Einleitung. 33
über den »Origo ducum Austrie nunc existencium«, ferner aufBl. t und v eine deutsche Fassung des bekannten > Libellus demagnificencia ducis Burgundie« von 1473 1 ), dessen völlige Glaub-würdigkeit er jedoch bezweifelt 2 ); und den Schluss auf Bl. x5 und y bilden vermischte Chronikalien von 1122 bis 1472.
Ent-
Im »Ürigo ducum Austrie« schreibt Blauenstein von KaiserFriedrich III. : »qui hodie festo assumpcionis Marie anno 1475 «eit dos vor-est imperator Romanus«. Er schrieb also diese Abhandlung am dern TeiIs '15. August, nachdem er kurz vorher, am 10., die zweite Fort-
io Setzung der Flores Temporum nahezu beendigt hatte 3 ). Andrer-seits aber sahen wir oben, dass er am 6. März noch an derCompilation aus dieser seiner Hauptquelle arbeitete. ZwischenMärz und August 1475 liegt somit der Zeitraum, innerhalbwelchem er ausser dem früher erwähnten Inhalt von Bl. 112
is bis 149 und 152 auch die Chronik der Bischöfe samt den Re-gistern der Flores Temporum fertigte. In diesen Registernfindet sich von Blauensteins zweiter Fortsetzung der FloresTemporum noch keine Spur, wohl aber gleich zu Anfang, aufBl. ä, in Betreff der Concilien ein Hinweis auf den im altern
20 Teil mit Bl. 133 beginnenden >Tractatus de temporibus et annisconciliorum«. Es wurden somit zwischen März und August 1475zuerst im altern Teil Bl. 112—149 und 152 beschrieben, underst hierauf die Chronik der Bischöfe samt den Registern derFlores Temporum, die nun alsbald mit dem altern Teil zu einem
25 Ganzen verbunden wurden. Im August aber schrieb unserKaplan wieder in den altern Teil, auf Bl. 153—155, noch seinezweite Fortsetzung, und erst nachher füllte er die Blätter desvordem Teils mit dem »Origo ducum Austrie«, dem »Libellusde magnificencia« und den vermischten Chronikalien, worauf
» dann einzig das letzte Blatt leer blieb.
Im altern Teil, der nun allein noch Raum bot, Hess Blauen- fe^tostein hinter seiner zweiten Fortsetzung die nächsten 8 Blätterzu deren etwaiger Weiterführung leer. Auf Bl. 164 aber truger zunächst die von aPhilippus ein astronimus« 4 ) verfasste und
1) S. d. Ausg. in B. Chron. III 340ff., wo die Varianten unsrer Hs.mit A 1 bezeichnet sind.
2) Blauensteius Bemerkung hierüber, auf Bl. x, s. B. Chron. 111 334.
3) S. oben S. 31.
4) Vielleicht der 1469 an der Universität immatrikulierte PhilippusStoltz von Rüdesheim. Vermutlich dessen Sohn war Magister Jakob Philippi,der Leutpriester am Münster, welcher 1-1!)2—1494 das Haus Klein Eptingenbesass; s. Hist. Grundb., St. Albanvorstadt No. 9.
Basier Chroniken, VII. 3