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Des Adelichen Land, und Feld-Lebenö
A dclichen lZand - und Meld - Cebens
Achenden Buchs
Anderer Theil
Mmvürme.
1.
Wer von den Seldenwürmen geschrieben.
Ch habe blßber von einem ge-ringen / doch überaus nützlichenThierlein / oder vielmehr Inlcäo,den Bienen/gcnugsam angedeutet;jetzt wollen wir das an dere/ als denMSeidenwurm / auch beschreiben/und obwohl dieses viel später in derNZelt/( sonderlich in unsern Eu-ropäischen Ländern) kund und ruchbar worden / siehetes dennoch imZweiffel/ob es/ so viel die grosse Nutzbar-keit/ als die köstliche Wahr/damit wir dardurch berei-chert werden / den Bienen nachgeben soll oder nicht; soviel muß ich gleichwol bekennen/ daß sie in einer wölbe-stellten Wirthschafft einander fast die Stangen halten/und in gleiche Würde und Vergleichung mögen gezo-gen werden.Was die 3criplc»rcs belangt/ist bey denAl-tenvon diesen letzernBericht zu erholen; innerhalb hun-dert und etlichen Jahren hat man wenig davon gehört.
Und haben die Alten nichts von diesem gantzenSei-denwerck au?führlichers schreiben können/weil man da-mals nichts eigentliches davon gewust hat.VirZiius re-det hievon/nur gleichsam/als hätte ers durch einen Ne-bel gesehen/ da er LcorZ >ib. 2. also ihrer gedencket:
()u't6 51cmora^tkiopum molli cancntia IsnZ
Vclleracj; ut?o!iis clepcüanllenuia 5err6s.
Und dadurch hat Lcrviusund Solinusdie Seiven ver-standen/ und also/ wie Her: clc 8crrcs schreibet/ die ersteKundschafft von der Seiden in Italien / zur Zeit desKaysers Augusti / entdecket.Und Plinius / derzu Vc-spä5iani Zeiten gelebt hat / »nachts noch dunckler undunvernehmlicher/ und sagt/daß in der Jnsul coo,, dienahe bey Kkociis in ^Vlzri IVieclitcrranco liget/ die Sei-denwürme wachsen ; indem die Blühe von Cyprtssen/Terpentin Eschen- und Eychbäumen /von dem Regenabgeschlagen/zur Erden fallen/ und / von der Ausdün-stung der Erden/ belebet / erstlich zu Bienfalt^n wer-den / die aber klein und bloß sind; darum sie sich / widerdie Kälten zu beschirmen / mir einem rauhen Überzug
angethan/ und gleichsam mit Peltzen / wider den Win-ter/ versorget werden/ die/ mit ihren scharffen und ein-griffigen Füssen / die Wolle von den Blattern herabschaben und kratzen/solcheWolle mit den Füssen gleich-sam hecheln/und an die Aeste der Baume anlegen /dasübrige ( weil ich so vielJrtthum nicht Haussen mag) kander Leser bey erstbesagtem ?iiniolil). n. cap.2; selbstlesen. Daraus man siehet / daß gelehrte / grosse undvortreffliche Leute auch irren können ; und daß diesesSprichwort wahr bleibet .Lrrsrc Kumanum ctt. Istihnen aber desto leichter zu verzeihen/weil ihr Fehler al«lein aus Unwissenheit/und nicht mit Fleiß geschehen ;indem dasselbe L-cuium von der Ankunfft und vonder Nahrung dieser Würmlein/gantz unkundig gewe-sen/ also daß Vopilcus bezeuget / daß ein paar hundertJahr ohngesähr hernach/ zu äurciianiZeiten/die Sei-den mit Gold in gleichem Gewicht / sey bezahlet wor-den / deswegen derKayser ein gantz seidenes Kleid ,aus Bescheidenheit/nicht hat tragen wollen : derglei-chen man auch von tZcni-ico II. König in Franckreichschreibet/sbwoln zu seiner Zeit/ die seidenen Strümpfein seinem Königreich schon brauchig waren/ hat er dochkeine anziehen wollen. Nun ist zwar wahr / daß dieSeiden/auch zu unsern Zeiten/nicht an einem Ort wiean dem andern gemacht wn d. Johann Neuhof in sei-ner Gesandschafft an den Smischen Kayser loi. ,4).schreibet/daß die Seide in der Provintz XsntunZ, nichtvon den gemeinen Seidenwürmen / wie unsere zahmensind/sondern von andern wilden/den Raupen nicht un-gleich /an den Bäumen in öffentlichen Feldern gespon-nen wird / indem sie einige dünne Feuchtigkeit aus ih-rem Munde lassen / daraus lange Fäden gezogen / undan dieZweige gehefftet werden ; diese beiden ist weißund glantzend wie Silber / hanget wieSpinnenwebenan denBäumcnundBüschen/worvonsiedieJnnwoh-ner versammlen / und seidene Zeuge daraus machen.Sonsten aber schreibt er in seiner allgemeinenBeschrei-bung desReichs Sina toi, 377. also: Die meisten Sei-denwürme fallen in der Provintz c KekianZ, und wer-
^ den