Einleitung. 313
Von dem 1137 erwählten Ortlieb bis zum 1274 verstorbenenHeinrich von Neuenburg wird nämlich bei jedem Bischof diegenaue Zahl seiner Regierungsjahre angegeben, und bei man-chen werden in Kürze auch einzelne Begebenheiten erwähnt,5 wie z. B. ihre Absetzung oder ihre Teilnahme an einem Kreuz-zug u. s. w. An die Stelle der erst später beigefügten undmit »circa« versehenen Jahrzahlen aber treten seit Mitte desXIII. Jahrhunderts die offenbar dem Jahrzeitbuch des Dom-stifts entnommenen Todesjahre der Bischöfe. Doch erweisen
"> auch diese sich als späte Zutaten schon dadurch, dass ausMissverstand des römischen Kalenders die Todestage, wie dasJahrzeitbuch sie hat, in Monatsdaten hier durchweg falsch auf-gelöst sind.
Da im alten Text der Wappentafel die Angabe der Regie-
15 rungsjahre nicht über Heinrich von Neuenburg hinabreicht undauch die Erwähnung sonstiger Begebenheiten nachher für langeZeit aufhört, so ist das diesem Teil zugrunde liegende Ver-zeichnis vermutlich schon unter dieses Bischofs Nachfolger ent-standen, also unter Heinrich von Isny, dessen 1275 erfolgter
20 Regierungsantritt ausnahmsweise noch erwähnt wird. Eineweitere Fortsetzung scheint jedoch erst unter Imer von Ram-stein erfolgt zu sein, also zwischen 1382 und 1391. Denn bis1365 folgen blos wieder die Todesjahre der Bischöfe, soweitsie im Jahrzeitbuch des Domstifts zu finden waren, und erst
26 bei Johann von Vienne wird z. J. 1366 auch der Tag seinesEinzugs in Basel mitgeteilt. Noch deutlicher aber lässt hieraufdie Erzählung des 1382 nach dieses Bischofs Tod entstandenenWahlstreits einen zeitgenössischen Verfasser erkennen. Schonüber die nächste Folgezeit hingegen erscheint der Inhalt wieder
0 ebenso dürftig wie zum Anfang des XIV. Jahrhunderts, undzudem stehn bis um 1430 die meisten Weihbischöfe an unrich-tiger Stelle und sind selbst die Kaiser nicht alle richtig. Aberv °n 1436 an steht bei jedem Bischof wieder das Jahr und derTag seines Todes, und zwar unabhängig vom Jahrzeitbuch. Doch
38 auch diese Angaben reichen nur bis zum 1478 verstorbenenJohann von Veningen, und schon bei dessen Nachfolger KasparZG Rin fehlen sie gänzlich. Es liegt daher die Vermutung sehrna he, dass das früher nur bis 1383 reichende alte Verzeichnisseine weitere Fortsetzung schon unter dem letzgenannten Bischof^"Welt, also jedenfalls noch vor 1502, und dass mithin das"enige, was in der Wappentafel noch folgt, von Schnitt selberae rrührt. Dem unbekannten Fortsetzer jedoch, der unter Kaspare Rin schrieb, ist mit Sicherheit noch ein Zusatz im altern