Verzeichnis der Basler Bischöfebis Ende des XVI. Jahrhunderts.
Da die um das Jahr 400 geschriebene Noticia provincia-r um et civitatum Galliae bereits eine »Civitas Basiliensium«erwähnt, so ist wohl mit Recht vermutet worden, dass Baselschon damals der Sitz eines Bischofs war *). Doch ist aus
6 ältester Zeit einzig der in der ersten Hälfte des VII. Jahrhun-derts lebende Ragnachar als Bischof von Äugst und Basel be-zeugt 2 ), und in allen noch vorhandenen Verzeichnissen beginntthe fortlaufende Reihe der Bischöfe erst mit dem um hundertJahre jungem Walanus 3 ), in welchem wir schon wegen seinerBezeichnung als »archiepiscopus« einen Wiederhersteller des■Bistums vermuten müssen 4 ). Auch für die Folgezeit lässt sicha us den noch vorhandenen Quellen erst vom XI. Jahrhunderta ö für jeden Bischof das genaue Jahr sowohl seiner Wahl alsseines Todes ermitteln, und erst von den Bischöfen des XII.
" erfahren wir auch, welchen Grafengeschlechtern sie entstamm-* en - Mit dem letzten Viertel des XIII. Jahrhunderts, nacha em Tode Bischof Heinrichs von Neuenburg, trat eine tief-greifende Neuerung dadurch ein, dass fortan bei den meisten^euwahlen dem Erwählten des Domkapitels ein vom Papst
0 bevorzugter Bewerber sich entgegenstellte und mit dessenf"lfe sich auf dem bischöflichen Stuhl auch meistens behaup-te- Dieser verwirrende Zustand, der mit dem päpstlichenSchisma von 1378 seinen Höhepunkt erreichte, endigte erst im25 f Janrllundert damit, dass die vom Domkapitel Erwählten°rtan regelmässig die päpstliche Bestätigung einholten underst hierauf die bischöfliche Weihe empfingen.
Da bis Ende des X. Jahrhunderts für die meisten BischöfeWe <*er das Wahljahr noch das Todesjahr bekannt ist, so kön-
J) S. Trouillat I S. 5.* S. oben S. 157, A. 4.2 Vgl. oben S. 110 u. 320.4 ) S- oben S. 158.