Achtes Buch
Ziehung und die Nasenlöcher unvermerckt in das Hirn
jichet/unddardurch mercklich - empfindliche Verände-rungen verursachet / und solches soll bey jungen undzarten ObjeH,, desto leichllicher und bälder verfänglichseyn / daß aber die Augenstrahlen durch die Lufft einestarckeWirckung haben/mag allein auß deSBasitchkenAugen bekrafftiget werden.
Es sey ihm aber / wie ihm wolle / so ist doch dieseMeynung/ daß man Kinder und Viehe durch ein bösesGesicht / wie es insgemein genennet wird / oder durchBeschceyen könne verderben / so alt und durchgehend/auch durch viele und denckwürdige Exempel so wahr-scheinig / daß sie hart mehr auß den Gemüthern derMenschen außzureuten seyn wird ; wie noch bey deinVirxilio, in dem dritten Hirten-Gedicht / der SchäferlVIensclaz klaget:
^elcio»czu>8 tencros Oculuz miki salclnztaznos.
Ich weiß nicht / was für Boßheits-AugenMir meiner Lammer Krasst außsaugen.
Welches auch einhellig alle diejenigen/so mit Pfer-den und Viehe-Zucht umgehen / gewißlich bestattigen/und/wider dieses ihre gewisse Euren und ämiäora ge-brauchen.
Wahr ist es wol / daß bey diesen ( wie allenthalben)viel grosse Aberglauben und böse Zauberstücke mit un-terlauffen / daß offt die Artzney gleich so arg und unver-antwortlich ist/alsdieKranckheitftlbsten ; so findensich dennoch in der Natur viel geheime und verborgeneWirckungen / deren Ursachen durch unsern zimlich ver-tunckelten Verstand nicht vollkommen untersuchet underklaret werden können. Daher vermeyne ich derglei-chen Euren die nicht an ckaraücrc, gewisse Wort/Zahl und Täge/gebunden sind/zu gedulten und zubrau-chen seyen.
Als wann man glaubt / ein Pferd seye beschrien /soll man einen neuen Topff / voll glühender Kohlen/von Eychen - Holtz nehmen / und den Harn von einemjungen noch reinen Knaben darauf spritzen oder gies-sen / und dem Pferd den Dampff in die Nasen / undan den Bauch gehen lassen / dem Pferd aber / mit einerDecke, Kopssund Leib verhüllen/ daß der Dampff woleindringen / und nicht beyseits verfliegen müsse. Ist esaber eine Stutten / so soll der Harn von einem jungenMägdlein seyn.
Andere nehmen eine Hand-voll äbrotanum, oderAbrutum/ und so viel Weinrauren / samt demSaa-men/ thun ein wenig unzerriebenen Saffran und garein wenig Schweflet darunter / und ein wenig Holtzvom Antritt auß dreyen Thüren / und räuchern dasThier damit. '
Item/ nimmt man ungebrauchtes Papier / zerreissetes m kleine Stücklein/von dem Antritt von dreyenThüren ein Spänlein / Asant / gedörtten Saukoth/Meerhirß/ein Thier damit beräuchert/ daß es fein zuge-deckt den Rauch bey sich behalte/und er auch in die Na-sen gehe.
Oder/nehme Campher/einer halbenHaselnuß-groß/und so viel Asank / vermachs in einem saubernTuchlein/und Hangs dem Thier an; wiewol bey den ersten zweyenMitteln ein Aderqlaub mit unterzulauffen scheinet / da-für sich jeder Christ zu hüten hat.
Andere hangen / für Beschreyung der Pferds /Allermanneharnisch / oder tte-bam ViÄoriaicm, in
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/Pferdezu cht. 275 !
dem Srall auf/ oder hangen sie den Pferden an den!Halße.
^Xlii Inclu5w mulieri, menNruat« scctum i.'-fcüumse inquinalum equo infunclunt.
Wann ein Pferd verschrien ist / so nehme ein Mäsilein Habern/geuß Manns-Urin darauf / und qieb ihmözu essen ; oder mach eine gute fcharffe Käse Suppen /gieß sie dem Pferd ein/und reute es/daß es schwitzet.Oder nehmegebrandresHirschhorn/der zwischen zwey-en Frauen-Tagen gefällt worden/gieb dem Pfad et-was davon gepulvert ein.
Wann ein Pferd verzaubert ist / so nehme Hasel-nußwmtzen/ Eberwurtzen/ Christwurtzen/ Dattelkern/Schwefel/ Saltz und Kärpffenstein/ mach alles in glei-cher (Quantität zu Pulver/menge es untereinander/und giebs dem Pferd Abends und Morgens zu essen,allweg einen Löffel-voll unter das Furter / und sonstnichts zu essen.
Wann ein Pferd bezaubert ist / (sagt Martin Böh-men) so stehet es stets / und hänget den Kopff immer-fort in die Krippen / schwitzt allzeit / kan auch keinen ei-nigen Schenckel rühren oder fortbringen / und sind al-so diß die drey Merkzeichen /worju man solche Stückegebrauchen solle ; Nehme Farrenkraut / schwartzenKümmel / Fünfffingerkraut / jedes ein Loth / alles zuPulver gemacht / und ohngesahr ein Loth Menschen-Bein gebrandt/und zu Pulver geflossen ; item/dasHoltz/ welches ein fiiessendes Wasser außwirsst / so mangemeiniglich am Rande des Wassers findet / vor derSonnen- Aufgang geholt / mit einem Messer klein ge-schaben / und dessen ein Loth unter das obige Pulver ge-macht/und in einer MaßWein-Essig dem Pferd/essey zu weicher Zeit es wolle/auf dreymal eingegossen;wann dieses geschehen / soll man einen Knochen oderBein von einem Menschen nehmen / dem Pferd solchesauf die rechte Seiten unter die Mähne hencken/fo wirdes wieder besser.
Diß folgende Pulver soll auch für die Verzauberunggut seyn / und soll ein Roß auf der Reise den Muth da-von allzeit behalten: NehmeHirschbrunst/Christwur-tzel / Eberwurtzel / jedes ein Loth / Attichwurtzen zweyLoth / geflossen und gepulvert Farrenkraut vier Loth/zweyLothHasellaub/ein Hasensprung/einLoth mcnlvmmuiicbri8, einLoth gepülverte Fledermäuß/ zweyculos Icporino,, dieses alles untereinander zu thun / zuPulver gemacht/und demPferd auf dem etwas befeuch-teten Futter vorgegeben.
Her: Carrichter/ weilandKaysers^-ximilisni deßAndern diß Namens berühmter und bekandter Hof-^-ciicus, dessen unterschiedliche Wercke erst neulich
Hnno 1670. vom HeNN.sok.tjislciz Cgrcliluci» U l)
an das Licht gebracht worden / der will / man solle f'rZaubereyenallzeitdasedleKraut»ypencon> Beyfuß/Stabwurtz/ spitzigen Wegricht/ rothen Knoblauch/dieweissen S Johannesblumen/so auf den Aeckern wach-sen/Wolmuth / Bekonienkörner/ darnach dreyerleyDaurant s oderOrant ^mkirnnum) den eisten / denman sonst Hundskopffnennet / den andern den gemei-nen/und den dritten den edlen Daurant/auch dreyerleyWiderthon/welche sollen gesammlet werden gegen denvollenMond im erstenViettel/auch sollen sie mit keinemEisen berühret werden/weil dardurch nur die Zaubere,)gestärckt wird; sie sollen/zur Zeit ihrer Sammlung / in
* Nn ^ voller