Druckschrift 
Anderer Th. (1716) Wie die Bau-Gründe und fruchtbaren Felder auf das nützlichste und ersprießlichste anzurichten ...
Entstehung
Seite
290
Einzelbild herunterladen
 

290

DesAeelichen Land-uno Helo -^ebmv

drey Gulden und dreyßig Kreutzer/ oder zwey Güldenund fünffund viertzigKreutzer/dargegen werden ihnenim Sommer gewisse Wiesen und Aenger zur Ab-grasung / und im Winter gewisse Fuder Heu ge-geben ; Das Gesinde müssen sie selbst halten und be-solden.

An andern Orten gibt man dem Mayer-Volck eineBesoldung von 20. biß zc>. und mehr Guldens auch soviel Metzen Korn / etwas wenigs von Wäitz/ Erbsen/Haiden / Gersren und Habern auf das Hüner-Vieh;hingegen müssen sie selbst Dienstboten halten/ in Soldund Kost / und geben von jeder Kuhe der Hcnschaffljährlich drey Achtel Schmaltz/ bißweilen auch dreyßigPfund Käse.

Andere Herschafften unterhalten der Mayerin all-zeit auf 15. Kühe ein Mensch mit sieben Gulden/ und ei-nen Halter mit lo.Gulden Besoldung/blßweilen mehr/btßweilen weniger/ lassen ihnen auch nn Winter vonWäitzund Habern die Spreuer/ oder das Ohm/ (wiees theils zu nennen pflegen) geben ihnen auch das G«,hack / Biemebern / und was vom Brandweinbrenncnüberbleibt.

Her: Abraham von Thumshirn / in seiner lernenOeconcimia, so er/ aufAllbefehien Churfürsiens Au-gusti seligster Gedächtnißchat gestellet/und die vom Ca-spar Jugelio von Nauniburg in Druck gegeben wor-den/ gibt dreyerley Vorschläge/ wie das Rmdviehe imLand zu Missen verpachtet/das ist/ in; BeMnd verlas-

sen wird: 1. Wann ein Mayer aufemem Vonrerckedas Viehe bestehet/gibt ^r von einerjed^iKuhe zweyThaler/nimmt vier K älber jährlich ad/m'.ißvber allesGesinde besolden und verlosten; es wird ihn, hingegen/neben der Sommerhut undStrohfütterung/ein gewif-ferWießwachs zur Graferey/auch einKrant-Land undKuchengarten/alles auf seinen Unkosten zu bes! läen/eingeräumt / und 20. Schock Reißholy / ohne Bezch,lung / gegeben. Oder/fürs andere / er gibt von jederKuhe 6. Gulden / nimmt jährlich 4. Kälber ab, dage-gen hat er/wie der vorige/ mallen gleiche Bestallung/und noch zum Überfluß 20. Gulden für sich/ fein Weibvnd Gesind zu Lohn / auch 20. Scheffel Korn / einen

sten. Oderdnttens/gibt er dreyfsig gute Groschen voneinerKuhe/dargegen ihm allein/neben der srcyenWoh-nung /dre Hütung und Strohfütterung pasZirc wird/alles Gesind al'cr muß er selbst/mit der Besoldung undder Kost/verftrgen/allen Wießwachs selbst miecen/dasHoltz bezahlen/ und gegen Einräumung des Kraut/Landes und Kuchengartens / welchen er selbst bauenmuß / muß erMrlich vier Kalber absetzen/und diez.Iahr-über/so lang sein Bestand währet/ aufziehen.Doch wird allhier allein von der Form undWeile An,regung gethan/ und nicht von dem Werth / den man soeigentlich nicht benennen kan/weil er an unterschiedli-chen Orten / nach derZcuenLauff/ sich ändert / steigetund fället.

vi.

Von der Mayerin.

