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Anderer Th. (1716) Wie die Bau-Gründe und fruchtbaren Felder auf das nützlichste und ersprießlichste anzurichten ...
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113
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Siebendes Buch/Ackerbau.

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klein ;erstossen/und darein vermischt;und weil das weis-st Weidenholtz eine sondere Art an sich hat/ eine S'äu-ren zu geben/zu mehren und zu erhalten/soll man zu den

Essig-Kässern/oderKrugen/SpüntundZapffenausdiesem Holtz machen und gebrauchen / so bleibt der Es'sig desto Ueber und langer Zur.

ci.

A ls Bierlager Brandwein zumachen.

Jerhefen ist ein ir^disches/dickes/schweresDiiig/>jo sich im Bier niedersencket/und unren in demGrund des Fasses setzet/ ist warmer und trocke-ner Natur/Md aufblähender Eigenschaft / wie mansiehet an den Bieren/und Taigen / die sie aufstossen/aufgeblasen Und aufgehend machen / und wird dar-omö folgender Gestalt ein guter Brandwein diftillirt;Geuß die Bierhefen in eine kupfferne inwendig ver-zmnreBlasen/oderVclicam, so in dem Distillir-OsenMltLaim angeklebt ist/ doch daß die Blase etwa dendritten Theil leer bleibe / und mache ein Feuer mitHoltz in dem Distillir-Ofen/nimm alsdann ein Rühr-scheid/so vornen etwas breiter als hinten/ auch langerals die Blasen tieff ist/damit rühre die Materi in derBlasen wol um/ daß sie nicht anbrenne / und diß solang/bis die Hefen wollen aus der Blasen Überlauf-fen/ziehealsdann eilend das Feuer aus dem Ofen / da-mit die Flamme nicht mehr so geschwind Äber sich trei-be / und sehe den kupssernen DiMir-Helm auf dieBlasen/richte desHelms Röhre durch eine Tonne oderHaß frischen Wassers/die Fügen des Helms / und ander Röhren/verkleibe wol mit gutem Laimen/ oder miteinem leinenen Tuch/ oder Papier/ darauf Papp ge-strichen sey/umlegt/oder nur einen Hadern /der in dieHefen getunckt sey/herum geschlagen; für die Röhrendes Helms muß ein l^cceptacuium, Krug/ Glas/ oderander Geschirr vorgelegt werden / darnach lässt mans^ey einem Kohlfeuer/mit gebührlicher Regierung desArades/immer mählich gehen undtropffen/biß sich al-les dasjenige/ waö spiriruaiisch m den Hefen ist / her-über gedistillirt hat / welches du dabey inercken kanst/man lasst ein wenigm ein Schüßlein lauffen/und geusstes ms Feuer/wann essehr zischet / und nicht mehr einblau Feuer üdcrsich fahrt/so laß das Feuer abgehen/und geuß dasjenige / was du in den L.cccpncu>is auf-gefangen hast/ in ein Faßlein/ oder sonst in ein anderGesasse/darinn es/damit die^iritus nicht evsooriren/wol könne vermacht werden.

Was in der Blasen überblieben / gieß in einSchaff oder Geschirr aus / denn es dienet sehr wol/unter andere Schwein - Mast zu mischen / und dieSchweine damit zu mästen. Darnach geuß wieder-um andere Hefen in die Blase/und proccäire in allem/wie vor angezeigt worden. Diß thue zum dritten- odervierdtenmal/ biß dupsrlZilliiigtioncm so viel gesamm-let hast / daß es genug zur Läuterung sey. Alsdannputze und saubere die Blasen/Helm und Röhren fein

rein/und nimm Negelein / Jngber / Calmus/ Zim-metrinden/Pfeffer/und andere Gewürtze / nachdemdu viel Unkosten aufwenden wi!t/klein zerschnitten oderzerstossen/ alles ohngefahr zusammen eine gute grosseHand-voll/und etwas Saltz darzu gemengt / etlichenehmen auch Weinstein/der auf dieweissen caicimrtist/darzu/so gar wohl gethan ist; diß schütte zusammenm die Blase/und dann die obqedachte gedistillirte 6ud-ä,,ntz darüber gegossen/ den Helm aufdie Blase gesetzt/die Röhren durch das Kühlfaß gerichtet/die Fugen desHelms verkleidet / Kc.>ccptz«.uK für des Helms Roh,ren gelegt/und mit gantz gelindem Feuer den iZpiriwmherüber getrieben / und also von dem abgezo-

gen/bis man am Geschmack mercket/ daß das Geringehernach kommt/so must du mit der Oittiii^ion aufhö-ren/die Vorläq-Gefässe wegnehmen/ und in einemwolvermachten Geschirr verwahren.

ImDistillirenmußmansichwolvorsehen / damitdas Keuer recht regiert werde/da ß es stetig und fein ge-linde/und wezu starck gehe/ sonderlich Anfangs/wannman dieHefen distillirt/denn von dem m starckenFeuerschiessen die Hefen häuffig zu den Rohren des HelmSherauS/in die Vorlage/welches Schaden bringet/ die,sem aber kanst du wol fürkommen / und es an dem mer-cken / wann vornen zu den Röhren des Helms einRauch beginnet heraus zu gehen/so ist das Feuer ;ustarck/und gehet zu heiß/sodann muß man das Feuerfiugs wegrucken/oder sonst dämpffen/fonsten schiesst dieMateri stracks hernach. An der ersten Destillation kanman/neben den Kohlen/zur Feurung auch wol kleinegehauene Scheitlein Holtz anwenden/ und alte Stöcklein oder Klötzlein von den Wurtzen der Bäumen ausden Waldern/die fein alt und faul sind/und lang Feuerhalten können; in der Läuterung aber/muß man alleinKohlen brauchen.

Im übrigen/müssen hier alle c-mtlonen/ welchebey Ausbrennung des Weinlagers und Korns / zu beobachten/ gleicher Massen statt haben. In Verwahrung und Behaltung desBrandweins/muß man nichtgantz neueFäßlein/Krüge/oder dergleichen Gefasse nel>men/ denn sie ziehen den Spintum und beste Krafft desBrandweins an sich/ davon er schwächer und geringerwird/sondern du must solcheGefasse darzu gebrauchen/darinnen zuvor etwan Wein oder Brandwem gewesen / oder die mit warmen Wein vorher wol ausgebrennt/wenigstens mit laulicht warmen Wasser angefüllt/etliche Tage gelegen sind.

ll. Tbtil.