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dies Franz Stark in seinein vortrefflichen Buche ,die Kosenamender Germanen' nnwiderleglich bewiesen hat. Daß dies so ist,sagen auch die alten Quellen selber, die ein nnd dieselbe Personbald mit vollen Namen, bald mit dessen Schmeichel- oder Koseformbezeichnen. So erscheint im fünften Jahrhundert ein SkireHuuuls auch kurzweg mit dem Namen Wulf, ein Burgnndofarowird kurz Faro, eiu Rotprand, ein Gisprand, ein Herbrand kurzPrando oder Brand, ein Wartgis kurz Gifo genannt; der Franken-könig Chlodowig heißt einmal kürzer Hludio, ein Theodorichkürzer Theodo, "im sechsten Jahrhundert erscheint eine Brunhildauch als Bruna, ein Eorich als Ewo, im siebenten ein Niwardnsals Niwo, ein Wandregisel als Waudo, eine Bertrada als Berta,ein Trasmnnd und ein Trasebert als Traso, eine Edwina al»Eda u, dergl., und es mehren sich im Laufe der Zeit die urkund-lichen Zeugnisse für solche Kürzungen außerordentlich. Inmanchen Quellen steht anch ausdrücklich dabei, daß der kürzereName für den vollen stehe (z, B, Liumalikln sivsI^näst'riäus hui st l^ii/o, l'Iiiötmar bardaries ?immo n. ä).Anch wir bedienen uns heutzutage gauz ähnlicher Schmeichel-formen, wenn wir Willi für Wilhelm, Nando für Ferdinand,Fritz für Friedrich, Riki für Friederike, Gerda oder Trndi fürGertrud, Hans für Johannes u, dergl, fetzen.
Der schon erwähnte Gelehrte Franz Stark theilt die ungeheureMenge der germanischen Schmeichelnamen in zwei großeGruppen ein: in die einstämmigen und zweistämmigen. Dieersteren sind entweder a.) einfache Kürzungen des Vollnamensoder d) Veränderungen oder wiederholte Kürzungen der einfachverkürzten Namen oder e) Verkleinerungen und Verkürzungdieser Verkleinerungen, oder endlich <I) wiederholt verkleinerteVerkleinerungen.
Einfach verkürzte Volluamen sind die weitaus überwiegendeMehrzahl aller Kosenamen. So kann z. B. Hilda Schmeichel-sorm für alle mit dem althochd. Hauptwort 25) gebildeteil
Namen sein, ob es in diesen nun an erster oder zweiter Stellesteht, also z. B. für Hildegunde uud auch für Gunthilde; Aruoist Schmeichelform für alle mit s.r(i>), Gero für alle männ-lichen mit Mr gebildeten Namen, Gera für die entsprechendenweiblichen usw. Schmeichelsormen dieser Art finden sich urkundlichseit dem S. Jahrhundert. — Diese einfach verkürzten Formenerleiden dann weitere Veränderungen und wiederholte Kürzungen.So tritt besonders hänfig Verdoppelung der inneren Mitlauteein, z. B. Jtta aus Jta (Jda), Siggo aus Sigo, Aggo ausAgo u. dergl., weiters Aus- und Ungleichung der Lante, z. B.vidda aus Hilda, Addo aus Aldo, Uffo aus Ulso, Bugga ausBurga, Makko aus Marko, Jmmo, Jmma aus Jrmo, Irma,