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Dem Sokrates in vieler Rücksicht ähnlichund unähnlich war Montaigne.
So denken zu lernen, daß er danach han-deln könnte; zwischen seiner Erkenntniß undEmpfindung eine Eintracht zu stiften, die ihnmit Vergnügen in sich hineinschauen, und mitBehaglichkeit bey sich selber wohnhaft seynließe — daraus richtete er bey Anordnung seinesLebens das Absehen. Hiezu sollten ihm dieDenker der Borzeir behülflich seyn. Allein beyseinem scharfen Verstände und dem redlichenErnste seines Streb.ns befriedigten ihn di.senicht nur nicht, sondern machten ihn zweifel-haft selbst in dem, was ihm früher unmittel-bar gewiß schien. In der ganzen sogenanntenweltlichen Weisheit erblickte er kichtö als dieerfüllte göttliche Verheißung: xeräsm ssxien-
tism zspisniiiin et piuctentuoi xruclentlsin re-
xrobsko. Hieraus entstand gegen seine eigeneEinsicht in ihm ein so großes Mißtiauen, daßer, um in wichtigen Fällen sein Urtheil zu be-stimmen, nicht einmal der Mübe für werthhielt, nachzusinnen: denn die Gefahr zu i.renschien ihm weniger groß, wenn er sich der Ein-gebung des Augenblickes überließe, als wenner lange nachdächte. Nie hat ein Mensch denZweifel weiter getrieben als er; er zwei-felte selbst daran, ob er zweifelte. Eine gleich-