Dritten Theils Sechstes Buch.
sind/ durch die Spalten hinein/ und machen/wannder Saamen keimet/ daß die Wurtzel Grund-lvßwird/die Psiantze umfallet/ und unfehlbar verdirbel.Zuweilen gehet der Saame/ gleich das erste Jahr / alser gesäet worden / auf: Gemeiniglich aber gesuchtsolches zu Ende W Frühlings/ in demfolgendenJah-re; doch hat man auch gesehen/der das andere Jahr
darauf erst aufgegangen ist. Mann die Pfla-heimStande ist/ daß man sie versetzen kan/muß sie an e,n-mkühlmOrth des Gartens/ um zusehen/ob sie gesprengtkommen will/ gesetzet werden / geschicht dieses letztere/so thut man ihr gleich bey der ersten Blühte oderBlume ihr recht/ und versetzet sie ind»e Töpffe.
VonderSarsaparilla und Imarantho oderSammet-Blum.
Je <?arsapar,'ga bestehet aus vielen langenReb-artichtcn Wurtzeln/ welche so dick / wieein Fed'r-Kiel sind / und alle aus einem Kno«den heraus wachsen : Sind auswendig s.mg/ undruntzelicht/ von braun falber Farbe / aber inwendigweis. Sie hat keinen sonderlichen Geschmack oderGerucb/ und wird aus America über Spanien herausgebracht.
Das Kraut dieses Stammens ist eine Art von derstechenden Winde / welches bey den heutigen Krauter-Verständigen Smiisx pciuvi^n» heisset: hatlange/ breite und oben ausgespitzte Blätter / weisetStern-Blümlein und rorhe säuerliche Beerlein/hän-get sich mit seinen Zäserlein an die Baume oder Mau-ren. Sie wächset in West-Jndien / an feuchten Or-then/ und wird auch ebeninäffig in Italien dergleichengefunden/ deren Wurtzel fast eben die Kräfften hat.Man findet aber verschiedene Sorten dieser Wurtzelnbey den-Vtaterialisten/ indem ohne die Spanische aucheine Art ausHolland / in kleinen Schachteln/gebrachtwird/ welche an beyden Enden beschnitten ist/abervon verständigen Materialisten nicht viel geachtetwird.
So bringt man auch eine andere Art aus Franc?,reich/ in langen Kistlein/so auswendig röthlicht ist/welche etwas besser / und der spanischen sehr nahekommet. Es wissen sie auch die vrozuisten / nachdemsie alt sind / zu lortiren/ und in die feine/ mittels / undgemeine zu unterscheiden / darunter immer die feiner«ob sie gleich theurer / einjukauffen/ will man etwas da-mit ausrichten.
Die beste ist die Spanische/welche lange Zasernhat / so auswendig graubraun/ undinnwendig weis/mit zweyen röthlichten Strichen anzusehen/auch leichtzu spaltenist / aber doch nicht stäubet/ wann man siespaltet / waches ein Heichen / daß sie wyrmstichicht ist.Wann diese gesotten wird / so giebt sie dem^Basser emrorhe couioir. Sie muß nicht feucht seyn/ Mittel-'massiger Dicke / wie ein Heder-Kiel/ dann die gar dün-!ne nichts taugen; Viel weniger ist die Sarsaparillazu brauchen/welche einige/ wiewol unrecht / dieMo-scowittische Sarsaparillen nennen / da sie viel mehroon Mangnan ksmmet.
Es ist auch vertraglicher/ daß man diese Wurtzelungebunden kauffe/als in Bündlein/ weil in diesen ge-memiglichviel klein Zeug und Uneinigkeiten eingemi-schet werden/wie in der Materialien-Kammer j>, -s.angemercketwird.
Was die Kräffte dieser Wurtzel anbelanget/ s» istsie durchdringender und subtiler Art/ und kommt de-rowegen I). Simon Pauli nicht ohne Urs.lch ungereimet vor/ daß Hern«ndezdelseiben ein kalre Natur zu-schreibet. Sie treibet Nicht allein den Schweiß / son-dern purgiret auch dakey/welckeS/ausser dem ^»iiopiv.fast bey keinemGcribenten zu lesen/ doch aber auch vonmic in derTkat selbsten vbs-rviret worden;Weswegendann diese Wurtzel ein vortrefflich kemeckum gegendie gar zu feiste Wänste oder cvr^u«entj,mzu halten ist.
Absonderlich aber heylet sie auch alle gefährliche undalte Schäden/ ja den anfangenden und verborgenenKrebs selbsten / und wird deswegen von einigen dieHeilwurtzel genennet. In denen Frantzosen oderVcnercs ist sie vielgewisser/als das Frantzosen»Holtz / welches fsllo^iu, in seinem Buch Kiorl,«,Lsliico ps^. /lz. aufrichtig bekennet/auch einige G-
xempel anführet / daß / da nach gehaltener Holtz-Curnoch einige Geschwär/ Schrunden in Assier/^ chaanvBeulen und dergleichen zurück geblieben / solche durchdiese Wurtzel vertrieben worden.
So kenneich auch einen gewissen undsehr »«suchtenckirurxum » so zugleich bey einem hohen FürstlichenH mß Cammer-Dienerist/ welcher eine gewisse Curdie Frantzosen / welche von andern nicht können ge-zwungen werden / zu heylen hat / die er vor sehr geheimhielte / und vor kein Geld wolte mittheilen. Als ichaber mit ihm eine gewisse Adeliche Persohn in der Curgehabt / hab ich in Acht genommen / daß es die blosseSarsaparilla sey / und bestünde sein Geheimnuß in derCvüivn. welche ihm doch auch abgesehen / auch zumTheil in obangezogenem Ort des kaiivpii/und nochdeutlicher in des I r. clc rsä. Ltun». p-Z. m.
1619. zu finden ist.
Unterdessen ist wol in Acht zu nehmen / daß zu dieserCur immer die beste Sarsaparilla zu nehmen sepe/ son,sten n?an wenig wird ausrichten können.
ämsranlku» Tausendschön/oder Sammet-Blum/genannt/ hat eine Blume / wie ein Feder-Pusch / miteiner so lebhassten Purpur-Farbe bemahlet/ daß siesich lange Zeit / ohne etwas von ihrer Farbe zu verlieh-ren/ erhält; Ja/ wann man sie aufdem Ofen tröck,net/so hält sie sich bis auf den Winter / und wann si«alsdann in das Wasser gesteller wird/ so bringt sie ebenden Glantz und die Farbe wieder hervor / welche sie imSsmmer hatte. SieblühetvondemMonat Augu-sto an / bis zu Ende des Herbfis.
Di'