102 Blauensteins Bischöfe.
Bruno, der später heilig gesprochen wurde, war niemals Bischofvon Basel, wohl aber von Würzburg, wo er 1045 starb. Nurauf Basel bezieht sich hingegen der legendäre Bischof Pantalus,der hier schon seit 1*270 verehrt wurde 1 ), und dessen Legendeübrigens in jedem Brevier des Bistums Basel zu lesen war 2 ). '•>Da jedoch das Martyrium dieses Heiligen ins Jahr 238 gesetztwurde, so trennte ihn von dem erst zu Pipins Zeit lebendenWalanus, mit welchem die geschichtliche Keihe der Bischöfebeginnt, eine Kluft von 500 Jahren. Diese aber suchte sichBlauenstein mit Hilfe der Überlieferung zu erklären, laut welcher "*die Basler Kirche wegen fortwährender Verfolgung durch dieHunnen sich bis zur Zeit Kaiser Heinrichs II. in die Verborgen-heit nach Münster in Granfelden (Moutier-Grandval) zurückge-zogen hätte.
Auf weitere Zusätze, die wohl gleichfalls nur von Blauen- 16stein herrühren, stossen wir erst gegen Ende des XIII. und zuAnfang des XIV. Jahrhunderts. Bei Peter Keich nämlich wirdeine Stiftung dieses Bischofs erwähnt, die sich im noch vor-handenen Jahrzeitbuch des Domstifts verzeichnet findet 3 ). Undweiter folgt bei Peter von Aspelt die Ermordung König 20Albrechts I., bei Otto von Grandson hingegen die angeblicheVergiftung Kaiser Heinrichs VII., und zwar beides wörtlich nachden von Blauenstein teils durch eigenen Zusatz, teils aus Gobe-linus ergänzten Flores Temporum 4 ).
zweiter Über Bischof Johann Senn von Münsingen, mit welchem 25
To1 '- Blauenstein den zweiten Teil seiner Chronik beginnt, entnahmer, wie wir oben sahen, die 1363 vollzogene Weihe des Hoch-altars im Münster wohl noch dem alten Verzeichnis im seitherverlornen Jahrzeitbuch 6 ). Schon im noch vorhandenen Buchhingegen fand er sowohl das Lob der Tugenden dieses Bischofs 3°
Bischof Ulrichs II. stehen; s. K. Stehlin, Baugeschichte des Basler MünstersS. 7, A. 1.
1) S. Annales Basilieuses in Mon. Germ. Scr. XVII 191.
2) S. Trouillat I No. 7—9, u. vgl. Legenda Aurea, Ausg. v. Grässe,S. 701 ff.
3) Das betr. Statut, welches erst 1298, jedoch im Auftrag des ver-storbenen Bischofs, durch den Dekan Heinrich v. Bechburg erlassen wurde,s^ im Landesarchiv zu Karlsruhe', Nekrolog No. 3, Bl. 5. In der BasierKopie dieses Jahrzeitbuches des Domstifts finde ich es nicht.
4) Aus den Zusätzen stammt die Ermordung Albrechts I., und ausGobelinus die Vergiftung Heinrichs VII.
5) S. oben S. 99.