Einleitung.
Wie bereits erwähnt, so wurde jenes alte Verzeichnis der Briefers
Basler Bischöfe, das wir aus Konrad Schnitts Wappentafel
Herkunftund
kennen, schon wenige Jahre nach dessen 1541 erfolgtem Tode Lebenslauf.durch Nikiaus Briefer unter Zuziehung sonstiger Quellen über-5 arbeitet und zu einer bischöflichen Chronik erweitert 1 ). Fragen■wir nun zunächst nach des Verfassers Herkunft und Lebens-lauf, so lebte in Basel ein Nikiaus Briefer schon im XIV. Jahr-hundert 2 ). Doch den Stammvater des im XV. und anfangs desXVI. Jahrhunderts blühenden Geschlechts d. N. dürfen wir wohl
10 eher in jenem Peter Brief er vermuten, welcher sein Bürger-recht 1424 auf dem Zuge nach Hirsingen verdiente 3 ). Denndieser war gebürtig aus Karlisbach im Elsass, und wohl nurdeshalb heisst noch heute das Haus No. 11 auf dem Rümelins-platz, welches um 1440 Ennelin Briefer besass, »zum Kars-
16 pach« 4 ). Mag nun diese Ennelin jenes Peters Wittwe gewesensein, so war ein zweiter Peter, der das Bürgerrecht erst 144oauf dem Zuge gegen Laufenburg verdiente, vielleicht dessenNeffe 5 ). Gleich seinem Oheim trat auch dieser, da er KüferWar, in die Zunft der Zimmerleute, welcher alle Holzarbeiter
20 angehörten, und wohnte im genannten Haus zum Karspach 6 ).Schon 1451 besass er ein Vermögen von 200 Gulden, welchest>is 1470 auf 1200 Gl. stieg 7 ), und seit 1467 sass er im Rat,zuerst als Meister seiner Zunft, und von 1471 bis 1481 als
1) S. oben S. 309.
2) Er starb vor 1401; s. Histor. Grundb., Gerbergasse No. 57.
3) S. Rotes Buch S. 287.
4) S. Histor. Grundb., Rümelinsplatz No. 11, und Basler Adressbuch] 862, S. 120.
5) S. Rotes Buch 8. 200, wo sein Geburtsort nicht genannt wird.
6) S. bei Schönbere S. 667 die Steuerliste von 1453, und Hist. Grundb.a. a. O.
7 ) S. Schöub. S. 5t)0, 667 u. 762.