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Anderer Th. (1716) Wie die Bau-Gründe und fruchtbaren Felder auf das nützlichste und ersprießlichste anzurichten ...
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Des Adelichen Land - und Feld-Lebens

den; was den Brand auf der lincken Seiten hat/kommt ausCalabria/die ihn aber auf der rechten Sei-ten haben/kommen ausApulia/diefe fu^d sehr groß/undwerden <^or^cri genannt ; man achtet ihrer aber dieserZeir nichts/und werden allein in dem Königlichen Ge-stüt! noch erhalten.

Die mittelmassgen Pferde/die sie 6cnctti 6c>ke-znomnnen/undvonder Spanischen herkom-men/ auch ihnen fast ahnlich / aber starcker und noth,leidiger sind / werden spat zur Arbeit gebraucht/wah-ren jedoch desto langer/haben meistens in der Jugend/stürmische Köpffe (wie Herr Fugger andeutet) und

werden bis ins siebende oder achte Jahr ?oiiecki ge-nannt.

Nach diesen sind die nächsten/die aus dem Mantua-nischen Gestütt erzogen werden : Die Bescheller undStutten sind gar aus Türckey/Barbaria und Spaniazufamm gebracht worden / vom Hertzogen krZnciscowie Herr Fugger meldet/ sind nicht so wild/aber gelerniger und gehorsamer/ale die Neapolitaner/darum hat der Glorwürdige Kayser csroiug v. imKrieg sich allein dieser Pferde für seine Person bedienet.So hat auch der Groß-Hertzog in Toscana gleichmäs-sig ein treffliches edel und schönes Gestütt/ wie nochmehr andere grosse Herren in Jtalia.

X.

Frantzbsische / Engelländische / auch wilde Pferde.

S vermeynet Herr von Stubenberg in seinem >Discurs von der Pferd-Zucht/ das grosse undweite Königreich Frankreich habe Mangel anPferden/weil daselbst wenig Gründe zur Weide vor-handen / und das meiste Land zu Weinbergen undKorn-Feldern gewidmet Heye; es seyen nur jin öre-taizne und ^vc-sZne etliche / die zu allem mögenabgerichtet werden/zu finden/so aber nicht wohlge-staltet.

Hingegen Herr Antonio ?lu vinei, der in Franck-

reich/zu Zeiten ttcnric, IV. und i-uc!ovici XIII. be-rühmte und wolbekandte Bereiter/ meynet/ daß/überdie zwo obgedachte Provintzen/ auch in QötcoZne, t.i-motin,?oiüou, 51ormgnclic und Lvurzo^nc so gutePferde zu finden/und besser / als sie aus Teutschland/Flandern / Engelland und andern benachbarten Orten/ dahin kommen; wann nur die grossen Herren/und der Adel des Königreichs/ gute Gestüttereyen auf-richten möchten; er meldet doch dabey/daß ein Berei-ter weniger auf das Vatterland/ als Eigenschafft sei-nes Pferdes / solle sein Absehen haben / und schliesstendlich mit diesen Worten: ?our mo/,)-ne m'en-

czuicrs point cic c^uels sia/s ils so^cnt, czuzncl^e lesvll^svoir bonnctaillc.bcsux bcücs jambc»,

svec la iorce, 6c la leZerctb L? 6' unc bonne Lcäoucc nsturc.

Dieses verwundert mich allein itziger Zeit / daßdie Frantzosen ihren Pferden/aus Meynung/ der Ru-cken solle dardurch sich befestigen / sehr genau denSchweifs wegschneiden/ welches/ meines Erachtens/nicht allein ein Ubelstand/ sondern auch bey Sommer-Hitz diesen armen Thieren eine grosse Verhinderungist/ daß sie der Bremen/ Fliegen/ Hummeln und Gel-sen sich nicht erwehren können / und des ihnen/ von derNatur/ zu ihrer Beschirmung/ mitgetheilten Fliegen-wedels und Gegenwehr beraubt sind / davon sie imReisen doppelt gemartert werden; dann / obwol nichtzu laugnen/daß/durch Abnehmung etlicher Grade vomPferd-Schweiff/ der Nucken sich ttärcke / so halte ichdoch für gewiß/ mann wan zu viel thut/ daß man mehrSchaden als Nutzen damit anrichte / dardurch »erRucken so wol als das Gesicht/ welchen ihre vcna me-<!u»ari, unterbrochen ist/ mehr geschwächt/ als erhal-tenwerden : Will nichts sagen von der Heßlichkeit/daß sie/gleich einemAffen/ihre pcilicrior/, nicht be:gen/

sondern weder für Sonne/Wind und Regen bedeckenmögen.

In Engelland gibts gute und dauerhasstige Pfer-de/daß sie (wie Herr von Stubenberg in seiner 'vferd-Zucht schreibet) allen andern gleich/auch vielnoch über-treffen ; sonderlich werden die Englischen Zelter geprie-sen/wegen ihres sichern und sansstenGanges/deßwegensie für das Frauenzimmer überaus bequem / auch dar-um in solchem Wehrt und Ansehen sind / daß man kei-nen/ohne 8pcci2>.Paß vom König / ausser Landesführen darff / meistens einen per 4/5/oder wol 600.Reichsthaler.

kir. Ssmson 6' äbbcvillc schreibt in seinem (ilobotsrrcl!ri,daß diese Pferde in der Arbeit gar starck / aufder Reise sehr gutund geschwinde sind/durch die Was-ser und Pfützen gehen sie so sachte / daß dem Reuterkaum die Schuhe naß werden; auch erzehlter ferner/daß in Schottland wilde Pferde gefunden / und inden Nordischen Gebürgen Arhol und Badennoch ge-fangen werden/ welche die Jager und Bauren daselbstmit ihrem Geschrey und Bellen derHunde/ an sum-pfichte Oerter treiben/und bisweilen wol soo.Halffterund Spann-Seile anzuwerssen wissen/ dieselben (sagter) werden mehrentheiis innerhalb sechs Monaten alsozahm gemacht/daß man sich ihrer/nachBelieben/bedie-nen kan. Es sollauch noch bey denselbigenNationen/in den andern Gebürgen / wilde Pferde geben. Und/oksnncs kiicrTlius im sechsten Buch seiner Pomme-rrschen Chronicken toi. z 9z. schreibt also: Vor etlicherZeit hat es in der Uckermündischen Heide in Pommernso viel wilde Pferde gegeben/ daß sie Haussen-weise ge-gangen sind/ dieselben haben fast allerley Farben / wiedie andern Pferde/aber doch dabey einen gclbenStrichüber den Rucken/und werden auf folgende Weise ge-fangen : Man macht ein langes GeHage oder Zaun/der sich vornen aufeine Viertel Weges erstreckt / aberimmer enger wird/bis ans Ende/und ist daselbst wieein Winckel gemacht/ allda ist ein hoher runder Zaun/etwan sechs schritt in die Breite / gezaunet/ der hateinen Eingang/ so groß/ daß ein Pferd darein kommenkan; wann nun die Bauren mit einem grossen Ge-schrey/und vielen Hunden in, Holtz jagen/ und etlichewilde Pferde im Holtz auftreiben / so drengen sie diesel-ben so lang / bis sie in den Zaun lauffen / vermachendaraufdas Loch im Zaun/ stecken ein Seil / mit einer