1410—1412. 177
inter Katherinani Burgundie ducissam Austrie relictam 1 ), qui-dam nobilis Burkardus Munich tenuit castrum Istein, et pactainita cum Basiliensibus non servavit 2 ). Nam per tempus litisBasilienses ibi suis expensis habebant de qualibet zunfta unum
5 hominem, et cum eis unum capitaneum, pro custodia castri 3 ).Ipse autem Burckardus conabatur clam inducere armatos contraBasilienses 4 ). Custodes castri miserunt Ulricum de Buchs, quipostea factus erat magister leprosarii Birse 5 ) et tandem custosporte civitatis sancti Albani") ec, ad dicendum ea 7 ). Basilienses
10 eadem nocte cum facibus et armis exierunt 8 ). Illud videns noctedictus Burckardus — respectus enim luminis videbatur in Castro— mox exivit et reliquit castrum 9 ). Basilienses agressi suntcastrum, et amissis octo viris 10 ) obtinuerunt castrum. Tandem
1) Katharina von Burgund, die Gemahlin Leopolds IV. von Oestreich,war noch nicht Wittwe, als 1409 die in ihrem Namen geführte Fehde gegenBasel begann, sondern sie wurde es erst 1411. Wohl aber war jener schonzur Zeit dieser Fehde landesabwesend.
2) Der oben S. 176, A. 11, erwähnte Edelknecht Burkhard Münch d. ältere(+ 1410) wird hier verwechselt mit seinem gleichnamigen Sohn, dem RitterB. M. d. Jüngern (+ 1431). Der Erstere wollte mit seiner Burg Istein inder Fehde zwischen Basel und Oestreich neutral bleiben und äusserte des-halb in einem Brief an Basel sein Bedauern darüber, dass sein Sohn in einandres dem Vater gehöriges Schloss eine östreichische Besatzung aufgenom-men habe; s. Basels Antwort auf diesen nicht mehr vorhandenen Brief, vom15- Oct. 1409, im Missivenb. I 8, ferner den hierauf geschlossenen Neutra-litätsvertrag vom nämlichen Tag im B. Urkb. VI No. 15. Das vom Sohn'ür Oestreich geöffnete Schloss wird im Briefe Basels nicht genannt, waraber vermutlich das gleichwie Istein dem Vater verpfändete Landser; s. B.Chron. V 96, A. 4.
3) Diese Basler Besatzung, unter Dietrich Eremann, bezog die obereun d untere Burg Istein erst nach der Eroberung vom 11. Nov. 1409; s. B.Urkb. VI No. 22.
4) Will sagen: Burkhard M. d. jüngere sandte in aller Stille, dochspätestens am 10. Nov., nach Istein eine östreichische Besatzung. Ueberseine Berechtigung hierzu s. oben S. 170, A. 11.
•>) Des Siechenhauses St. Jakob.
6) Als solcher lebte er noch 1454; s. Schönberg S. 620.
7 ) Da Istein vor der Eroberung vom 11. Nov. keine Basler Besatzungmitte, so kann U. v. Buchs auch von keiner solchen gesandt worden sein,j* «gegen mag er sonst sich in der Nähe befunden haben, als die östreichischeBesatzung dort eintraf, und mochte auch ohne Auftrag dies in Basel melden.,, 8 ) In der Nacht vor dem 11. Nov.; s. B. Chron. IV 24 u. 432, undv 140.
9 ) Nämlich B. M. der ältere, der nicht zur östreichischen BesatzungStählt sein wollte.
10) Ueber die Verwundeten, wie über den Sturm überhaupt, vgl. Wur-sen S. 215, der hier vermutlich aus der seither verlornen Chronik Josthunn s schöpfte, ferner s. B. Chron. IV 432.Basler Chroniken. VII. 12