Einleitung.
Sc
Üchon in den frühern Bänden der Basler Chroniken lernten Herkunftwir zwei Kapläne des Münsters kennen, welche uns geschieht- Le „e"siaufhche Aufzeichnungen hinterlassen haben, nämlich Erhard von desAppenwiler, der bis 1471 schrieb, und Hans Knebel, dessen Verfassers -5 umfangreiches Tagebuch bis 1479 reicht*). Zu ihnen geselltsich als Zeitgenosse ein dritter, der in der Universitätsmatrikelund den Büchern des Domstifts als »Nicolaus Gerung aliasBlauenstein« erscheint*), sonst aber durchweg nur »her KlausBlauenstein« genannt wird 3 ), und welchen deshalb auch wirio stets mit letzterm Namen benennen 4 ).
Ueber den Lebenslauf dieses Chronisten erfahren wir ausseinen Schriften nur, dass er dem Bischof Johann von Flecken-stein, der im Dez. 143G starb, 7 Jahre lang als Hauskaplangedient habe«), also schon 1430, und demnach ist sein Geburts-jahr wohl spätestens um 1410 zu setzen. Da er jedoch 1442das Basler Bürgerrecht kaufte 6 ), so rauss sein Vater entwederein fremder gewesen sein oder sich erst eingebürgert haben,als der Sohn das vierzehnte Altersjahr bereits überschrittenhatte und deshalb bei der Einbürgerung nicht inbegriffen» 1 * r '" ° n den zwei Geschlechtsnamen ist offenbar Gerung dereie, während Blauenstein ursprünglich wohl nur ein Beinamewar. Nun erscheint allerdings im nahen Rheinfelden schon z.J. 1389 neben andern dortigen Bürgern ein »Henmann Gerungder jung« s), und auf eine dortige Herkunft scheint auch eine
1) S. B. Chron. II u. III, ferner IV 221 ff.
2) S. Universitätsmatrikel z. II. Semester 1460, sodann z. B. Jahrzeit-buch d. Domstifts z. 20. Dez.
3) S. z. B. seine Burgeraufnahme im Oeffnungsbuch I 127.
4) In frühern Bänden der B. Chron. wird er auch als Gerung zitiert.
5) S. unten seine Chronik der Bischöfe, über Joh. v. Fleckenstein.G) S. Oeffnungsb. I 127; im Roten Buch steht er nicht.
7) Gemäß der Ordnung v. 1390; s. B. Chron. IV 143.
8) S. Boos, Urkundenb. d. Landschaft Basel S. 497.