O wenig eine recht-bestellte Hauswirthschafft/ohneAuthun und Beyhülffe cmerHaußmutter/oder weiblichen Nebensorge/ kan wohl geführtwerden / so wenig kan ein Mayer/ ohne ein Mayerinseinem Amt recht und gcdeyllch vorstehen;die/wann derMann aufden Feldern/Miesen und Gründen beschäftigt ist / das Hause unterdessen versihet/ die Mägde un-ter ihrer Obsichr hat/der Wartung der Rinder/so wolauch des kleinen Viehes und des Geflügels/vorstehet/beydemMelcken/Abnehmen/Butterrühren/Schmalz-auslassen/allzeit/daß es sauber und treulich geschehe/ge-genwartig ist / die Mägde in Sommer zur Feldarbeit/Grastragen / Füttern / iin Winter zum Spinnen undanderer Arbeit antreibet/ihnen mitgutemBeyspiel vor-leuchtet / keine Leichtfertigkeit / Kirchtag-lausf/ Nachl-täntze/ Müßiggang/ Zanck/ unnütze Geschwätz und un-nothwendige Händel gestattet/ des grossen und kleinenViehes rechtmitFütteru/Striegeln>Wischen/Streu-machen/Ausraumen und anderer Wartung pfleget/sobald ein Vieh oder Dienstbot einiges Zeichen der Un-päßlichkeit gibt / solchem vorkommt / Rath und Mittelbraucht/gute Kräuter und Wurtzen / zu seinerZcir ein,sammlet/mit aller Fütterey auf das mthsamste umge-!het / auf den Kuchen-und Mayerzeug ihre Obstclt hat/das Brod wohl ausbacht/und dasEssen für dasGesin-de sauber und reinlich kocht/ allen Vorrath an Kraut/Rüben/ Mehl/ und andern wol verwahret/ damit alleszu Nutzen komme;die Trayd-Säcke soll sie ausbessern/sauberhalten und aufheben/ und alles/was sie empfan-gen/aufschreiben lassen.

s So muß sie auch zur Flachs-nnd Hauff-Arbeit ihrO bsicht haben/bey denRobbattern(wo sie vorhanden)oder bey den Mägden seyn / selbst mit Hand anlegen/jedwedem ihr Gcspunst austheilen/auch Garn zu gro-ber und kleiner Leinwath arbeiten lassen ;das Obst(nvkein Gärtner ist) ablescn/aufschüttcn/ausklaubcn. pres,sen/ schelen/ zu Spalten machen/ und solche dürren lassen. Nicht weniger ist der Kuchengarten ihr anvertraut/wie auch die Bienenstöcke / daß sie / was im Winteraufzuheben/ einznschneiden oder zu gemessen/zu reck'.crZeit einsammle /tmd zu Nutzen bringe/ Honig undWachs ablasse.

Sie soll auch allerley Mittel wissen /das Ungeziefer/so sich im Hause/Kammern und Stallen findet/zu ver-treiben; als für die Flöhe/soll sie Wermuth und SaltzimWasser kochen/und dieKammern damit besprengen/oder mit Wasser/darinnen Rauten gesotten' oderFlü,hekraut in die Kammern streuen. Die Wanhen ver-treibt das Wasser/darinn einFercklemg ..ühet wor-den / in ihre Ritzen gesprützet; iten, Rinderqall. DieGrillen vertreibt diß O-cvÄum: Nimm Erbsen/ kochesie/druck sie durch ein dünnes Tuch/laß es mit Fettendurchsieden / und wieder kalt werden/ rühre alsdann/wann es kalt worden /Quecksilber darein/ bestreich da-mit ihre Ritzen; item / räuchere offt das Gemach mitRauten/Halt die Fenster eine Zeitlang zu/so ersticken sie.Für die Mäuse nimm einen Löffel voll ungelöschtenKalck/zerstoß ihn/nimm darnach zwey Löffel voll Wäi-hen-oder Haiden-Mehl/ und einen Löffel voll Hut-Zu-cker/ mengs zusammen / se h es hin/wo sie sind/ und ein

Scherb-