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dem Heiligen seines Geburtstages (30. Sept.) den Namen Hiero-nymus empfing, wurde gemeinsam mit seinem 2 Jahr alternBruder Jakob schon 1482 zum Diakon geweiht und 1485 aufder Universität immatrikuliert 1 ). Während nun dieser 1489 diePriesterweihe empfing und nachher durch Vermittlung eines 5Verwandten eine Pfarrei in Schwaben erhielt, wurde Hieronymusschon 1487 Provisor der Schule beim Münster 1 ).
Wie lange Brilinger dieses Amt versah, ist ungewiss, undebensowenig wissen wir, in welcher Eigenschaft er 1492 nachRom reiste und wie lange er dort blieb'-). Doch kehrte er iojedenfalls vor 1505 nach Basel zurück und studierte hierKirchenrecht. Denn in diesem Jahr war er Rector der Uni-versität, obschon er dabei nur als »sacri juris alumnus« oder»scholaris« bezeichnet wird ;i ). Vier Jahre später, 150'.), unter-nahm er eine Reise nach Frankfurt und Mainz, auf welcher er isz. B. auch Rheinzabern besuchte und überall römischen Alter-tümern nachforschte 4 ). Aber schon 1505, als er das Rectoratbekleidete, war er Kaplan am Münster, und zwar wohl schonseit längerer Zeit, da er in der Folge, z. J. 1512, als Assisiuserscheint, d. b. als einer der vier obersten unter den zahl- 2»reichen Kaplänen dieser Kirche. Im letztgenannten Jahre warer es, der im Auftrag der neugierigen Domherren im Chor desMünsters das Grab der Königin Anna öffnete und der Leichedie silbervergoldete Krone vom Haupt nahm, welche fortan imKirchenschatz verwahrt wurde 5 ). 28
Bald darauf fertigte Brilinger aus Auftrag des DomherrnArnold zum Luft das noch jetzt vorhandene Diplomatarium 6 ),eine Abschrift der von Päpsten und Kaisern dem Bistum Baselerteilten Diplome, und diese Arbeit vollendete er am 22. Sept.1513. Einige Jahre später, vermutlich im Auftrage Bischofs«Christoffs von Utenheim, schrieb er das gleichfalls noch in derUrschrift vorhandene »Ceremoniale Basiliensis episcopatus«,eine eingehende Beschreibung der in Basel an hohen Festtagenund bei sonstigen feierlichen Anlässen gebräuchlichen Ceremo-
1) S. unten S. 20ü, und Univ.-Matrikel z. J. 1485.
2) S. ebend.
3) S. Univ.-Matrikel z. J. 1505.
4) S. seine Hs., Bl. 4: Cum anno 1509 ex Francofordia Moguntiamosoendissem; und ebend. Bl. 5: Cum in Zabernia ad Iihenum sita essem.Doch im Scpt d. J. war er wieder in Basel; s. B. Urkb. IX Ho. 349.
5) S. oben S. 142.
6) Dasselbe befindet sich jetzt im St. Archiv in Bern, als Diplomata-rium A des bischön. Archives.