Druckschrift 
7 (1915)
Seite
22
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22 Blauensteins Flores.

Stelle bei unserm Chronisten zu weisen, wo er beim Aus-schreiben der Flores Temporum zum Ausdruck »modius sili-ginis« erklärend beifügt: >videlicet sextarii 4 Rinfeldenses« ] ).Jedoch der einzige Gerung, den wir zu Anfang des XV. Jahr-hunderts in Basel finden, ist der Schreiber Heinrich der im sAugust 1409 als »Fiirgebiittel uff Burg« erscheint d. h. alsBote des geistlichen Gerichts, und welcher im Nov. desselbenJahres auf dem Zug gegen Istein sein Bürgerrecht verdiente 2 ).Noch 1422 lebte dieser in seinem Haus in der St. Johannvor-stadt 3 ). Doch schon 1429 wohnte dort nur noch Metzin, seine toWittwe, welche ein Vermögen von 60 Ib. versteuerte und noch1437 lebte 1 ). Wollten wir nun in diesem Ehepaar die Elternunsres Chronisten vermuten, so müßten wir voraussetzen, dasser 1409 bereits vierzehnjährig und mithin 1475, als er seineChronik schrieb, ein achtzigjähriger Greis gewesen sei. Doch 15wie er selber gewöhnlich nur Blauenstein genannt wurde, somögen auch andre, die nur unter diesem Namen erscheinen,eigentlich Gerung geheissen haben. Nun finden sich vierBlauenstein, welche auf Kriegszügen das unentgeldliche Bürger-recht verdienten, nämlich 1393 Hans, ein Schuster, 1409 Hein- 20rieh, ein Ziegler, der auf der Steuerliste von 1429 mit 3 Guldenerscheint, ferner 1412 ein Oswald und 1425 wieder ein Hein-rich 6 ). Es bleibt daher ungewiss, in welchem dieser Viere wirden Vater unseres Chronisten vermuten sollen. Denn sicher istnur, dass er auch einen Vetter Namens Heinrich hatte, dessen 25Sohne und Enkel 1478 noch lebten, jedoch alle arm waren undsich nur kümmerlich durchbrachten). Von seiner Mutter hin-gegen wissen wir wenigstens, dass sie Mechtild hiess, und dasser für sie 1461 vom nachmaligen Oberstzunftmeister NikiausRüsch das Haus Klein Hohenburg kaufte (jetzt Münsterberg 13), 30in welchem sie 1464 noch lebte?).

Wie schon erwähnt, wurde unser Chronist um 1430 Kaplanund Schreiber Bischof Johanns von Fleckenstein, und als solcherschlief er mit diesem in derselben Kammer und diente ihm

1) Die betr. Stelle auf Bl. 89 der Hs. handelt von der wohlfeilen Zeitunter König Rudolf von Habsburg.

2) S. Rotb. S. 209 u. Leistungsb. II 58.

3) Jetzt ein Teil von No. 28; s. Gerichtsarchiv Bd. B 1, z J. 1422.

ber S 555 6bend ' Bd ' B "' *" J ' H37 ' ferner Spital Urk No " 418 ' u " Sohön "

5) S. Rotb S. 308, 272, 347 und 247, ferner Sohönb. S. 542.

DJ b. benchtsarchiv Bd. AA 18, Bl. 217 v.

7) S. Hist. Grundb. Münsterberg No. 13, z. J. 1461 ff.