Kunst-Büchlein.
einem Tüchlein und in Oel oder Wasser genetztenT'ippel zart ab/damit keine Rauke überbleibe.Endlichgibt man 2. Anstrich von dem schonesien Verniß / undlässts 2. Tage in der Lussr wol erharten / nach wel-chen man es noch einmal mit erstgedachten Trippelstarck abschleifft / und mit einem zarteuLeder so langreibt / bis das Holtz nur ein wenig erwärmet wird / sobekommt es seinen Glantz desto schöner.
Das rothe zu machen / nimmt man Spanischen /oder sonsten den allerschönsten Zinober/und denselbenhöher roth als Corallen zu bringen / nimmt man einenVierding Venedischen Lacc darzu / zu dem schwac-hen nimmt man Kühn - Ruß / in einem wolvermachrenSchmeltz-Tigel in starcken Kohl-Feuer ausgebrandt /und darnach mit Kupffer-Wasser auf einen Reib-Stein abgerieben.
Hochblau zu machen / gebraucht man sich des 01-tremzrins mit gar wenig Bleyweiß vermischt/ zuwelchem man nur 2mal mehr Verniß als Färb nimmt/und ehe es aufgetragen wird / um diese kostliche Färbin etwas zu erspahren/ gibt man zwar 6. oder mehrAnstrich vom weissen/ und schleissts gantz eben ab/alsdann gibt man 4. blaue darauf/ und verhält sich wieoben gemeldet ist.
Den Marmor aber zu machen/wann alle schwar-tze Anstrich gegeben / und abgeschliffen sind / thu manhernach den Verniß mit Weiß vermischt / mit einenPensel aufgerath wol und ohngefähr darwider mit derHand schnellen/ oder sprühen/ alsdann fleißig abebe-nen/und den puren Verniß wieder darauf geben. DieÜbung ist der beste Meister.
?6.
Japonischer Verniß.
Dieser Verniß ist wie der vorige/ kan eben so wolauch von unterschiedlichen Farben gemacht werden/mitdiesem Unterscheid. Daß nach den 4. ersten Anstrichen/von was Farbe es sey/ man Avanturin nimmet/ welchedurch ein Sieb auf das Holtz/ so zuvor mit doppeltenAnstrich von puren Verniß/aufdas allergeschwindesteüberfahren wird/ gestreuet/ und alsdan nach und nach/so vielAnstrich von purenVerniß da:aufgegeben wird/als es vonnöthen ist. Endlich wirds mit Oel und Trip-pel abgerieben / wie oben / aber dieser wie auch der vo-rige Verniß hat schönern Glantz auf der runden / alsebnen Arbeit.
?7.
Avanturin zu machen.
Ehe und bevor man den Verniß gebrauchet/wel-cher ein wenig dicker als sonst seyn solle/ in schwartzeroder gelber Farbe. Hernach streicht man den Vernißan/ sogeschwind man kan/ und lässt über denVernißfein gleich durch ein Sieb /das Pulver von der Ven-turina fallen / so bald es trocken/ streicht man wiederden Verniß darauf/ darüber man das vorige Pulverwieder streuet / wie zuvor/ welches alles man so offtwiederholen muß / bis das Holtz aller Orten gleich be-decktist. Nach diesen thut man noch 12.od er16.Ver--niß-Strich darauf/ gantz pur / ohne Färb / wann estrocken / reibt man es wolund sauber mit einem Bim-sem-Stein/ und Baum-Oel / es schön gleich zuma-
chen / letzlich wischt man es fein sauber / mit einem Tüch-lein ab / und bestreicht es noch etlichmal mit puremVerniß/ damit es seinen rechten Glantz bekommt / istes aber noch nicht recht gleich und eben/ so bestreichtman es nochmaylen mit Verniß/ und reibt alles wolund sauber ab / mit Tripel oder gelber Erden. DerAvanturin oder bunde Glantz aber wird also ge-macht: Nimm Frauen-Eiß/ stoß es klein in einenMörser / thu darzu etwas geriebenes Gold-Gelütte/item / zart geriebene Mineral-Farben / was Coleur je-des werden soll/ als zu roth Zinober; zuaelbAuripig-ment / auch Gummi Guttä/ item rauschgelb / Tür-ckischen Menig und dergleichen / schütt es m eine pkiol.so oben fest und wol verlutirt ist/ sehe sie in eine Ca-zellen in heissenSand/ laß es 2. Stünde darinn sie-)en/ bis so lang es anfanget / wie Wellen in die Hö-)e zu steigen. Wann solche Flores sich ereignen / sonimmt mans als zeitig hinweg/ lasst die?K>ol erkal-ten / und zerschlägt sie / daß man die Materi mag her-aus bringen / und stosse sie klein zum Gebrauch in einemMörser.
38.
Rlarer und Heller Verniß aufMahlerey
von VOaffer-Farben zu gebrauchen.
Nimm z.Loth Sandarac/ 2. Quintlein Mastix/diese beede gar klein zerstoßen / und in einen Scheid-Kolben gethan / darzu z.Nuß-Schalen voll Vene-dischen Terventin gegossen / ingleichen 24 .Loth8piri-ru8 Vini, daß es zwey Finger über die Materi gehet/hernach den Kolben wol verlutirt/ und in eineSand-Capell gesetzt/und sieden lassen/so lang/ bis beedeZpe-ciez zergangen / hernach durch ein Tüchlein gesiegenund wol vermacht stehen lassen / so wird er aussehen soklar/ wie der reinesteWein.
Gold -- Verniß auf Metall.
Nimm des allerbesten Spiritus Vini z. Sei,tel/Sandarac 6. Loth/Venedischen Terpentin 6.Loth/Gummi-Lacc s. Loth/weissen Weyrauch 2. Loth/Gum-mi-Guttäein halb Loth/weissen Mast«? 1. Loth/pulve-risier alles klein / seihe es durch ein Sieb / und thu dieMateri zusammen in ein Kolben--Glaß / gieß den8pir>nim Vmi darauf / zerlaß den Terpentin / undschütt ihn darein / vermach den Kolben wol / halte den-selben über eine mittelmaßige Glut / beute! es immer-zu/ laß es eine gute Weil aufsieden/ seihe es hernachdurch ein sauberes leinen Tüchlein/ und behalt es zumGebrauch.
40.
Holländischer Verniß / alles was auf
Pappier illuminier/oder auf Pergament ge-mahlet ist/ zu überziehen.
Nimm ein Pfund Venedisches Terpentin-Oel/drey viertelPfund von VenedischenTerpentin/z.LothSandarac / diese Materien zusammen in eine irdeneFlaschen oder Hafen/ der drey Füsse hat/ gethan / wel-cher auch ein gerechten Teckel oder Sturtzen babenmuß / den muß man im Feuer / oder auf einer glühen-den Kohlen / also lanq kochen lassen / bis sich alles wolgesetzt hat/und der Verniß schön klar siehet / alsdann
^ das