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7 (1915)
Seite
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106 Blauensteins Bischöfe.

zu jenen Altgläubigen, welche infolge des Bildersturms Baselverliessen. Mag demnach seine Arbeit allerdings erst auswärtsentstanden sein, so bildet sie immerhin, namentlich über BischofChristoff von Utenheim, eine durchaus ebenbürtige Fortsetzungder Chronik Blauensteins. 5

Zu jenen Baslern, welche infolge der Reformation aus-wanderten, gehörte auch Nikiaus Briefer, der gelehrte Dekandes Chorherrenstifts von St. Peter, der jedoch schon nachwenigen Jahren wieder zurückkehrte l ). Dieser kannte das auchnach der Reformation noch in der Kartaus verwahrte Buch 10Blauensteins und verwertete es in ausgiebiger Weise in seiner1546 geschriebenen deutschen Chronik der Basler Bischöfe 2 ).Schon vorher aber sandte er von Blauensteins Chronik eineAbschrift 3 ) an seinen Freund Joh. Stumpf, damals Pfarrer inStammheim, der ihren Inhalt in seiner 1543 in Zürich ge- i&druckten Beschreibung der Eidgenossenschaft verwertete unddadurch zum erstenmal einem weitern Leserkreis zugänglichmachte. Seinem Beispiel folgte später Wurstisen in seiner1580 gedruckten Basler Chronik, und von diesem ist aucheine eigenhändige Abschrift von Blauensteins Werk noch vor- %>handen 4 ).

Bisherige Wiewohl Blauensteins Buch samt der übrigen Karthäuser-

Au.gai.e.1. bibliothek schon 1590 an die Öffentliche Bibliothek überging 5 ),so erfolgte eine Druckausgabe der Bischofschronik doch erst 1752,und zwar durch Heinrich Brucker in seinen Scriptores rerum v>Basiliensium minores, wobei in den Anmerkungen zugleich auchBruchstücke aus der Fortsetzung der Flores Temporum ver-öffentlicht wurden 6 ). Neben diesem Druck jedoch kannte undverwertete später Ochs in seiner Geschichte der Stadt undLandschaft Basel auch den sonstigen Inhalt von Blauensteins soBuch 7 ). Im Jahre 1820 aber wurde diese Handschrift, welche

1) S. Gasts Tagebuch, zum 15. März 1548. Weiteres über Briefers. unten in der Einleitung zu dessen Chronik.

2) S. ebend.

3) Ueber diese Hs., jetzt Cod. Leu 47 d. Zürcher Stadtbibliothek, »H. Escher in Quellen z. Schweizergesch. VI 304.

4) S. Wurstisens Analekten, Hs. \ II 14 der üffentl. Bibliothek, S.123ff.

5) S. B. Chron. I 235.

6) S. Scriptores rer. Basil. S. 343 ff. u. 351.

7) S. z. B. Ochs III 490, wo er in der Anm. auf Henricus MinoritftBl. 108 verweist, d. h. auf Blauensteins Forts, d. Flor. Temp.