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Anderer Th. (1716) Wie die Bau-Gründe und fruchtbaren Felder auf das nützlichste und ersprießlichste anzurichten ...
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Achtes Buch / Pferd-Zucht.

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Schleiften an einem Stock hinein / und bemühen diePferde so lang bis sie ihm das Seil über den Hals be-kommen/ das ziehen sie alsdann zu / und würgen dasPferd/ daß er kaum langer leben kan / hemmen esalsdann an Füssen und am Maul / daß es nicht scha-den kan/und brmgens mit sich heim/darnachspannen

sie es also gebunden für einen Pflug / und martern esetliche Wochen/oder so lang/ bischmalle Wildigkeitgebrochen wird/ alsdann wird ein sehr festes uud ar-beitsames Pferd daraus/ das gebraucht man wie ande-re Pferde/ es lebt auch viel länger/als sonst andere.

ttaÄenus A1icr«!ius.

c^. xi.

Bon Türckischen und Persiamschen Pferden.

.EilderTürckgantz Griechenland / ^natolia^und Hiis, neben vielen andern Provintzen/un-rer seinem Gibiet hat/ als werden alle Pferde /die derselben Orten/ sonderlich in (^rTcia ( darunter^rcaciia, l'kcllaüa. L^iclauru8 , ^rcsnia , UNd an-dere Mehr/) und älis fallen/ bey unsTürckische Pferdegenennt; und ist zwar wahr/daß dieThessalischenPfer-de mehr als vor 2000. Jahren/ bey den Griechen /^ ingrossem Ansehen/und bey d-n Olympischen Wettläuf-fern osst Uberwindere gewissen. Ja/unter diesem Na-men/ bergen sich auch wol diejenigen/ so in dem Türcki-schen Hungerland/in Moldau/Sclavonia/WallacheyAlbania/ Croaten und Dacia erzogen werden. Da-her der Nam eines Türckischen Pferdes sehr weitläuft-tig/ zweifelhafftig und uugewiß/ und wer sich allem aufden Namen (ohne Nebenbeobachrung der übrigenUmstände) verlassen wolte/ manchesmal grob würdebetrogen werden.

Unter allen Orientalischen Rossen sind nun die Per-sianischen/so wol wegen der Grösse/alsSchönheit undsanftlm Ganges/die besten.

/olapkstLarbarus,und andereneueScriptores.be-richten/ daß der Persianische ^>opk> lls^n , beydem Gebürge ^auro, ein überaus grosses/ schönes undtreffliches Gestütt Halle/und das ist(wie Her: vonL tu-denberg meldet) leichtlich zu glauben / weil vordiesem wegen der Pferd-Zucht berühmt/ ihm unterchä«nig / daß in einem Medischen Kriegszug / vor altenZeiten/wie »crocjotus schreibet / über 80000. Pferdesich gesunden haben.

Diese nun haben alle die Tugend ( wie Her: Fug-ger meldet) an sich/die ein Kriegs-Roß haben soll; eskommen aber deren sehr wenig/ auch gar selten zu uns /und wer ein solches Pferd bekommt/ (sagt er) der mages wol aufheben/und ihms lassen lieb seyn/denn sie sindrcsch/freudig/ starck/arbeitsam; allein etwas untreu imStall/ und beGn gern. Gleichwie wir heraussen nachden Türckischen Pferden trachten/ also bemühen sichdiese Türcken/diePersianischen zu bekommen/und wa-gen ein grosses Geld darauf. 1avcrnicr lit>.4. csp. z.schreibt/ die Persiamschen Pferde seyen mittelmassigerGrösse/ kleiner als die Frantzösischen/vornen etwasschmal/ aber überaus lebhasst/ und flüchtig. Zu lauftenführen sie den Kopff nicht wol/ aus einer von den Per-sen ihnen eingebrachten Gewohnheit/sind sonst gelernigund leicht zu unterhalten. Man gibt ihnen/von einemAbend zum andern / bloß einen Sack voll Häckerling/und ihre Maaß Gersten/so man oben darauf leget/ undein wenig untereinander mischet / damit sie das StrohMlich mit der Gersten fressen. Wann die GerstenAehren bekommet/ gibt man ihnen solche sünffzehen bißzwantzig Tage lang zu fressen/welche sie purgirt/ nach-

gehends/ um ihre Zahne zu schärften / menget man ih-nen solche kleingehackte grüne Gersten mit ebenfallsgehackten Stroh/dergestalt/daß alle Tage allmachlichdas Antheil der Gersten vermindert wird. In Persienwallachet oder verschneidet man die Pferde nicht / sieverrichten schwere Arbeit/und thun gute Dienste/ offtbis in das achtzehende Jahr; zuWinterszeiten schärfstman ihnen die Eisen mchl/sondern man schlagt ihnennur Schärffnägel. Ihr Zeug ist gantz leicht und be-quem gemacht. Diß ist zu beobachten/ daß die Perserein Schwein/in ihren Ställen/ (wie wir einen Bock)halten. Alle Pferde / aus des Königs Stall/ sind amhintern lincken Schenckel/ mit einem Brand gezeich-net/ die aber andern Leuten zugehören / haben denBrand auf verrechten Seiten Die Pferde/ welcheder König in seiner Armee austheilet/ haben mit denseinigen gleiche Zeichen/und lassen sich dergleichenPfer-de nicht mehr verkauften/ doch dürften sie selbige ver-tauschen. Wann einem solchen Reuter das Pferdumstehet/muß er das Stück Haut/ woraus das Kö«niglicheZeichen gebrannt ist/ausschneiden / und denUmer-Offlcierern des Generals von derReuterey über-brmgen/so bekommt er ein anders/ sonst muß er ihm ei-nes von seinem eignen Unkosten schassen. Die Unter-Officierer legen/ erwehntesStückHaminein Wasser/und kennen es stracks / weiß nicht aus was vor Merk-mahlen/ob das Pferd entweder Alters halber / odersonst wegen einer Kranckheit/ umgestalten/ oder obes muthwillig ums Leben gebracht worden / so dannmuß er ihm selbst eines schaffen/oder wird gar ausge-mustert.

Insgemein aber / wie sehr man den TürckischenPferden bey uns nachstellet/und/ mir grossen Unkosten/bekommtund heraus bringet/ thun sie doch in Teutsch-land selten gut/ weil ihnen die Wartung abgehet/undsey solche so cxquiiu und köstlich / als sie immer wolle/so ist doch in unserm Teutschland zimlich starcke Lufft /welche die aus i.cvant- kommende Pferde hart vertra-gen können.

Es sind bey uns harte/steinichte/ tiefte/ sümpffigeWeg/dardurch ihnen der Kern so wolalsderHus ver-derbt wirb; wie sie aber sollen verpflegt werden/ gibtHer: KiaZnus Seuter in seinem schönen Buch vonderRoß-Artzney folgende Regeln.

1. Man soll es zu Ende des Aprils/oder AnfangdesMayen/ auf das Grase lassen/und allzeit wol de-cken/wann sünffzehen Tage vorbey/soll man ihm dieHals-Ader / oder in den Füsseln/ oder die Schrenck-Ader und die Bug Ader schlagen/ und darnach wie-der sünffzehen Tag auf dem Gras gehen lassen ; wel-che Roß dürz werden/denen soll man den ersten Tag/wann mans aufs Gras schlagt/ aus der Kraul-Ader

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