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Anderer Th. (1716) Wie die Bau-Gründe und fruchtbaren Felder auf das nützlichste und ersprießlichste anzurichten ...
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De6 Ade!ichen Land- und Feld-Lebens.

. ein hohes Alter / bleiben nicht weniger gesund und ar-beitsam/und zahlen ihren gütigen vernünffrigenHerren. die kleine Gedult/ so er ein paar Zährlein langer mit! ihnen getragen / mit viel andern Jahren / fünffodersechsfaltig / da sie sonst vor der Zeu hatten müssen aus-dienen.

Ich weiß mich auch zu erinnern/daß ich / zu mei-ner Zeit/ in Schlesien unter dem Adel gute und hur-tige Pferde gesehen/die sie doch selbsten theils erzogen/theils von ihren Nachbarn imLand erkaufft haben ;und können sie / weil sie langst dem Oderstrohm/(dernach der Länge Schlesien durchrinnet/und auf der an-dern Seiten drey oder vier Meil weit an Polen mehroder weniger angräntzet) mit Podolischen Bejcheilern

ihre Stutten belegen/und also eine gute taugliche Artbekommen.

Es hat sonderlich JhreFürstliche Gnaden von Liechtenstein / zwJägerndorssein edles und wohlbestelltesGestütte. Von andern in Oesterreich/Böheim/Mäh-ren/und in der Karst aufgerichteten guten Stüttereyenist allbereit zuvor im 2. Capitel Meldung geschehen.Wie dann auch vor diesem die Ertz-Hertzogen zu Jns-bruck/Jhr Hochfürstliche Gnaden Ertz-Bischoss vonSaltzburg/Ihr Churfürst!. Durchleucht in Bayern/dieFuggerischen Grafen zu Tratzberg und andere Fürsten/ Grafen und Herren in Teutschland schöne undherrliche Pferd-Zuchtm angestellet haben/so die Weit-läufigkeit zu verhüten beyseits zu setzen.

VlI.

Von Frießländischen/Oldenburgifchen/ Holsteinischen

und Dänischen Pferden.

Je Frießländischen/Holländer / Flämming/Westphalischen und Gelderischen Pferd/wer-den für schöne aber weiche Pferde gehalten/dar-unterjedoch dieFrießlandischen den Vorzug haben/diehart und nothfest sind/ auch in Teutschland allenthal-ben/in die Carossen/wegen ihrer ansehnlichen Grösse/um hohen Werth aufgekausst werden.

Herr Fugger sagt / er halte für seine Person dieBergischen Pferde für die besten/so nicht allein in Nie-derland/sondern auch imgantzen Teutschland fallen/welchen die Westfälischen fast zukommen / denn sie)aben eine ziemliche Grösse/sind geringer vom Kopff/Hals und Schenckel/ als die Friesen; sonst sind un-ter den Frießlandern gehorsame/ willige/gelernige undromme Pferde/ darunter es auch wohl giebt/die einetrefflicheMte Larricr-, machen/ und tapffer über ei-nen Graben setzen können; sind auch / wannsie ein-mahl unserer Lufft und Wassers gewohnt haben/ziem-lich daurhasst / daher keine Pferd-Art zu finden/ diefür die Cürassiers tauglicher und besser wären/ alseben die Frießländischen Gäule / nicht allein weil sieeine grosse Schweren wohl tragen können/ sondernauch/indem man in Battaglien eine Trouppen feind-licher Reuter angreissen und trennen soll / vermö-gen sie/ mit ihren kräfftigen Anfall und starcken Nach-druck/bald Platz zu machen/und den Ihrigen Lufftzu geben.

Das ärgste ist / daß / wann sie Anfangs unsereharte frische Wasser trincken / solches ihnen gern indie Füsse schlagt/daß sie davon ßussig werden/ Räpf-fen/ Maucken und Löcher in die Schenckel und Fas-set bekommen/ daher man ihnen anfanglich eine ge-raume Zeit überschlagenes laulichtes Wasser / mitein wenig Gersten-Mehl gemiscbet/ zu trincken gebensolle.

Von Oldenburg schreibt Herr von Stubenberg

also: Die Grafschafft Oldenburg / ist zu dieser Zeit wieein Pferd-Paradeiß/dessen Fürst/Herr AntoniusGün-ther/ein Herr von siebentzig Jahren/so sehr ein Pferd-Liebhaber ist/und solche Erfahrenheit davon hat/auchso viel Unkosten und Sorgen darauf wendet/ daß seingantzesLand eine Gestütterey zu heissen/welche er vonauserlesenen Beschellern / aus allerley Lands-Art/ mitso hoherFürsichtigkeit verstehet/daß ich mich zu bestatti-gen erkühne/es sey fast kein Christlicher Fürst ihm diß-falls zu vergleichen. incie (fahret er weiter fort)k im.

zzcrstorc» Sc omnium R.c^um(^uac!riAN speciolillimTijzliui kc^uiz intiruuntui-, Quorum ( uli i^le mibi rctu-Iit)iIIe quc>tannnis ultra csntum , tiincin6e6o-nc> cjst,iigczue totius L,urop-e Iau6csac bensvolenliamcsptst.

Was im Stifft Brehmen von Pferden erzogenwird/ ist wol groß/ und dem Ansehen nach starck/ abergank weich matt undplatthüfig/werden meistens in dengrossen Morasten erhalten und geweidet; in andereOrt gebracht/dauren sie nicht lang/daher man ihrerauch wenig achtet.

Die Holsteinischen sind kleiner/aber edeler und star-cker/meistens gedruckte hengstmässige Pferde/ von har-ten Knochen und gesunder Art/werden auch offt in un-sere Lander gebracht.

Die Dänischen sind uoch kleiner und schwacher/deren man jetziger Zeit / wegen des schweren Nordi-schen Kriegs / darunter selbiges Königreich und die be-nachbarte Lander / Blut und Vermögen geschwitzthaben/ sehr wenig heraus bekommen kan/und sie selb-sten zu Montirung ihrer Reuterey / zu Fortbringungder Bagage / Artillerie / und andern Kriegs - Noth-durfften/fast Mangel leiden/ und/aus ihren und denenbenachbarten Orten / nicht genug Pferde ha-ben und finden kön-nen.