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Anderer Th. (1716) Wie die Bau-Gründe und fruchtbaren Felder auf das nützlichste und ersprießlichste anzurichten ...
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Siebendes Buch/ Ackerbau.

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ciucirt/so gar/daß Olum-IIa lib. 2. cap. I s,versichert/daß/ wo man menschlichen Harn / der ein halbes Jahrgestanden/ zu den Reben und Obstbaumen schütte / sienicht allein überflüssige Früchte geben/ sondern es wer-de auch des Weins und der Aepffel Geschmack dar-durch desto besser.

Wahr ist es wohl/ wo sich ein so trachtiger fetterErdboden befindet / der des Dunges nicht bedarff/man viel Arbeit und Unkosten sparen kan; weilenaber gar an wenig Orten dergleichen Gründe an-zutreffen / muß man sich billig des Feldes Eigen-schasst; dem üblichen Gebrauch/ und der offtgehab-ten Erfahrung nach bequemen / mit diesem Unter-scheid / daß man die trockenen hitzigen Aecker weni-ger/die kalten und naßiändigen aber starcker bemistensolle.

Sonderlich wo gar kalte / laimichte Grunde sind/soll man ihnen mit Sand/ und frischem nicht viel abge-

legenem oder verfaultem Roß-Mist/ zu Hülffe kom-men. Die Urfach/ warumb der Mist die Felder frucht-bar macht/ist/weit er saltzig ist/ und die Feuchtigkeitund Kälte der Erden bemittelmDget/ und also ihreSchos (weil das Leben im Warmen und feucht beste-het) trachtig machet. Doch sagt ?>iniu» wohi: DerAcker/wann er nicht gedüngt wird/ erkaltet / wird erzu viel gedüngt/ verbrennt er; daher die hitzigen Fel-der/ insonderheit/ wo dürrer Grund ist/mit der Dungnicht zu belästigen; und wird solches von den verständi-gen Ackers-Leuten darum imFrühling und Herbst mei-stens verrichtet / weil der damals gewöhnliche Regendie gesaltzenen Theil desMistes clilloiviret/und mit derandernErden vermischet/so bey trocknem Wetter nichtgeschehen kan. Laiio zwar will/frischer Mist soll dieFel»der zu bedungen/ besser seyn/ als der abgelegene/so dochetliche widersprechen/und beederftitS ihre Ursachen fürbringen.

X.

Bon detMWatt und Art der Dünge.

Je Miststatt soll hinter den Mayerhof/von derWohnung etwas entfernet / und tieffgele^en/doch also bequemet seyn/ daß sie über die Halfftebiß an die Gruben/ mit Bäumen gebrücknet sey/ damitder Mist durch die Ochsen oderPferd desto leichter her-aus gezogen werden möge/denn bißweilen derMist dasErdreich also durchweicht/ daß es tieff und marastig/und also der Weg sehr verderbt/auch darüber das Zug-Vieh zu schaden geführet wird/ indem die Feuchtigkeitjur Kaulung des Mistes/ wie auch der Sonnenschein/zu besserer kei-mentation vonnöthen. Wiewohien et-liche ihre Miststätten lieber wollen an einen schattichkcnOrt setzen; ists doch auch darum unbequemer / daßSchwein/und allesVieh/imWinw/derSonnen hartentbehren können; Andere decken die Miststatt mitHurten/damit sie weder die Sonn ausbrennen / nochdie Winde aussaugen mögen; der Grund unten soüwohlgepflastert seyn / ausdaß die Feuchten sich in dasErdreich nicht vergeblich einsencke. Wann der Mistdrey- ode? vier-jährig ist/ soll er den Blumen am besten>ienen. Wo gantz trockne Gruben sind / muß manbißweilen durch Rinnen/oder auf andere Weift Was-ser hinein laussen lassen; je kürtzer das Stroh geschnit-tenwird/ je besser und eher faults zusammen.

re SArariZ pzZ. 17z. gibt den Rath/manoll den Misi mit eychenen Pfälen beschlagen/ so wach-en keine Nattern darinn; sorge aber/ der Mist würde>art heraus zu bringen/ möchten also wohl / die unter!)en Mist gemengte äschene Zweige anständiger seyn.

krsxinu« cnim lerzzentibus rcliliit.

Zu dem kurtzen / als Tauben- Hüner- Pfauen- undIndianischen Hüner-Mist/kan m«nein besonders Ortauswählen / und solchen dahin bringen. Was vonEndten/ Gänsen/und anderm Wassergeflügel kommt/ist Nichtsnutz/ verzehrt alles/und bringt mehr Schadenals Frommen.

Wann das Stroh bald faulen soll / muß es in demMist wohl eingeschlossen werden/daß es aufMistzulie-gen komme/und wieder dann?bedeckt feye.

Was die Art und EigenHasst der Dünge begrifft/

wird der Tauben-Mist/wegen feiner Hitze/ damit erdieandern überwägt/ zu allen Dungen für den kräfftigstengehalten/daß auch dessen ein wenig/nicht wenigenVor,theil bringt/doch mit diesem Absatz/daß es bald daraufregne/oder mit Wasser befeuchtet werde/ sein« Hitzig-keit zu mildern/ Anst würde er mit seiner heissen Naturalles/was er berühret/ ausdorren ; derentwegen auc'die bequemlichsteZeit ist/solchen zu brauchen/der Herbund der Winter. Aus dem Hünerkobel kommt dernächste an Güte. Und diese kan man/ wie oben gedacht/besonder an einenOrt bringen/wie auch derSchafmist/(zumalen wo grosse Schäfereyen sind)abfonderlich ae,schlagen wird. Die übrige Mistung/waS aus den Kuh,und Ochsen-Ziegen-Schwein-und Roß-Ställen aus,gebracht wird/ ist am besten zusammen zu bringen / weildadurch/ einen mit dem andern vermengt/des einen Un-vermögen/ durch des andern Krafft verbessert und ver-stärket wird.

Der kürtzest-best- gefaulte Mist/kan au/die kaltenWiesen und Gärten/ der mittelmässige aus die Korn-FelderundWeinberge/und verlange (nach desHerrn(je k 8crre Meynung ) aufdie neu-angerichteten Wie-jen gebracht werden/ weil seine rohe Unzeitigkeit/wannsie mit der Erden einverleibt wird/viel Graß zu bringenpfleget; was in die Baufelder kommt/ist auch an allenOrten ein mercklicher Unterschied/nach Gewonheit desOrtes/ Eigenschafft der Felder/ auch nachdem man et-wan nöthiger Arbeit hat/ oder mit Zügen übel oderwohl versehen ist.

Am nutzlichsten ists/wann die Dung im Herbst/Frü-ling oderWinter geschehen kan/und/ehe derMist durchdie Hitz kan ausgetrocknetwerden/er eingeackert wird/sonderlich auf denBrach-Aeckern/die erst im künfftigenHerbst mit Winter- Getraid anzubauen sind. DerTauben- und Hüner-Mist muß aufdie Felder/Wiesenund Wein-Garten nicht zu dick/sondern nur gleich demKorn ausgesäet werden / zur Zeit/ wann ein Regen zuhoffen/so bringt er schönes Getrayd/ daß man ihn balddarauf in die Erden ackert. Man hält dafür / wanndie Dung/ im abnehmenden Monden/ in die Erden ge

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