wolzunehmen/ und offt gar mercklich sich bessern.
Im übrigen wird es mit den anderen Erndte-Ar-beiren und dem Dreschen wie gebräuchlich gehalten;Die gar geringe / ausgedroschene Gerste / die Uber-kehr wird zusammen gehalten und den Wagen-Ros-sen gegeben. Die Gersten-Spreu werden ausgesiebt/und das ausgesiebte allwege ein Scheffel davon untereinen Scheffel Gersten gethan/ und daraus Ohs oderSchrot gemacht / davon menget man denen Stuten/wann sie aufden Frühling zur Acker-Arbeit gebrauchtwerden. Das Gersten-Stroh wird den Stuten undGelren-Vieh nach dem Futter/ an start des Heues ein-geleget. Und endlich müssen die Körner auf trockenemBoden aufgeschüttet / und zur Winter-und Som-mers-Zeit mir stetem Umwenden wohl in Acht genom-men werden. Den Nutz und Verbrauch der Som-mer-Gerste betreffend/so dienet sie vornehmlich: (i.)Zum brauen / davon sich dann diejenigen / welcheBrau-Gerechtigkeit haben / offt viel Nutzen schaffen;Wann aber die Gerste zwey oder mehr Jahr alt wor-den/ so wachset sie alsdann nicht mehr überein / des-wegen sie dann nicht wol mehr zuvermaltzen ist. (2.)
In Mangel des Roggens brauchet man auch dieGerste mir zur Brod - Kost ; Wann aber gar keinRoggen-Mehl darunter ist/ Haltsichs nicht wohl zu-sammen/schmecker auch nicht jedem wohl / deswegengut ist / da etwan halb Roggen - Mehl mit untermen,get wird. Sonste:. giebet die Sommer-Gerste we-niger Mehl als die Winter-Gerste/ist auch so schmack-haffr nicht / jedoch wird dergleichen Mehl vors Gesin-de zum Klöß (Knörle) kochen besser gebrauchet/ alsdas rockene/ indem sie viel mürber werden, (z.) Wirdaus den besten Sommer-Gersten-Körnern/auch nochGrauppen und Grütze zu guter Hauß-Speise zu-bereitet / sonderlich an Orten / da das Obst / Kraut /Rüben und ander Gemüß nicht vorhanden oder sonstnicht gerathen ist.
(4.) Die geringe oder auch zu vorgedachtem Nu-tzen gantz veraltete Sommer Gerste verbrauchet manzum Vieh-Futter / als in Mangel des Habers/vordie Pferde; Item / den Schweinen geschroten / auchdem Mast-Rind-Vieh ; Denen Hünern/Gänsen/Tauben und Endren wird dergleichen geringe Ger-sten auch zum Furter gegeben. (5.) Wasnunzubiß-her erwehnten Nothwendigkeiten im Haußhaltennicht selbst gebrauchet / dasselbe kan zu beauemerZeitmit Rath verkauffr werden ; Die Zeit aver / da dieSommer - Gerste insgemein am besten an Mann zubringen / ist ein Wochen oder sechs vor und biß aufOstern; Dann zu solcher Zeit braucher man noch zumbrauen/und ist auch dieSaam-Zeir/ da allemal einoder etliche Groschen mehr als zu anderer Zeir/ da-vor zu haben. Es sind aber nicht nur die Körner ander Sommer > Gerste auf vorher besagte Weise wohl!u nutzen / sondern es lässet sich (6.) auch das Strohbey dem Haußhalten nicht wohl enrrathen; Zumalenman an vielen Orten offt zeitig vom Herbst an/desWinters durch / und weit in den Frühling hinein/statt des Heues die Pferde mit solchem füttern / auchdie Schaafe damit auswintern rhut. Angleichendem Rind - Vieh / sonderlich den Kühen und jungenKalbern/ (dann die Ochsen und ander Gelte - Vich/behelffen sich mir Haber-Stroh/) wird es auch insge-mein gegeben / und offt so rathsam vorgeleget / daß esdavon wenig verbrösen darf. Endlich / die in odernahe an Städten wohnen / lösen aus dergleichenStroh gleichfals offr viel Geld/sonderlich wann esfest gebunden wird/ daß sich ein oder mehr Jahr an ei-nem trockenen Orte zusammen halten kan.
c^k>. xvn.Vom Winter-und Sommer-Wachen.
^As das Erdreich des Winter-Waitzens an-belangt / darinn solcher nützlich zu säen / st>kommt man aller Orten darinnen nicht über-cin/ datm die Meißner und Sachsen / wie auch dieNieder-Sachsen und ein Theil von Thüringen/neh-men darzu den besten Acker. Etliche aber von denen^kuringern gegen die Saale zu / kehrens um / undlaen de n Waitzen aufs geringste / das gemeng-Korn
III. Theil.
aber aufs mittelmäßige/ den Roggen aber aufs besteFeld; Woran sich aber andere nicht zu kehren. Ins-gemein wird darzu ein wohlgedüngter Acker genom-men / und wachset er gerne auf neuem Mist / da derAcker schwartz oder leimigt ist / auch in niedrig-ligen-den Aeckern / daferne sie nur nicht wegen allzu grosserNässe zu viel Säure yaben; Doch dauret der Wai-tzen in nassen Aecker n besser und langer dan n das
"(D) Korn;