Druckschrift 
Nekrolog des am 9. Juny 1822 zu Düsseldorf verstorbenen Vikar Ludwig Vossen
Entstehung
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storbenen zum Andenken an den mir, leider! zufrühe entrissenen Freunv, erhalten habe, und hö-her achte und sorgfältiger bewahre, als einen ge-fundenen Schatz.

Nachdem er mit rühmlichem Fleiße die hiesigeElementarschule besucht hatte, fieng er an, zuerstprivatim die lateinische Sprache zu erlernen. Undschon um diese Zeit verkündigte der kleine Ludwigdurch sein frommes, auferbauendes Betragen amAltar den künftigen Diener des Herrn. Es warseine Freude, mit dem Knaben Jesu seine Elternzu verlassen, und in dem zu sein, was seineshimmlischen Vaters ist.

Beseelt von solchen frommen Gesinnungentrat er in das Düsseldorfer Gymnasium ein.

Wie er dort seine Zeit, sein Talent benutzthat, davon können und müssen — denn ich kannes nicht — den herrlichsten Beweis liefern die/Zeugnisse seines Lehrer, die vielen erhaltene Prei-/ se, die einstimmige Weinung der Bewohner Düs-seldorfs , vor denen er oft in den öffentlichen Prü-fungen Worte voll Kraft und Inhalt gesprochen,die er nicht ausgeschrieben, sondern selbst erdachthatte.

Versehen mit rühmlichen Zeugnissen des Gym-nasiums , begleitet von den Segenswünschen sei- .ner Eltern und Lehrer, von dem Lebewohl seinerzurückgelassenen Freunde gieng er 1816 nach Mün-ster, um daselbst sich dem Studium der Theolo-