Einleitung. 311
es neben den meisten Wappentafeln seiner Vorlage auch diedort vorhandene Turnierchronik enthält. Die Chronik derBischöfe jedoch findet sich hier nur als ein nachträglich ein-gefügtes Heft von \ 4 Blättern, die als Wasserzeichen den Basel-• r ' stab mit blümchenähnlicher Bekrönung tragen. Von den 28 Seitendieses Heftes sind blos 25 beschrieben und demgemäss in dererst später durchgeführten Paginatur des ganzen Buches alsS. 693—717 bezeichnet. Auch hier ist bei jedem Bischof einWappenschild angebracht, jedoch nicht unter dem Texte wie
10 bei Schnitt, sondern neben demselben am Rande. An den hierbis 1555 reichenden Text aber schliessen sich von drei spätemHänden noch kurze Fortsetzungen bis 15S0. Auch finden sichvon denselben Händen auf den Blatträndern des alten Textesnoch allerlei Zusätze, die jedoch grossenteils auf noch vor-
15 handenen Quellen beruhen.
Fragen wir nun, welcher Quelle Schnitt den alten Text Schnittsseiner Wappentafel entnahm, so zeigen vorerst einige entstellte aJahrzahlen, wie z. B. 1236 statt 1486, oder 1473 statt 1478,dass er jedenfalls keine Urschrift eines Verfassers vor sich hatte,
20 sondern nur eine nachlässige Abschrift. Für die älteste Zeitaber, bis zum 1072 verstorbenen Bischof Beringer, lag seinerQuelle unverkennbar dasselbe alte Verzeichnis zugrunde wieder Chronik Blauensteins. Denn ganz in derselben Weisewie dort erscheint auch hier Bischof Adalbero I. verschoben
25 hinter Landelous >), während vorher, bis zu Bischof Iring, auchdie beigefügten Kaiser und Könige beinah durchweg richtigsind. Die als weitere Zeitbestimmung beigesetzten Päpste hin-gegen stimmen auch in der Folgezeit zwar immer zu denKaisern, doch nur selten zu den Bischöfen, und verraten sich
'o schon dadurch als eine spätere Zutat. Dasselbe aber gilt auchfür die Jahrzahlen, welche bis Mitte des XIII. Jahrhundertsmeistens mit einem vorbehältlichen »circa« versehen sind,jedoch ausnahmsweise bei einzelnen Bischöfen sich als derenrichtiges Todesjahr erweisen.
35 Halten wir uns demnach blos an die beigegebenen Kaiser,
so herrscht auch unter diesen für Bischof Irings Nachfolger,nämlich für das X. und XI. Jahrhundert, eine auffallende Ver-wirrung. Und dieser Teil der Wappentafel ist es auch, deran Namen und Jahrzahlen die meisten Rasuren aufweist. Die
4lJ erste Ursache dieser Verwirrung aber scheint in der schon er-
1] S. oben S. 90.