Siebendes Buch/ Acker-Bau.
nehmen des Mondes geschehen / und wann es am Tagdes Neumondes gethan wird / soll das Gttraid / dasdavon wächst/ vor den Wlppein und Kornwürmensicher seyn. Etliche lassen d,e Bobnen gar zeitig wer-den/ nehmen sie hinweg/und rühren hcrnach das^uohm die Felder/ ist aber nicht so gut/ hat auch ein embsigerHausvarter mehr auf des Feldes Nutzen zu sehen /wann ers grün einackern lässet/ weil es den Unkostenwieder reichlich erstattet;diß thun ebenmDg andereZu^emüß/ ausser den Kichern/ die das Feld mercklicha'ooden sollen.
Die ^upini oder Feigbohncn sind dißfalls nutz-barlich zu gebrauchen/ weil sie nicht allein die Gründefett machen/ sondern auch mit ihrer Bitterkeit allesschädliches Ungeziefer verjagen/und alles Unkraut aus-reuten; sie w.erden im Junio/ oder Anfang des Aulii/in die zu Wmte.-saat gehörigen Felder gesaet/ und imAnfang des Septembers wiederum eingeackert/ ob sieschon noch nicht blühen/sie verwesen und vermoderngar bald /wann sie von Pflug berühret worden/ unddiese sind am nützlichst-'» in den dürren und magernAeckern; damit man aber den Saamen der l^udinenerhalten möge/ kan man neben andern i.czum>'nen et-was jahrlich säen und zeitigen lassen/ daß man davondas Feld bedungen/und doch Saamen zur fernerenLominuirung behalten möge.
Hm Abraham von Thumbshirn erzehlt in seinemÖkonomischen Unterricht/ welchen Olpar ^uZcliu,heraus gegeben/ daß man im Quedlinburg pflege aufdie weltenrlegene Felder Erbsen zusaen/ und wann dieanfangen zu blühen/so ackere man sie unter/davon wer-de der Grund fett und mild. Anderwerts/als umMcr-feburg/ sömmern oder öden sie die Erbsen das Feld alsoaus/daß mans hernach bald und starck düngen müsse;etliche geben dem Feld/ etliche der besondern Art derErbsen/ die Schuld.
Laugaschen / item Aschen aus den Ziegel-Kalch-Oesen und Kohlhütten/Staub von der Strassen/alterMörtel von zerbrochenen Bebauen/ wann sie nicht all-;uviel und grosse Steine haben/ Sägspane von gesäg-tem Holtz oder Sägmühlen/swi.wohl die Sagspän et-liche nicht für gut halten/ sollen das Feld ersauren;Waickhaar von den Walckmühlen der Garber undTuchmacher; die Unreinigkeit der heimlichen Gema-cher/ Ausguß und Pfützen; das Auskehricht aus denZimmern und Hof; allerley Gartelwerck/ Krautsten-gel/ KräutichtvonMelonen/Unmurck.'n undKürbisenBohnenstroh/item Weimrebern/ wann völlig derWein und die Lauren ausgcprest worden; item die ge-stümmletenBuchsbaum-Wipffel/ und was von an-dern Bäumen abgestümmelt worden; Heu/ das aufdem Boden verfaulet/ so das Viel) nimmer gemessenkan; diese letztem dre» Stuck sind sonderlich gut in dieWeingebürge / diß kan man entweder allein gebrau-chen/ oder (welches besser und ergäbiger) in die Mist-stattmitderandern Dung einmischen; item zusamm-gebrachtes oder gerechteteö Tannen-Gras un d Eychm-Laub;da ist gut/ daß man bey/vor/ oder in den Höl-tzern liesse Gruben machen laßt / und dergleichen Ma-teri hineinführet/ damit es faule/ und zu seiner Zeit indie Felder gebracht werden könne.
