Druckschrift 
Anderer Th. (1716) Wie die Bau-Gründe und fruchtbaren Felder auf das nützlichste und ersprießlichste anzurichten ...
Entstehung
Seite
29
Einzelbild herunterladen
 

für eine Ha

gantzen Tag darinnen liegen / decks dann zu / schwaibshernach aus der Färb / und hencks auf/ du must Ach-tung geben / daß kein Staub oder Aschen in die Färbkomme/ sie stehet sonst ab / dumustsauch nichrmehrsieden lassen / wann du die Wol! hast eingelegt/ dieFavb verändert sich sonst.

Weichsel-braun zu färben : Nimm ein LothWeichsel-braune Bresil-Spane/und zweyLoth rothe/iveichsein/undmachs/ wie oben geschrieben. Gantz<Veylbraun zu machen: Nimm auf ein Pfund Wolle/em Loth Veylbraune Bresil. Goldfarb zu machen:Nimm Goldfirbe ^)päne/und machö wie oben stehet.Schwartz zu färben: Nimin von schwachen Eichendie Scheinen/Alaun und Schliff/ g»eß Wasser dar-auf/ und laß es durcheinander sieden. ^ Haarfarb:Nimm die grünen Schalen von den NUen/ laß sieeine Snind im Wasser sieden/ faim die Schalen her-aus/ leg die Woll in die siedende Färb/ laß es eineStunde sieden / so wirds schön Haarfarb / wann dieWoll aus der Färb genommen wird / muß man sie inein Zimmer bmcken / da keine Luffr kinem kommt.! Wann die Woll gewaschen ist / wie Anfangs gemel-det worden/ muß man sie auf einStangel auchen-! cken/ und die Faden fein auseinander ziehen/sie henckrsich sonst aneinander / und kan die Färb nicht gleich- sich austheilen. Die Späne / so zum Färben ge-braucht werden/wann man sie wieder trocknet / kon-inen öffter gebraucht werden / allein die Farben kom-men etwas schwächer. Ehe man die Wolle in dieFarbe legt / müssen die ^)pane sauber abgefeimt-werden/ sonst legt sich die Wolle daran / und machenFlecken.

2f.

Lyer zu färben.

Bestreich erstlich das Ey mit Gummi / darnachklebe Blumel oder Krautlein / alsVeyel/ Tag undNacbr / Monarblümel/ Petersil / Pimpenell / Körbel-Kraut und dergleichen fein sauber drauf / wo aberdie Scbeller bloß / da bestreue es mit Grünspan /Scbweftl/ Kümm/ Zinober/ alles geflossen /odermir Safftgrün / oder blauer Färb/ damit man starckr/doch jede Harbe sonderlich / daß es fein gesprengt wird.Dieses Ey Wickel in Zwickelschellen/ oder ZolisTüchlein ein/ doch daß die angepickten Blumlemoder Krautlein unverruckt bleiben / umwmd es miteinem subtilen Werch / und verbinds mit einem Ka-denz sieds in blauer oder rother Eyersarb/ ein wemglanger als man sonst die Eyer siedet/damit es die Färbrecht annehme/darnach ausgelöst/mit Wasser ein we-nia abgewaschen/und mit Gummi wol bestrichen / bises kalt wird / an statt der Zwibelschellen / kan mansauch in Türckisch Papier wicklen / doch muß man dar-über ein Fließ-Papier binden.

26.

Taffetoder Leinwath zuzurichten/

daß sie Vl?asier halten.

Nimm Lein-Oel 2. Pfund / Verniß ein Pfund/Terpentin zweyLoth/undHonig einenLöffelvoll. DieseStück zusammen in einem Hafen/ bey einem lindenKohl-Feuer temperirt / hernach den Tasset oder Lem-

- Mutter . 29

wach ausgespannt/ damit angestrichen/ und an derLufft / aber nicht bey dem Feuer lassen trocken werden/was man für eine Färb geben will/ die muß man (dochdaß siezuvor/ wie eine rechteMahler-Oelfarb abge-rieben fey) unter obgedachter Materien mischen/bis siedie rechte Farbe bekommen/der Anstrich muß nnt war-men Zeuge geschehen.

^7»

S-N20,» Master / für die Flecken und

Rauhe des Gesichrs.

NimmBenzoin einer kleinen wälschenNuß groß/undsoviel^rorax/ gröblich zerstossen/ mein Glasmir einem Hals gethan/ein halb LothBrandwein dar-über gössen / über eme Glut gehangen/daß es dieGlutnur (doch gar gelind) berühre/ bis es zergeht/ undRubin-roch wird/ dann seiher mans ab in einanderGlas / und vermachts wol mit einer Blasen / hernachnimmt man Rosen-Thau-oder frisches Wasser/ ver-mischt einen Löffel voll (mehr oder weniger) damit /wischet zu Abends wann man will schlaffen gehen/dasGesicht etlich mal ab/ und last es von sich selbst trockenwerden.

28»

Coral'enAincken zu machen.

Nimm das schönsteCalophonium ein halbPfund/zerlaß es gemach auf einem Feuerlein/alsdann rührdarein des schönsten abge:iebenenZinobers 2.Loth/he:-nach nimm geschabene Aestleinvon einem wilden Bir-baum / die den rechten Corallen etwas gleichen / tuncksolche hinein/und kehr sie hin und wieder/bis es gestehetund hart wird/ was von dem Calophonioüberbleibt/rühret man klein geflossene Ziegel / Glas und Wachsdarunter/ so wird es eine gute Kütte.

29.

Weise Tauben oder Hüner zu färben.

Wasche dem Vogel / den dufarben wilt/die Fe-dern fein sauber/ mit starckem Alaun-Wasser ab/ her-nach mmm braunen / blauen und rochen Bresilg/kochjeden absonderlich zimlich dick in Aiaunwasser/alsdannso warm du es erleiden kanst / rauch die Hand in obge-meldteFarben/und bestreich dieFedern damit/auf wasManier du wilt/mit derRinden/so zwischen der MuenobernRinden/und demWeinsche:ling-Holz sich findet/kan man sie auch gelb färben/ wann es (wie oben ge-dacht) im Alaun-Wasser gesotten wird. Auch machtman sie grün / wann sie von blauem Bresilg/ und erst-gedachter Weinscherling-Rinden clecotio bestrichenwerden / es gehet nicht ab/ bis sie die Federn in dÄMauß verlieren. ,

Zo.

Seidene Bilder zu machen.

Laß ein Bild nur nur groben Farben anstreichen/doch daß die Schattirung deutlicher erscheine / hackweisse Seiden auf das zarteste/ bestreich das Bild mitfrischem Leim/ und streue die Seiden durch ein Siebdarauf/wann der Leim wol trocken ist/so überfahr dasBild mir einem zarten Pensel.

Pergament hell zu machen wie Glas.

Man muß das Pergament auf ein glattes / glei-

* d iij ^ches