1526. 305
Item auf den 16. tag des meyens 1 ) seünd khommen vil Mai i«gelehrter leüt und doctores und ettlich weichbischoff gehenBaden auf die disputation 2 ). Dise nachgeschreibnen handt ihrbottschafft do gehabt, seündt rast gelehrt gesein und alle doc-6 tores: der herzog von Beyern 3 ), der bischoff von Augspurg 4 ),der bischoff von Constanz, der bischoff von Chur, der bischoffvon Losen, der bischoff von Basel 5 ).
Item es hand auch dar gemüessen all Luterschen predi-canten, so in der Eydtgnoschafft gesein seündt; welche der
10 mehrtheil sich gespert handt, und hand nit dar gewölt, desz-gleichen auch die predicanten zue Basel. Doch zuletst seündtsie durch gehaysz und gebott der raten khommen 6 ). Aber die,die nit Lutersch seündt gesein, seündt willig gesein und handsich der dingen nit gewidert 7 ). Aber die Luterschen seündt
15 vast unwillig gesein, und muest man ihnen ein sonder gleydtvon Baden schicken, und von gemeinen Eydgnossen 8 ).
[47] Also reüttendt hinauff, die nit Lutersch waren: garein gelerter man und doctor, hiesz Ludwig Beer, was probst7 -u sanct Peter und thümbherr auf der stifft 9 ), doctor Hannsz
20 Gewiler 1 "), und der predicant zu sant Peter 11 ), und ander mehr 12 ).
1) Auf diesen Tag war die Disputation ursprünglich angesetzt. Dochbegann sie erst am 21. Mai und währte bis 8. Juni; s. Eidg. Absch. S. 867,908 u . 912.
2) Ein Verzeichnis derselben s. ebend. S. 930 ff.
3) Im Dienste Wilhelms IV. von Baiern stand der Ingolstadter Pro-fessor Dr. Johann Maier, der nach seinem Geburtsort Eck (bei Günzburg)'Doctor Eck< genannte Hauptredner der Altgläubigen; s. ebend. S. 867.
4) Der Augsburger Bischof Christoff von Stadion gehörte nicht wie( he 4 nachfolgend genannten Bischöfe zu den Eingeladenen; s. ebend. Wohlaber mag der anwesende Augsburger Domherr Othmar Luscinius als dessenAbgesandter gegolten haben; g. ebend. S. 931.
5) Die Gesandten der 4 eingeladenen Bischöfe s. ebend. S. 930 ff.
6) Ueber die Weigerung Zwingiis s. Bullinger I 338 u. 342 ff., undüber das Verhalten Oekolampads und des Rats von Basels s. Herzog I355 ff., ferner Basels Brief v. 14. Mai im Missivenb. A 29, Bl. 46.
7) Die Disputation war ihrerseits angeregt worden; s. Eidg. Absch.b - 473 u. 807, auch B. Chron. I 46.
8) S. Eidg. Absch. S. 867.
0) An der Disputation war er einer der 4 Präsidenten; s. ebend. S. 931.10) Hans Gebwiler von Colmar war, gleichwie L. Bär, Chorherr zu?*■ Peter und zugleich einer jener 4 altgläubigen Professoren, welchen der Rat1In Sommer 1523 ihre städtische Gehaltszulage entzogen hatte; s. B. Chron.1 442 , A. 2, und Vischer, Gesch. d. Universität Basel S. 223, 230 u. 261.P H) Leonhard Rebhan, Chorherr und Prediger zu St. Peter, war 1526«ektor der Universität; s. Vischer S. 328.
, 12) Das Verzeichnis in Eidg. Absch. S. 931 nennt aus Basel ausseren 3 hi er Genannten noch einige Gesandte des Bischofs.
«Mlor Chroniken. VII. 20