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3. Th. (1715) Deme zum Beschluß, Ein bewährtes, meistens aus eigener Erfahrenheit, und unterschiedlich-practicirten Manuscriptis, wohleingericht- sehr nutzliches Koch-Buch beygefüget ist In welchem, gantz besondere zu diesem Zweck, sehr curiose Materien, deren man sich, mit grossem Nutzen, und seiner Vergnügung bedienen kan, enthalten ...
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Dritten Theils Z

i. S6)vck; an Haberz. Theil/ auch ein Schock;an Erbsen i. an Linsen z. und an Dünckel i. Schock.

§. so. Das Weihen -Nocken - Gersten - Haber-Erbsen - Bohnen - Linsen - und Wicken - Dreschen/muß is. oder 16. Maas verdinget / und zugesehenwerden/daß die Drescher nicht zuviel auf einmal anle-gen / sondern das Korn wohl und rein ausklopften /und nichts verparrhircn.

§. si. Was wöchentlich von jeder Frucht gedro-schen wird/muß fleissig aufgezeichnet werden / damitman wissen könne/was das Schock ins Maas ge-be / als nemlich an Weitzen das Schock ein Mal-ter/auch 15.TheilMalrer/ja wol iz.Malter;Ro-cken/ das Schock ix. Malter in 2. Malter; Ger-sten/ 2. biß z. Malrer; Haber / z. in 4. Malter;Erbsen /das Schock 2. Malter; Linsen / i.Malcer;Dünckel/4.5.6.Malter / auch mehr / nach dem ergut ist.

In Sachsen rechnet man insgemein den Weitzendas schock zu^2. biß 2;-. Scheffel/ Dreßdnisch. DenNocken das schock zu z. Scheffel. Gersten / 4.Haber / s. 6. Erbsen /1. Scheffel / Dreßdnerisch.

§. 52. Von dem Rocken-Stroh wird das / waszuschütten dienet / aufgebunden / und theils zu deinDachdecken / Banden oder Seylen / tbeils zuin Hä-ckerling oder Futter verbraucht: das Wick - Strohwird in Bündel gebunden/und entweder zu streuen/oder zur Feuerung angewendet. Was aber Weitz-Gersten-Erbsen-und Haber-Stroh ist/wie auch dieAehren -Gebünde / und grasigr Rocken-Stroh/ wirdmeistentheils zur Fütterung des Viehes aufgehoben.

§. s z. Das ausgedro^chene und wohlgefegte Gut/wird auf Böden / die für dem Regen und Werterwohl venvahret sind / geschaffet / und zum nöthigenBrauch aufbehalten; Als nemlich der Weitzen zuweissen Brod und Gemüß;der Rocken zu gemeinenBrod; die Gersten zum Bier brauen / Mästung/auch wann sie zu Graupen gerummelt wird/ zurSpeiß; der Haber zur Fütterung der Pferde undFeder-Viehes; Erbsen / Linsen zur Speise; Wickenund Bohnen zur Mästung des Viehes. .

§. 54. Der Hirsen wird ausgeklopft/gereiniget/gedörret/in der Mühlen gerummelt oder geschalet/und zur Speissung aufgehoben.

§. ss. Der Flachs / wann er reiff / wird förder-lichst geraufft / geraffelt / ins Wasser zum rösten ge-schafft/nach s. 6. oder 8. Tagen wieder heraus ge-nommen/ getrocknet/ gedörret / gebrechet / ge-schwungen/gehechelt und gesponnen: Das gespon-nene Garn/so benöthiget / zu Zwirn gebraucht/daßmeiste zum Weber gethan / und endlich das darausgemachte Leinwand oder Tuch in die Haußhaltunggewendet; giebt auf i. Acker 1. Schock Busen.

§. 56. Die Knoten aber von dem Flachs werden/so bald es fein Sonnenschein / an die Sonnen / aufTüchern ausgebreitet/gedörret/und was Früh-Leinheraus geblauet; Der spate aber an der Sonnen ge-lassen / biß er allaömachsam selbsten ausspringet / undden Lein auf die Tücher fallen läget/da dann die ledi-gen Knoten abgenommen/ derSaamedurchsSiebgereiniget / in Verwahrung geschafft / und endlich

-lebenden Buchö» ?

theils zum Saamen / theils zu Oel geschlagen / wel-ches dann ferner/ entweder zumLeuchten/ oder zumHÜmis/ Wagenschmier oder anders verbrauchtwird.

§. 57. Der Hanff / wann er zeitig / wird geraufft/in der Luftr gedörrt/ ausgeklopfft / geblauet / gebrecht/gehechelr und zu Drachen gesponnen / doch meisten-theils zu Stricken angewender: Der ^aamcn aber/rheils zur Saat / theils zu Oel geschlagen / und tbeilszum Vogel-Futter/ auch Lontect vor dieLege-Hünerverbrauchet.

§. s8. Der Rübe-Saamen wird geschnitten / sobald ungebunden eingeführet / und über Haus-sen in die Scheuer-Tenne geleget / daß er in einan-der entbrenne / so dann ausgedroschen / auf einen gu-ten Boden dünne aufgeschüttet / und biß er etwas er-trockner / wohl umgewender/damit er nicht anlauffeund verstocke. .

L. 59. Was von Saflor reiff ist/wird eintzelnge-sammlet / die Blüthe zum färben / und die Körner zurSaat aufbehalten. ^

§. 6c>. Der Wayd wird zu Eingang des Iuniizum erssenmal mit scharen Eisen am ersten Blar beyderWurtzelabgestossen / mit breiten Hand-Körbenauf einen Haussen zusammen getragen / auf Wagenzum Wasser aeführet/gewaschen und auf einen Ras-sen bey die Wayd-Mühlen geschüttet/mit einem Re-chen zwey biß dreymal gewendet / damit das Blatein wenig welck wird / darauf wird das Kraut ge-'mahlen/auf einen Haussen geschlagen und geballet/auf Hürden von Binsen gegen die Sonne geleget /aus den Boden geschüttet / getrocknet / und hernachwiederum den Färber Schockweiß zum Gebrauchüberlassen.

§. 61. Wann er um Margarethen mm andern- lmal erwachsen/ wird er wieder wie vor abgelassen und

zugerichtet.

§.62. Wann er nach s. oder 6. Wochen wiederwachst/wird er zum dritten / ja auch noch in einemwarmen Herbst zum vicrdtenmal abgestossm / und zuNutzen gebracht. ' ' ^

§. 6z. Wann man ihn aber sieben lasset / so trägeter Daa.nen; ingleichen wann die Wurtzel über Win-ter stehen bleibet / mag man ibn um Philippi Aacobinochmals abstossen / wiewol solchen dem vorigen ander Güte nicht / oder doch selten gleich.

§. 64. Was dann endlich den Anis - Bau anbe- ^trifft / so muß erstlich der Acker wol gedünget / undzweymal geahrer oder gegraben werden; darnachwird der'Saame im Frühlings / wann man Zwie-beln/oder gelben Rüben-Saamen zu säen pfleget/,eingestreuet / und pfleget man auf einen Acker unge-fähr 2. Pfund / (wann er nemlich alleine auf denAcker bestellet wird) Saamen zu werffen. Man läs<set den Anis - Saamen zn erst reiff werden / darnach/wann solcher abgenommen / wachsen so dann dieZwiebeln und gelbe Rüben / so allererst auf denHerbst reiff werden; Und träget also einAcker / wanner wohl geräth / z. Malter Anis / solcher aber wirdabgeschnitten / und ausgeklopffet / wie der Rübe-Saamen.