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Anderer Th. (1716) Wie die Bau-Gründe und fruchtbaren Felder auf das nützlichste und ersprießlichste anzurichten ...
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Kunst-Büchlein

lassen Zinn / mehr darinnen spührest / wann es lautertL?taub ist / so nimmt man den Hafen weg / schlägtden Boden aus/und schüttet es in ein Wasser/ rührtswol untereinander / lasset es hernach stehen/ bis er sichgesetzt hat / so giesst man das unsaubere schwartzeWasser davon weg/ giesst noch einmal Wasser dar-auf/rührts wieder wol durcheinander/ das thut manalso vier oder fünffmal / bis der Zinn-Aschen gantzweiß wird / hernach nimm vier T«egel / gieß an denZinn-Aschen wieder ein frisches sauberesWasser/ rühres durcheinander / und laß es ein wenig setzen / hernachgeuß das Wasser in einem der vier Tiegel / so lang bisduschest/ daß dieMateri will jähren / so höre auf/gieß alsdann wieder Wasser darauf / rühr es wie vor/laß es sich wiederumsetzen / gieß es wieder in einen an-dern Tigel / bis es wieder dicke Materi will geben/alsdann höre auf / und mach es alsofort / bis keinZinn-Aschen mehr darinnen ist/ im Fall aber etwasgrobes darinnen bliebe / so behalt mans auf/ und legtsdarzu/wann man wiederZinn-Aschen brennet / auf sol-che Weise/schwemmet man auch den Trippel/ und alsoauch den Sand.

69.

Horn weich zu machen / daß man Bilder

darein drucken tan.

Nimm ein Pfund des Aschens / davon man Glasmacht / ein Pfund ungeleschten Kalch / und eineMaßWasser / laß es zusammen sieden / so lang/biß es zweyTheil einsiedet/ dann stoß eme Feder darein/ und streifsie zwischen zween Fingern/ lasst sie die Federn herabgehen / so ists genug / wonicht / muß es langer sieden /wanns genug ist / laß es lauter werden / und leihe esoben ab / nimm dann Feylspane vom Horn / laß siezween Tage darinnen welchen / bestreich hernach dieHände mtt Oel/ und bohre das Horn wol dazwi-schen / gleich wie einen Teig / und drucks hernach in dieModel/man kan allerhand Farben anfangs dareinmischen.

70.

Rost aus allerley Waffen zu bringen.

Nimm 4. Pfund weissen Klßling/Wein-Stein /Alaun/ jedes 2. Loth / alles klein zu Pulver gestossen/und miteinander vermischt / darnach die Waffen mitOel angestrichen/mit diesen Pulver bestreut/ und wolabgerieben. Hatte der Rost so liess eingefressen/daß er auf einmal nicht weggieng / muß man diesesösster wiederholen / wann nun der Rost aller hinweg/so überfahre es mit Ziegel-Stein-Oel/ so werden sieallzeit vor dem Rost sicher seyn. Oder/nimm Baum-Oel nach deinem Gefallen / schütte zerlassen Bley dar-ein/ thu solches zum össternmal/ thu hernach dunn-geschlagen Bley in das Oel / und laß es stets darinnenliegen / schmier das Gewehr damit. Item / nimm ei-nen Aal-Fisch/ schneide ihn in scheiblichte Stucke/brat sie in einen saubern Hafen/ so gibts ein Oel / da-mit überstreich das Gewehr/ so wirds nie rosten/obes schon naß wurde/ Eysen und Stahl werden ambesten erhalten/ wann mans Monatlich mit frischenungesaltzenen Speck von einem geschnittenen Mutter-schwein einmal schmieret. Wie ttenricus NoUiu, in

pk/siLs ttermericabezeuget. läem toi. zi6. schreibt:8i terrum cum ^rlenico tixo liquekar , Üc sliquotiezKuzt, itt renovzri Lc ßxzrjpotest , ur in Perpetuumnon contrakst rubizinem. Sihe mehr bey HermKunckel r>»rt. 2. iol. 80. lciem Oleum Igrtsn nimmtden Rost des Eisens alsobald hinweg/ und bringt ihmewieder seinen Glantz.

Glaß zu leimen.

Nimm gemeinen Käse / wasche den wol aus /nimm hernach ungelöschten Kalch und Eyerklar/ rührswol durcheinander/und gebrauchs.

72.

Gute Dinten zu machen.

Nimm 6. Loth Türckifchen Gallus / s. Loth Vi-triol/4. Loth ErleneKnöpsslein/welche auch dieHutma-cher zum färben brauchen/ und 4. Loth Gummibici. stoß alles zu Pulver/gieß anderthalb MaßBierdarauf/ setz es in einen verglasirten Topff oder Hafenfünss oder sechs Tage lang / Sommers-Zeit an dieSonnen/im Winter aber aufden Ofen/taglich z.oder4mal umgerühret / und alsdann durch ein Tuch gesie-gen / so hast du ein bestandige / gute schwartze Dinten/die auf dem Papvier bald trocken wird. Ein gutesDinten-Pulver aver aufReisen mit dir zu fühzen/machalso : Nimm weiß csicimrten Vicmol / und gutesGallus-Pulver in gleichem Gewicht / ArabischenGummi die Helsste/fähe es durch ein Sieb / und führees in einer wolverwahrten Püchsen mit/ wilt du schrei-ben/so nimm ein wenig diö Pulvers / und machs mitWasser an.

7Z.

Gipserne Tische zu machen.

Erstlich / wird der Gipß abgebrennt in einemKessel/ Pfannen/ oder irdenem Gefchin/ und kochtihn so lang also trocken mit stetigem umrühren / bißer Blattern aufwirsst / so ist es genug / will man nunden Tisch machen/ so nimmt man zu zehen PfundGipß/ einenVierdmgguten Leim/ und drey Maß

Wasser/ und lasst den Leim allen zergehen/ darnachnimmt man eine Molder/ und f. Loch Berg-Bleyoder Berg-Aschen / thuts in die Molder / machts mitLeim-Wasser an / und knett es durcheinander / wie ei-nen Teig/ darnach streicht mans auf eine Leinwachauf/ die angespannt ist/ darnach ein grober Gipß auchmit Leim-Wasser angemacht/ und daraufgelegt / sodick man den Tisch haben will. Will man aber denTisch geädert haben/ so nimmt man / was Farbenman will / mischt sie mit Leim-Wasser wie oben / undmit dem Gipß/ rühret und knettet es wol / daß dieFärb wol in den Gipß kommt/ alsdann macht manwieder einen bloßen Gipß mit Leim-Wasser ohne Far-ben an/ und nimmt dann den gefärbten / unter denblos angemachten Gipß/ knettet sie beede durchein-ander gar wol / schneidets zu breiten Stucklein /undlegrsieaufdieLeinwath / so groß man dm Tischhaben will/ empaar Finger dick / darnach thut mangrob angemachten Gipß darauf/ so dick der Tisch seynjoll/und lasst es24.Stund also d araufst chen/als dann

hebt