MitdemMieß oderHoltzmist hat esdieftBeschas-ftnheit/daß/ wo er gar zu dick lieget/man ihm wohl mit
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hölzernen/ stumpffen/ weiten Rechen zusammen fassenund in besagte Gruben einlegen kan; wo er aber nichtzudick/viel Laub hat (welches das Holtz dünget) auchschönes junges Brüt von den Bäumlein zu sehen ist/muß man es mit grosser Bescheidenheit thun/ daß dieBaumbrut nicht mir ausgerissen werde; scharsse und ei-serne Rechen soll man nicht brauchen; an etlichen Or-ten harmanvordenHöltzem grosseGruben und bringtdarein Mieß/Eychenlaub/und Tannengras/ läßt esfaulen/und düngt damit dieFelder.
Nicht das geringste Stuck/einen Acker gut zu ma-chen/ ist derMergel/(schlicht oder Schlier/ wie er inÖestereich genant wird; welcher von dem?lmio^erlT
sciepz.ibi cicnsante lc siiriZuiluäini« nucleo,Ilb. i/. c.6.
genennet wird / ist von vielerlei) Farben/ weiß/grau/blaulicht/röthlicht/leimicht/sandicht/ bißweilen hartund bimsicht/bißweilen fett / theils ist besser in die Fel-der/theils in die Wiesen; was weiß und vimsenfärbig/so an brunnenreichen Orten gefunden wird/ist biß in50. Jahr/nach Minii Meynung/früchtig; was hart ist/wann man das Feld zu viel mit vermenget / verbrenntes den Boden.
c>. )ok. )o»ck. Becher sagt in seiner pbylicZ lub-lerrsncg foi.87.es sey eine allgemeine Erfahrung/daß/wo Bronenquellen sind/ob sie schon bißweilen aus har-ten Bergen und Felsen entspringen/ allzeit daselbst einblaulichterLetten oderKoth sich befinde/etwann seichter/etwann lieffer;wann mandiesenLetten in einemKolben6-ttüiire/nur mit dem gelindesten Feuer/ so werde baldein subtilest-übergehender Geist den ^l-mbicum alsoechitzen/ daß man ihn mit der blossen Hand nicht an-rühren kan/ werde auch bißweilen Striemlein oderStrahlen machen/wie der Brandwein/da doch in demk-cip!-,nm nichts als em unschmackhafftes Wassersich befinde / so von den Laiemüen für ein unnützes, ?kisz.n-i möchte angesehell tverden/ sey aberso wohl inmetallischen / als auch Artzney-Sachen von grossenKrafflen / sonderlich werde zur v-Z-tstion und Meh-rung des Gewächs nichts in der Welt bessers und für-trefflichers gefunden/ weil ein Tröpflein davon besserdünge/alseinFuder Hust/jaes sey der VczctMlien^lcrcuriuz, oder des ^Islwontü Qss,das an demWeinaugenscheinlich zuerkennen/ mit dem dieser Safft einesolche Freundschasst habe/ daß ein Faß Wein durchdessenVe:mischung wohl erhalten und gestckcketwirde.
Der Mergel ist an laimichten zähen Orten nützli-cher als derDung. Manfindet ihn fast allzeit/wo Ma-raß und Sümpffe ausgetrocknet / und mit Erden sindüberdeckt worden; die Ort/ schreibt der von Thumbs-hirn/geben gar einen schwefelichten siinckendenGeruch/wann der Thau einfallet/ oder wann es nach der Dürrezu reqnen pfleqt; es wachsen meistemheils Bimsen/unddie Weiden oder Felder auf solchen Orten höher undfetter als gewöhnlich; man kennet den Mergel auchwann in den Wesen dieMaulwurffs-Erden vollerkleiner Schneckenhäuslein ist/und das Gras gar dünnwächset/ ob schon die Erde schwartz und gut scheinet /dann der Mergel verderbet das Graß/ daß es wenigund sauer wachset/liegt auch meistens derMergel in densauren Wiesen.
Er schreibt ferner/ daß man zu Zeitz Mergelbobrer(Zweiffels ohne Hohlbohrer) habe / damit man erkun-diget/ ob Mergel vorhanden oder nicht/ wie tieff er ver-